Der mexikanische Salmler kann sein Herzgewebe reparieren

Der mexikanische Salmler ist in der Lage, sein Herzgewebe nach Verletzungen zu regenerieren. Das Verständnis dieses Prozesses könnte der Schlüssel zur Lösung vieler Herzkrankheiten bei Menschen sein.
Der mexikanische Salmler kann sein Herzgewebe reparieren

Letzte Aktualisierung: 30 Januar, 2021

Die Natur ist voll von faszinierenden Prozessen, die kaum zu glauben sind. Von unmöglichen Überlebenstaktiken bis hin zur Regeneration verlorener Gliedmaßen gelingt es den Tieren, ihre Chancen auf das nächste Fortpflanzungsstadium zu maximieren. Trotzdem gibt es noch extremere Beispiele: Der mexikanische Salmler hat die Fähigkeit, sein Herzgewebe zu reparieren.

Dieser kleine und scheinbar zerbrechliche Fisch verbirgt Geheimnisse, die die Wissenschaft bisher noch nicht vollständig entschlüsseln konnte. Allerdings wäre dies sehr wichtig, denn sie könnten die Antwort auf viele Herzkrankheiten des Menschen sein. Wenn du mehr über dieses faszinierende Tier erfahren willst, dann solltest du einfach weiterlesen!

Der mexikanische Salmler: Merkmale

Bevor wir uns auf seine wundersame Heilkraft konzentrieren, ist es notwendig, dieses Tier ein wenig zu beschreiben:

  • Der Astyanax mexicanus oder mexikanische Salmler ist ein Fisch aus der Familie der Echten Salmler (Characidae) und gehört zur Ordnung der Salmlerartigen (Characiformes).
  • Es gibt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus, wobei die Weibchen größer sind (bis zu 12 Zentimeter), während die Männchen eine Länge von 8 Zentimetern erreichen.
  • Diese Art hat zwei sehr unterschiedliche morphologische Formen. Eine davon lebt in Flüssen und ihr Aussehen entspricht eher dem, was man sich unter Fischen vorstellt. Gräuliche Farbe, eine schwarze Rückenlinie, Rücken- und Bauchflossen usw., also nichts Außergewöhnliches.
  • Der seltsame Morphotyp ist derjenige, der in Höhlengewässern lebt und dies in völliger Dunkelheit. Im Vergleich zu seinen Artgenossen hat er einige Änderungen erfahren. Er hat seine Pigmentierung verloren, so dass er völlig weiß ist. Außerdem hat er eine schwere Augendegeneration, mehr Oberkieferzähne, mehr Geschmacksknospen usw. Kurz gesagt, er hat sich an ein Leben ohne Licht angepasst.

Diese unterschiedlichen Lebensräume, die schätzungsweise vor mehr als einer Million Jahren entstanden sind, führten zu evolutionären Veränderungen, die weit über einfache körperliche Anpassungen hinausgehen.

Der mexikanische Salmler
Der Morphotyp der Höhle hat sich an das Leben in völliger Dunkelheit angepasst.

Das Geheimnis der Regeneration

Der mexikanische Salmler ist in der Lage, Herzgewebe nach schweren Herzschäden zu regenerieren. Diese Behauptung ist frappant, aber wir haben noch mehr:

Es stellte sich heraus, dass je nach Morphotyp die Regenerationsfähigkeit vorhanden oder verloren gegangen sein kann.

  • In einer vor einigen Jahren durchgeführten Laborstudie wurde entdeckt, dass der Morphotyp des Flusses sein Herz reparieren konnte, aber der Fisch der Höhle nicht. Stattdessen bildete der Höhlenfisch eine Narbe, obwohl er von derselben Art ist.
  • Bei der Analyse dieser ungewöhnlichen Reaktionsmuster beobachteten die Forscher, dass beim Fluss-Morphotyp zwei bestimmte Gene übermäßig produziert wurden, sobald eine Herzverletzung vorlag. Diese Gene heißen irrc10 und Caveolin, ohne allzu fachlich zu werden.
  • Das irrc10-Gen hat auch bei anderen Arten regenerative Fähigkeiten, wie zum Beispiel beim Zebrafisch. Durch die Inaktivierung dieser Gene haben die Zebrafische auch ihre Regenerationsfähigkeit weitgehend verloren.
  • Außerdem wurden Kreuzungen zwischen dem Fluss- und dem Höhlen-Morphotyp vorgenommen. Die Nachkommen zeigten unterschiedliche Regenerationsgrade, was beweist, dass diese Fähigkeit vererbbar ist.

Das lässt darauf schließen, dass in diesem Gen das Geheimnis der Herzregeneration nach einer Verletzung liegen könnte. Und es gibt noch mehr gute Nachrichten, denn es ist auch bei Mäusen und Menschen vorhanden.

Astyanax mexicanus

Wissen und menschliche Gesundheit

Was machen die Wissenschaftler mit all diesem Grundwissen?

Es stellte sich heraus, dass neben dem bereits genannten Gen drei weitere DNA-Regionen an der Regeneration des Herzgewebes des Tieres beteiligt waren.

Nachdem man diesen faszinierenden Prozess in groben Zügen beschrieben hat, ist es nun an der Zeit, genau herauszufinden, welche Gene den Unterschied zwischen einer einfachen Vernarbung und einer vollständigen Regeneration ausmachen.

Diese Art der Forschung ist unerlässlich, um die Welt um uns herum zu verstehen, aber sie kann auch von direktem Nutzen sein. Der Mensch schaut viel mehr auf die Tierwelt, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Von Fahrzeugkonstruktionen (zum Beispiel Flugzeuge und ihre aerodynamische Form, die Vögeln ähnelt) bis hin zu Heilmitteln für Krankheiten. Die Natur ist weise und wenn wir uns die Zeit nehmen, sie zu verstehen, kann sie uns viele Lösungen bieten.

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