Rohkosternährung und ihre gesundheitlichen Vorteile für Katzen

11 Mai, 2020
Wissenschaftliche Studien belegen die gesundheitlichen Vorteile einer Rohkosternährung für Katzen. Erfahre heute mehr darüber!

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bestand die Ernährung von Hauskatzen aus den Beutetieren, die sie in den ländlichen Gebieten fanden, in denen sie mit den Menschen wohnten. Und auch die Katzen, die in den Häusern der Menschen lebten, wurden üblicherweise mit einer Rohkosternährung gefüttert.

Allerdings veränderte sich diese Ernährung während des Zweiten Weltkrieges. Da nun Ressourcen wie Glas, Metall und auch alle verfügbaren Arbeitskräfte für die Herstellung von Waffen benötigt wurden, war es nicht mehr möglich, wie bisher Dosenfutter für Katzen und Hunde herzustellen. Aus diesem Grund wurde das Trockenfutter erfunden.

Ernährung von Wildkatzen

Katzen sind strikte Fleischfresser. Das bedeutet, dass ihre Ernährung exklusiv aus anderen Tieren besteht. Daher ist die Rohkosternährung die beste Ernährungsform für Katzen. Da sie reine Fleischfresser sind, haben sie auch spezifische körperliche Merkmale wie beispielsweise ihre scharfen Krallen und ihr Gebiss oder ihr kurzes Verdauungssystem. Dieses ist darauf ausgelegt, tierische Proteine optimal zu verdauen und zu verwerten.

Wenn Katzen nicht ausreichend Proteine zu sich nehmen, führt dies zu einem Nährstoffmangel. Da sie die Aminosäure Taurin nicht selber produzieren können, müssen sie diesen Stoff über die Nahrung aufnehmen. Ein Taurinmangel kann daher auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

In der Natur jagen Katzen vor allem kleine Säugetiere wie etwa Nager. Allerdings können sie sich auch von Insekten ernähren. Dies hängt von der Jahreszeit und dem bestehenden Futterangebot ab.

Die Wildkatze (Felis silvestris) im Mittelmeerraum ernährt sich von Nagetieren: hauptsächlich von der Waldmaus (Apodemus sylvaticus), der Mittelmeer-Kleinwühlmaus (Microtus duodecimcostatus) und der Westschermaus (Arvicola sapidus).

Auch die Feldmaus (Microtus arvalis) und das Rothuhn (Alectoris rufascheinen eine wichtige Rolle bei ihrer Ernährung zu spielen.

Stolzes Samtpfötchen hat eine Maus im Garten gefangen

Warum ist Rohkosternährung für Katzen gesund?

Obwohl Trockenfutter für Katzen so hergestellt wird, dass es den pH-Wert ihres Urins verändert, um dadurch Nierensteine zu vermeiden, ist es dennoch nicht die optimale Ernährung für deine Katze.

Viele Katzen neigen zu Nierenproblemen. Bestimmte Rassen wie etwa die Perserkatze entwickeln häufig polyzystische Nieren. Außerdem leiden fast alle Katzen früher oder später an einer Nierenkrankheit. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie meistens nur wenig Wasser trinken.

Katze kaut an einem Stück Fleisch in der Küche

Daher ist eine natürliche Rohkosternährung, wie etwa die BARF-Ernährung, für die allgemeine Gesundheit von Katzen sehr förderlich. Die wesentlichen Vorteile dieser Ernährung sind folgende:

  • Die Katzen nehmen mehr Wasser zu sich. Tiere bestehen zu mindestens 60 % aus Wasser. Wenn du deine Katze mit dieser artgerechten Rohkost ernährst, nimmt sie so wesentlich mehr Flüssigkeit zu sich als beim Verzehr von Trockenfutter.
  • Du verhinderst Fettleibigkeit deiner Katze. Rohe Nahrungsmittel sind nährstoffreicher und nahrhafter und werden langsamer und besser verdaut. Dies führt dazu, dass deine Katze länger gesättigt ist.
  • Eine artgerechte Rohkosternährung sorgt auch für gesündere Gelenke.
  • Katzenhalter beschweren sich häufig über den Geruch des Kots. Rohstoffprodukte tierischen Ursprungs enthalten kaum Kohlenhydrate und dies führt dazu, dass der Kot einen weniger intensiven Geruch haben wird.
  • Wenn du deine Katze mit Rohkost fütterst, bietest du ihr eine sehr artgerechte Ernährung. Dadurch wird deine Katze insgesamt zufriedener werden.

Wie stellt du die Ernährung deiner Katze um?

Wenn du die Ernährung deiner Katze umstellen möchtest, solltest du dich zuerst von einem Tierarzt beraten lassen, der sich auf funktionelle und natürliche Katzenernährung spezialisiert hat.

Du solltest keinesfalls abrupt die Ernährung deiner Katze verändern, denn dies kann schwere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Darüber hinaus solltest du wissen, dass nicht alle Tiere diese Umstellung akzeptieren werden. Daher ist es wichtig, dass du dich von einem Tierarzt beraten und begleiten lässt.

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