Istanbul: Stadt der Katzen

31 Januar, 2019
Selbst wenn es schon immer Katzen in dieser Zone gab, so stimmt es doch, dass sich die kätzische Bevölkerung durch die Ankunft der Handelsschiffe vervielfältigte. Die Einwohner der Zone sehen sie allerdings nicht als eine Plage an, sondern verehren die Samtpfoten.

Es ist bekannt, dass die Türkei eine sehr reiche Geschichte hat. Die Metropole Istanbul wurde schon oft als eine Pforte zwischen den Welten genannt, doch nur wenige kennen ihr anderes Gesicht. Man nennt Istanbul nämlich auch die Stadt der Katzen.

Von Konstantinopel bis Istanbul, einige Jahrhunderte Geschichte

Istanbul, ursprünglich aufgrund ihres Gründers Konstantin I Konstantinopel genannt, gibt es seit dem vierten Jahrhundert n. Chr. Es war die Hauptstadt des westlichen römischen Reiches und über Jahrhunderte seine wichtigste Hafenstadt.

Das liegt daran, dass der Bosporus Europa von Asien trennt. Aufgrund der kulturellen Unterschiede, die man hier findet, nennt man die Stadt auch die Kreuzung zweier Welten.

Heutzutage kennt man sie als Istanbul wegen des osmanischen Reiches. Sultan Mehmet II nannte die Stadt aus politischen Motiven um.

Doch was hat das alles mit Katzen zu tun? Die gab es in der Stadt eigentlich schon immer, doch durch die Ankunft von Handelsschiffen, gab es immer mehr davon. Mit der Zeit kamen immer mehr Katzen in Istanbul an und machten sich die Stadt zu ihrem Zuhause.

Die Einwohner der Stadt liebten diese Tiere so sehr, dass man in den ältesten Häusern Istanbuls immer noch Eckchen findet, in denen die Katzen lebten. Die Samtpfötchen sind Teil der Geschichte der Metropole, genau so wie ihre Monumente.

“Die gehen nicht mal zur Seite, selbst wenn der Sultan persönlich vorbeikommt”, versicherte Mark Twain.

Die Stadt der Katzen heutzutage

Setzt man sich auf einen öffentlichen Platz und sonnt sich ein wenig, so sieht man, wie es überall dort Katzen gibt. Sie sind die wahrhaftigen Könige der Stadt und haben auch keine Angst, dies zu zeigen.

Katzen in Istanbul

Im modernen Istanbul gehören Katzenkolonien in den Gassen und auf den Dächern zum Stadtbild. Überall, wo man auch hinblickt, findet man Katzen. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt, genauso wie die Hagia Sophia und der Galataturm.

Selbst in den begrenztesten Räumen findet man Katzen. Die Einwohner glauben, dass die Tiere Glück und Gesellschaft bringen. Deshalb lauern sie sogar in Regierungsgebäuden.

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Die Einwohner haben kein Problem mit den Katzen. Ganz im Gegenteil, man heißt sie willkommen, da sie ausgezeichnete Mäusefänger waren und immer noch sind. Im Islam glaubt man außerdem, dass der Prophet Mohammed ein Katzenliebhaber war.

Istanbul nennt man ebenfalls die Stadt der Katzen, weil ihre Einwohner sich um das Leben der Tiere kümmern. Es gibt Gesetze, durch die die Samtpfötchen geschützt sind und die Bewohner der Stadt halten den Tod einer Katze für ein Zeichen von Gewissenlosigkeit.

Türkisches Sprichwort: “Tötest du eine Katze, so musst du eine Moschee bauen, damit Gott dir verzeiht.”

Besucher können ganz schön überfordert mit der hohen Zahl der Katzen sein. Sie sind jedoch einfach nur Teil der Stadt, genau wie auch die zahlreichen Hunde, die hier leben.

Dokumentarfilm über Katzen

Kedi: der Dokumentarfilm

Das Wort Kedi ist türkisch für Katze und genau darum geht es in dem Dokumentarfilm: das Leben der türkischen Katzen in Istanbul. Ceyda Torun, der Regisseur, machte es sich zur Aufgabe, die Samtpfoten seiner Heimatstadt zu beobachten.

Der Dokumentarfilm erzählt uns von den Leben verschiedener Katzen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und setzt sie in den Kontext der Stadt und ihrer menschlichen Einwohner. Heutzutage leben etwa 150 000 Katzen in der Metropole, die alle sehr eigen sind.

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Die Geschichte Istanbuls ist eng mit Katzen verbunden, da sie schon seit Gründungszeiten dort lebten. Solltest du die Stadt einmal besuchen, dann denke daran, auch den Miezen den ihnen gebührenden Respekt zu zollen.