14 Tiere, die einen hochentwickelten Geruchssinn haben

29 November, 2020
Vor kurzem haben Forscher die Gene von höheren Säugetieren analysiert, die für den Geruchssinn verantwortlich sind. Die Ergebnisse sind überraschend.

Der Geruchssinn ist einer der vielen Sinne, die Tiere haben. Durch ihn können Lebewesen Moleküle, die in der Luft schweben, erkennen und analysieren. Diese gelangen durch die Nasengänge in den Riechkolben, wo sich die Geruchsrezeptorproteine befinden. Von hier aus gelangen die Informationen zum Gehirn.

Jeder Rezeptortyp kann eine Substanz erkennen, aber durch die Kombination mehrerer Rezeptoren ist es möglich, unendlich viele Substanzen zu riechen. Tiere mit einem hochentwickelten Geruchssinn haben ihn dank der großen Anzahl von Genen, die die verschiedenen Rezeptorproteine kodieren.

In einer vor kurzem durchgeführten Studie haben Forscher der Universität Tokio die Gene von 13 höheren Säugetieren analysiert, die für den Geruchssinn verantwortlich sind. Die Ergebnisse waren überraschend.

Der Afrikanische Elefant hat den besten Geruchssinn

Elefantenrüssel

Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist das Tier mit dem besten Geruchssinn. Dieses Säugetier bewohnt mindestens 37 Länder in Subsahara-Afrika. Da er ein Wandertier ist, kann er außerdem in vielen Lebensräumen leben, von dichten Wäldern bis hin zu Stränden.

Heutzutage sind die verschiedenen Populationen dieser Tiere zersplittert. Allerdings scheint die Zahl der Exemplare dank der Arbeit im Naturschutz zu steigen.

Laut der zuvor erwähnten Studie besitzt der Afrikanische Elefant etwa 1.948 Gene, die für die Konfiguration der Geruchsrezeptoren zuständig sind.

Dieser hochentwickelte Geruchssinn ist vermutlich auf seinen langen Rüssel zurückzuführen, den er wie eine Hand benutzt. Die Rezeptoren befinden sich nicht im Rüssel, sondern im Kopf.

Allerdings sucht er damit nach Nahrung und da er so weit weg von seinen Augen ist, braucht er einen guten Geruchssinn. Andererseits könnte dieser starke Geruchssinn mit dem guten Gedächtnis der Elefanten zu tun haben.

Ratten und Mäuse

Ratten und Mäuse sind nachtaktive Nagetiere. Im Allgemeinen haben Tiere mit dieser Lebensweise ein schlechtes Sehvermögen und einen hoch entwickelten Geruchssinn.

Das mag daran liegen, dass im Dunkeln das Sehen nicht so wichtig ist und stattdessen andere Sinne wie das Gehör, die Thermorezeption oder der Geruchssinn benutzt werden.

Die Ratten haben 1.207 Geruchsgene und die Mäuse 1.130. In der Tat gibt es eine Rattenart, die afrikanische Riesenhamsterratte (Cricetomys gambianus), die darauf ausgebildet werden kann, Landminen aufzuspüren und zu erkennen.

Kühe

Als nächstes stehen die Kühe mit 1.186 Geruchsgenen auf der Liste der Tiere mit einem hochentwickelten Geruchssinn. Er ist so gut, dass sie Gerüche in mehr als 10 Kilometern Entfernung wahrnehmen können.

Diese Eigenschaft ist sehr nützlich für ein pflanzenfressendes Tier, da es bedrohliche Raubtiere schon wahrnehmen muss, wenn diese noch weit entfernt sind.

Heutzutage, nach der Zähmung des wilden Auerochsen (Bos primigenius) vor etwa 10.000 Jahren, werden die Kühe vom Menschen geschützt. In der Vergangenheit brauchten sie jedoch solche Strategien, um Raubtieren entkommen zu können.

Der Geruchssinn der Kuh ist ausgezeichnet

Pferde

Genauso wie Kühe brauchen auch Pferde einen guten Geruchssinn, da sie Beutetiere sind. Die Pferde besitzen 1.066 Geruchsgene.

Mit diesem Spürsinn können sie sogar Wasser finden, wenn es sich unterhalb der Oberfläche befindet. Dies ist besonders für Pferde nützlich, die in Wüsten leben, da sie zum Überleben viel Wasser benötigen.

Außerdem nutzen diese Tiere den Geruchssinn, um Freundschaften zu schließen und läufige Stuten durch Urin oder Dung zu erkennen.

Geruchssinn des Hundes

Geruchssinn beim Hund

Wir haben so viel über den Geruchssinn von Hunden gehört, dass wir eigentlich erwartet haben, dass er ganz oben auf der Liste steht. Hunde haben jedoch “nur” 811 Geruchsgene. Dies mag im Vergleich zum Elefanten sehr wenig erscheinen, aber ein Hund hat dennoch mehr als doppelt so viele wie der Mensch, der nur 396 dieser Gene besitzt.

Obwohl Hunde weniger Gene haben als andere Tiere, ist das Besondere, dass ihre Geruchsrezeptoren unglaublich empfindlich sind. Aus diesem Grund können sie Gerüche so genau differenzieren, dass sie Krebs im Anfangsstadium erkennen können.

Meerschweinchen

Meerschweinchen sind Nagetiere, die als Haustiere, aber auch als Versuchstiere in Labors sehr bekannt sind. Sie stammen aus Peru, wo sie auch Teil der lokalen Küche sind.

Sie haben 796 Geruchsgene und nutzen den Geruchssinn, um sich gegenseitig zu erkennen. Wenn du ein Meerschweinchen als Haustier hast, ist es daher sehr wichtig, keine Seife zu verwenden, bevor du es berührst, da es sonst deinen natürlichen Geruch nicht wahrnehmen kann.

Weitere Tiere mit einem hochentwickelten Geruchssinn

Abschließend findest du hier noch eine Liste mit weiteren Tieren und Lebewesen, die ebenfalls einen hochentwickelten Geruchssinn haben. Diese Auflistung ist nach dem Grad der Entwicklung des Geruchssinns in absteigender Reihenfolge geordnet, beginnt also mit dem Tier, mit dem am besten entwickelten Geruchssinn:

  • Chinesische Weichschildkröte.
  • Westlicher Krallenfrosch.
  • Mensch.
  • Schimpanse.
  • Zwergaffe.
  • Kaninchen.
  • Orang-Utan.
  • Blanc, J. 2008. Loxodonta africana . The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T12392A3339343.
  • Grossman, S. Y., & Sisson, S. (1982). Anatomía de los animales domésticos.
  • Kennerley, R. 2019. Cricetomys gambianus . The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T112169507A50534302. 
  • Niimura, Y., Matsui, A., & Touhara, K. (2015). Corrigendum: Extreme expansion of the olfactory receptor gene repertoire in African elephants and evolutionary dynamics of orthologous gene groups in 13 placental mammals. Genome research, 25(6), 926.
  • OMalley, B. (2007). Anatomía y fisiología clínica de animales exóticos. Zaragoza: Servet.