Warum könnte ein Haustier einen Tieranwalt benötigen?

16 März, 2021
Es gibt viele Fälle, in denen ein Tier einen Tieranwalt benötigen könnte. Hier findest du einige Beispiele und erfährst, wie diese Fälle geregelt sind.

Die Adoption eines Haustieres ist sowohl mit Verantwortlichkeiten als auch mit gesetzlichen Pflichten verbunden. Daher solltest du dir über die Rechte des Tieres und auch deine Pflichten ihm gegenüber bewusst sein, bevor du die Entscheidung triffst, ein Tier zu dir nach Hause zu holen. Wusstest du, dass ein Tier manchmal sogar einen Tieranwalt benötigt?

Wenn wir über deine Verantwortlichkeiten sprechen, dann geht es um deine täglichen Verpflichtungen, aber auch um außergewöhnliche Umstände, die dich in Form von Streitigkeiten oder rechtlichen Auseinandersetzungen erwarten könnten. Daher wollen wir dir in unserem heutigen Artikel aufzeigen, in welchen Fällen ein Tier einen Tieranwalt benötigen könnte.

In der Regel benötigt nicht dein Haustier den Tieranwalt, sondern du als Besitzer. Hauptsächlich daher, weil du die Verantwortung für die Schäden trägst, die dein Tier einer Dritten Partei verursacht. Darüber hinaus bist du natürlich auch für die Gesundheit und das Wohlbefinden deines vierbeinigen Freundes verantwortlich.

Aber dennoch gibt es manchmal auch Fälle, in denen die Tiere den Behörden gegenüber tatsächlich selber einen Tieranwalt benötigen, um ihre Rechte einzufordern, die von den Gesetzen noch nicht vollständig berücksichtigt werden. In diesen paradigmatischen Kontexten wird das Handeln eines Tierrechtsanwaltes unerlässlich, um die Integrität der Tiere zu gewährleisten.

Inwiefern kann ein Tieranwalt das Recht nutzen, um Tiere zu schützen?

Um diese Situation besser zu verstehen, ist es wichtig, zwischen natürlichen und gesetzlichen Rechten zu unterscheiden. Theoretisch sollten natürliche Rechte den Subjekten und empfindungsfähigen Wesen zustehen. Zum Beispiel das Recht auf ein Leben ohne physische oder psychische Folter.

Tieranwalt - Schnecken

Allerdings erkennen die weltweiten Gesetze die natürlichen Rechte der Tiere noch nicht an. Die meisten Verfassungen betrachten Tiere weiterhin als Eigentum, oder schlimmer noch, als Ressourcen für den menschlichen Lebensunterhalt. In jedem Fall ist die Existenz eines Tieres an einen anderen (einen Menschen) und an die Rechte dieser Person als Eigentümer gebunden.

Dennoch kann man Tiere unter bestimmten Umständen als Subjekte von Rechtsansprüchen betrachten. Daher kann das Gesetz ihre körperliche und geistige Integrität sowie ihre Interessen schützen. Und in derartigen Fällen brauchen Tiere möglicherweise einen Tieranwalt, der sie schützt und ihre Interessen vertritt.

In welchen Situationen könnte ein Tier einen Tieranwalt benötigen?

Die Pionierinstitutionen, die sich für die Verteidigung von Tierrechten engagieren, erforschen seit einigen Jahren das Gesetz als Tierschutzinstrument. Ein gutes Beispiel ist der Animal Legal Defense Fund, der in den 1970er Jahren gegründet wurde. Diese NGO arbeitet unermüdlich daran, die rechtliche Behandlung von Tieren zu ändern.

Anfänglich wurden Fälle, die eine rechtliche Verteidigung von Tieren erforderten, oft als Extravaganzen abgetan. An vielen Universitäten, vor allem in den USA, ist Tierrecht jedoch bereits als Studienfach aufgenommen worden.

Der Vormarsch der Tierrechtsbewegung hat gezeigt, dass Rechtsberatung Tierhaltern, Fachleuten, Tierschützern und dem Staat selbst helfen kann, Tiermissbrauch in all seinen Formen zu bekämpfen.

Auch im Alltag kann ein Tieranwalt bei der Lösung zahlreicher Rechtskonflikte helfen. Im Folgenden wollen wir uns einige Beispiele ansehen.

Tieranwalt - Hase und Wellensittich

Umstände, unter denen ein Tier die Dienste eines Anwalts benötigen könnte

  • Bei der Unterzeichnung eines Adoptionsvertrages oder bei Verstößen gegen dessen Klauseln. Sowohl durch die Person, die adoptiert, als auch durch diejenige, die das Tier zur Adoption freigibt.
  • Bei der Anschaffung eines exotischen Haustieres, um dessen legale Herkunft zu garantieren und um sicherzustellen, dass die Verfahren mit den Anforderungen des geltenden Rechts übereinstimmen.
  • Bei der Entscheidung über die Alternativen zum Schutz des Wohlergehens eines Tieres nach dem Tod des Besitzers. Zum Beispiel, wie man Haustiere als Erben einsetzt oder sicherstellt, dass sie in ihrem neuen Zuhause weiterhin eine angemessene Pflege erhalten.
  • Ein Tieranwalt kann dem Wohlergehen des Tieres Priorität einräumen, falls sich die Eigentümer trennen und das gemeinsame Sorgerecht einfordern.
  • Bei der Beratung darüber, wie man Tiermissbrauch oder Vernachlässigung meldet; zum Beispiel, was du kurzfristig (oder sofort) tun kannst, um den Missbrauch zu stoppen.
  • Zur Verteidigung des Tieres oder seines Halters in Fällen von Fahrlässigkeit oder tierärztlichem Fehlverhalten oder Behandlungsfehlern. Der Tieranwalt kann dich beraten, wie du eine Schadensersatzklage einreichst und verhinderst, dass andere Tiere Opfer von unsachgemäßen Verfahren oder Praktiken werden.
  • Ein Tieranwalt kann das Tier nach einem Unfall vertreten und eine Entschädigung für die Kosten der medizinischen Versorgung und andere Ausgaben oder Schäden einfordern.
  • Außerdem kann ein Tieranwalt versuchen, die Unschuld des Tieres zu beweisen oder einen Besitzer in Bezug auf seine Haftung zu beraten, wenn ein Tier körperlichen oder wirtschaftlichen Schaden bei Dritten verursacht.

Eine notwendige Regulierung

Viele Tierschützer arbeiten mit Tierrechtsanwälten zusammen und bieten auch Beratung für Bürger an. Der Rückgriff auf Tierschutz-NGOs kann eine gute Alternative für diejenigen sein, die es sich nicht leisten können, einen Anwalt zu engagieren. Vor allem, wenn es um die Meldung von Tierquälerei oder andere Umstände geht, die das Wohlbefinden eines Haustiers gefährden.

  • Web de Animal Legal Defense Fund. Extraído de: https://aldf.org/
  • Ley 5/1997, de 24 de abril, de protección de los animales de compañía. Extraido de: https://www.boe.es/buscar/pdf/1997/BOE-A-1997-14412-consolidado.pdf