Hunde anbinden: Welche Folgen hat dieses Vorgehen?

22 August, 2020
Hunde den ganzen Tag über anbinden gilt als Tiermissbrauch, auch wenn manche Menschen anderer Meinung sind. Erfahre heute, welche Folgen das Anbinden von Hunden nach sich zieht.

Wenn Besitzer den ganzen Tag ihre Hunde anbinden, gilt dies als Tiermissbrauch. Auch dann, wenn vermeintlich “gute” Absichten dahinter stecken (damit er nicht weg läuft, besser hört usw.). In diesem Artikel werden wir dir erklären, welche Auswirkungen permanentes Anbinden auf die Tiere hat.

Ein angebundener Hund ist ein leidender Hund

Wenn du aufmerksam bist, weißt du, dass dein Haustier auch ohne Worte mit dir spricht. Mit seinem Gesichtsausdruck zeigt es dir, wenn es etwas nicht mag. Und wenn es aus irgendeinem Grund traurig ist, werden seine Augen dieses Gefühl ausdrücken…

Es gibt verschieden Gründe, warum Menschen ihre Hunde anbinden. Einer davon ist der, dass er nicht ins Haus gehen soll. Einige Menschen bevorzugen es, dass ihr Hund im Hof lebt.

Möglicherweise haben sie Angst, dass er den Garten verwüstet, Löcher gräbt oder die Pflanzen abbricht. Oder dass er streunen geht, weil der Zaun defekt oder gar nicht vorhanden ist.

Darüber hinaus kann ein angebundener Hund die Folge einer schlechten oder mangelhaften Erziehung sein. Wenn er als Welpe nicht richtig erzogen wurde, kann sich das in seinem Verhalten äußern.

Daher gibt es Besitzer, die es bevorzugen, ihre Hunde an einer Leine anzubinden, anstatt sich die Mühe zu machen, ihn zu erziehen oder bestimmte Verhaltensweisen zu ändern: übermäßiges Bellen, Kämpfe mit anderen Haustieren usw.

Hunde anbinden

Offensichtlich haben manche Menschen noch immer die “Überzeugung”, dass es am besten ist, den Hund tagsüber anzuleinen und nachts frei zu lassen, damit er seine Aufgabe als Wächter perfekt erfüllen kann.

Hunde anbinden: Welche Folgen hat dies für die Tiere?

Auch wenn viele dieser Besitzer etwas anderes behaupten, erfährt ein angebundener Hund nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient und braucht. Seine Grundbedürfnisse werden oft nicht erfüllt.

Zum Beispiel trinken diese Hunde nicht genug Wasser, weil der Wassernapf umkippt oder leer ist und nicht regelmäßig wieder aufgefüllt wird. Besonders im Sommer kann es passieren, dass sich das Wasser in der Sonne erwärmt oder allmählich durch Insekten verschmutzt wird.

Außerdem leiden angebundene Hunde auch unter schlechtem Wetter, selbst wenn sie eine große Hütte zum Schlafen haben. Sonne, Hitze, Regen, Schnee und Kälte können schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben.

Darüber hinaus kann sich ein angebundener Hund nicht frei bewegen oder rennen, selbst wenn er eine lange Leine hat. Der Mangel an körperlicher Aktivität schadet der Gesundheit eines Hundes genauso wie dem Menschen.

Enge Halsbänder oder Seile können außerdem Wunden am Hals des Hundes verursachen. Wenn diese nicht oder nicht rechtzeitig behandelt werden, können sich schmerzhafte Entzündungen bilden.

Außerdem gibt es noch eine sehr ernste Problematik. Wenn das Tier an einen Ort gehen will, der über die Länge des Seiles hinausgeht, besteht die Gefahr, dass es sich selbst aufhängt. Gleiches kann passieren, wenn er sich in der Leine verfängt oder irgendwo stecken bleibt.

Hunde anbinden ist Tierquälerei

Hunde anbinden: Wie wirkt sich das auf ihre Psyche aus?

Hunde sind Lebewesen, die Freiheit brauchen, auch wenn es sich um Haustiere handelt, die schon vor Tausenden von Jahren domestiziert wurden. Daher führt das Anbinden mit einer minimalen Bewegungsfreiheit zu Veränderungen im Verhalten und im Gemütszustand der Hunde.

Zunächst einmal sind Hunde Rudeltiere, das heißt, sie brauchen die Gesellschaft anderer (das Rudel). Wenn du ihn isolierst und außerhalb des Hauses anbindest, glaubt er, dass er etwas falsch gemacht hat. Deshalb wird er traurig oder deprimiert sein.

Den ganzen Tag über angebunden zu sein, kann ihn zu einem gestressten, ängstlichen und manchmal gefährlichen Hund machen, weil es seine Aggressivität erhöht, wenn sich eine Person oder ein anderes Tier nähert.

Einige Haustiere reagieren auf das Anbinden, indem sie sich in den Schwanz oder die Beine beißen, weil sie psychisch aus dem Gleichgewicht geraten sind. Und es ist ein Irrtum zu glauben, dass ein angebundener Hund leichter zu kontrollieren ist… es wird noch schwieriger sein, dass er die Befehle befolgt!

Hunde anbinden und sie isoliert zu halten, ist die größte Strafe, die ein Haustier erfahren kann. Dabei ist völlig unerheblich, ob es sich um einen Deutschen Schäferhund oder einen Dalmatiner handelt. Für das Tier ist es wie eine “Verbannung” aus der Gruppe, zu der es gehört.

All dies erzeugt Frustration, Leiden, Wut und Verwirrung. Vergiss nicht, dass die Integration von Hunden in einem Rudel von entscheidender Bedeutung ist.