Ein Junge gibt Straßenhunden die erste Umarmung

15 Juli, 2018
In seiner solidarischen Tätigkeit findet Emmy viele Hindernisse und erhebliche Gefahren. „Ich habe mich mit den Straßenhunden in Körpersprache unterhalten.“ Es waren nicht alle freundlich, aber manche sind ihm einfach in seine Arme gefallen.

Emmy Panu ist ein junger Thailänder, der die Kampagne “Die erste Umarmung” ins Leben gerufen hat. Sie zielt darauf ab, durch eine erste Umarmung den Straßenhunden in seinem Land Zuneigung zu geben. Sein Werbevideo hat Furore gemacht und hat bereits fast 2 1/2 Millionen Besucher auf YouTube erreicht.

Er hat keine Stiftung, keine Geldmittel, geschweige denn eine Unterkunft. Das hindert den bescheidenen Jugendlichen jedoch nicht daran, einer Bevölkerung zu helfen, die sich in einem ernsten Notfall befindet: obdachlose Hunde.

Sein Beitrag ist nicht profitabel, aber deswegen ist er nicht weniger bedeutungslos, besonders nicht für die Hunde, mit denen er in Berührung kommt. Emmy gibt ihnen ganz einfach eine Umarmung, die wahrscheinlich die erste ist, die diese kleinen Freunde in ihrem ganzen Leben erhalten haben.

Komplizierte Aufgabe mit Straßenhunden

In seiner solidarischen Tätigkeit findet Emmy viele Hindernisse und erhebliche Gefahren. Wie man in seinem Video sehen kann, sind einige Hunde, die er versucht anzufassen, abgeneigt, zurückhaltend und sie versuchen sogar, ihn zu beißen.

Dieses Verhalten der Tiere ist verständlich, weil viele dieser Hunde grausamen Misshandlungen ausgesetzt waren. Manche hatten nicht einmal die Gelegenheit, eine gefühlvolle Beziehung zu Menschen herzustellen.

Aber Emmy ist es auch gelungen, mit etlichen Welpen, die vor allem Aufmerksamkeit und eine Vertrauensperson in der dunkelsten Straßen von Bangkok benötigt haben, ein gutes Verhältnis aufzubauen.

Was die meisten Menschen nicht wissen, ist, dass Thailand die Hölle für verlassene Hunde sein kann. Nicht umsonst nennen sie es “das Land der Strassenhunde”.

Thailand: der schlechteste Ort für obdachlose Hunde

Es wird geschätzt, dass mehr als 300.000 Hunde in den Straßen der Hauptstadt Thailands umherziehen. Es gibt keine eindeutigen Angaben über die Anzahl der verlassenen Hunde in diesem Land, doch die Situation ist entmutigend.

Der Überfluss dieser Tiere hat vor längerer Zeit zur Entstehung eines der lukrativsten und furchterregendsten Geschäfte in Thailand geführt: den Hundehandel. An Orten, wo es noch reichlich streunende Hunde gibt, bringt ein einzelnes Exemplar nur einen winzigen Gewinn von umgerechnet 2 Euro.

Deshalb müssen Schmuggler große Mengen dieser Tiere entführen, um angemessene Gewinne zu erzielen. Die Geschäftigsten exportieren durchschnittlich 2000 Hunde, die in einem Kochtopf eines belebten Restaurants in Vietnam enden.

Sie gehen sogar so weit, dass sie Hunde an der Haustüre ihrer Besitzer stehlen. Die Personen, die sie adoptieren, müssen sich gewaltig anstrengen, um sich um ihre geliebten Haustiere zu kümmern.

Vom Jungen zum Hundehelden

In diesem Umfeld führt Emmy Panu seine riskante Arbeit aus. Er tut dies mit großer Furchtlosigkeit, obwohl ein großer Teil der Hunde des Landes mit Tollwut infiziert ist.

Das Beste daran ist, dass du nicht in Thailand wohnen musst, um Vergleichbares zu tun. Überall gibt es ein verlassenes Hündchen, das ein wenig menschliche Wärme benötigt.

Monarchie und hündische Ungleichheit

Es ist bekannt, dass die königliche Familie Thailands hundeliebende Herrscher hatte. Der vorherige König Bhumibol Adulyadej errichtete 2015 ein Monument zum Gedenken an Thong Daeng. Das war sein letzter Hund, der 17 Jahre alt wurde.

Er starb am 13. Oktober 2016. Dadurch kam sein Sohn Maha Vajiralongkorn auf den Thron. Sein Nachfolger ernannte seinen kleinen Pudel Foo Foo zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Darüber hinaus hat die Regierung des asiatischen Landes wenig oder nichts getan, um die große Anzahl von Straßenhunden zu schützen. Diese sind bereits Teil der Kultur von Bangkok. Hier zeigt sich eine so unterschiedliche Behandlung von Hunden, die ihresgleichen sucht.

Ein nachahmenswertes Beispiel

Emmy hat einige seiner Erfahrungen mitgeteilt: “Ich habe mich mit den Straßenhunden in Körpersprache unterhalten.” Bei dieser Vorgehensweise waren nicht alle freundlich, aber manche sind ihm einfach in seine Arme gefallen.

Weltbekannte Organisationen wie Peta oder die Animal Humane Society sind davon überzeugt, dass Sterilisation die einzige wirksame Methode ist, um die Verbreitung von streunenden Hunden zu verhindern.

Bildquelle: www.vanguardia.com.mx