Millennials und Haustiere: eine atypische Beziehung

21 September, 2018
Das Interesse der Millennials an ihren Haustieren beginnt ungeahnte Ausmaße zu erreichen. Woher kommt diese plötzliche Begeisterung für Haustiere? Was verbindet Millennials und Haustiere?

Das Interesse der Millennials an ihren Haustieren beginnt ungeahnte Ausmaße zu erreichen. Woher kommt diese plötzliche Begeisterung für Haustiere? Was verbindet Millennials und Haustiere?

Millennials, die “Eltern” ihrer Haustiere

Du erinnerst dich vielleicht an einen Film über amerikanische Jugendliche, in dem Kindern beigebracht wurde, eine Woche lang auf einen Sack Mehl aufzupassen.

Das Hauptziel war, ihnen zu zeigen, wie schwierig es als Vater ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen und seine Nachkommen am Leben zu erhalten, auch wenn es sich nur um einen Sack Weizenmehl namens Tod handelt.

Offensichtlich ersetzen Millennials dieses leblose Objekt durch ihre Haustiere. Laut einer Studie der Agentur Gale sehen 44 % in ihren Hunden und Katzen einen Weg herauszufinden, ob sie auf die zukünftige Elternschaft vorbereitet sind.

In den meisten Fällen überträgt es sich auch auf das Verhalten, das sie ihnen entgegenbringen.

Auf der Straße hört man immer öfters ungewöhnliche, an die Tiere gerichtete Bemerkungen, kleine liebevolle Dialoge wie: “Sehr gut, das gefällt mir”; oder Vorwürfe wie: “Habe ich dir nicht schon tausendmal gesagt, dass man das nicht macht?”

Dies ist eigentlich normal zwischen Müttern und Kindern, aber diese jungen Menschen übertragen es auf ihre Beziehung mit ihrem Hund.

Millennials und Haustiere: eine verschwenderische Beziehung

Der Markt wusste diesen mütterlichen Trend zu nutzen und hat mit Tausenden von Spielzeugen, Prämien, Zubehör und Wohnungen reagiert, die jedes Jahr eine riesige Menge an Gewinn einbringen.

Haustiere absolvieren jetzt ihre Ausbildungen (mit der entsprechenden Auszeichnung). Sie tragen zu Weihnachten einen Pullover und bekommen sogar einen Geburtstagskuchen.

Auswirkungen dieser neuen Beziehung

Die Tatsache, dass die Aufmerksamkeit der Millennials sich nun viel mehr auf ihre Haustiere konzentriert, ist weltweit keine Ausnahme mehr. Dies hat viel mit der momentan schwierigen wirtschaftlichen Situation zu tun.

Laut der amerikanischen Zeitung “The Washington Post” gibt es einen anhaltenden Rückgang unter den jungen Leuten, die sich ein Haus oder ein Auto kaufen oder Kinder haben möchten; aber die Zahl der Millennials, die sich ein Haustier anschaffen, erhöht sich stetig.

Die momentanen harten wirtschaftlichen Bedingungen junger Menschen sind teilweise für diesen Wandel verantwortlich.

Sie reisen, wechseln den Arbeitsplatz viel öfter als frühere Generationen und ziehen es vor, weniger langfristige Verpflichtungen zu haben, insbesondere aufgrund der Unsicherheit, die ihr Leben bestimmt.

Die Tatsache, dass sie lieber einen Hund oder eine Katze zu Hause haben, ist nicht die einzige Auswirkung dieses neuen Trends.

Millennials und ihre Haustiere sind auch dafür verantwortlich, dass angefangen wird, die Tierrechte mehr zu berücksichtigen.

Millennials und Haustiere: eine abnormale Beziehung

Millennials geben viel für ihre Haustiere aus

In den Vereinigten Staaten hat die Industrie, die Haustierartikel herstellt, Gewinne von ungefähr 63 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Paradoxerweise geben 76 % der Millennials in diesem Land zu, dass sie “verschwenderisch sind”, wenn sie für ihr Haustier einkaufen. Sie geben mehr für die Tiere als für sich selbst aus.

Obwohl dies wirtschaftliche Gewinne für diese Branche abwirft, muss man trotzdem bedenken, dass ein Tier kein Kind ist.

Es versteht weder deine Komplimente noch deine Vorwürfe. Ein Haustier kann auch nicht die Zuneigung einer anderen Person ersetzen.