Zwangsstörungen bei Hunden

04 August, 2018
Zwanghafte Störungen sind bei Hunden ernst, denn sie können zur Selbstverstümmelung führen. 

Zwangsstörungen sind bei Hunden häufig zu beobachten. Sie entwickeln dabei ein klinisches Krankheitsbild, bei dem das Tier die Kontrolle über seine Emotionen verliert und dies durch obsessives Verhalten ausdrückt.

Der Vierbeiner reagiert in manchen Fällen so frenetisch, dass er sich selbst verletzt, ohne sich darüber bewusst zu sein. Er hört damit nicht auf, bis er Schmerz verspürt. Die meisten Hunde mit Zwangsstörungen lecken kompulsiv ihre Rute. Andere beißen bestimmte Körperteile, jagen ihrem Schwanz hinterher oder führen wilde Kreisbewegungen durch.

Zwangsstörungen bei Hunden

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Ursachen für Zwangsstörungen bei Hunden

Manien und obsessives Verhalten können durch physische oder emotionale Misshandlung entstehen. Dieses Krankheitsbild wird deshalb häufig bei ausgesetzten Hunden oder Straßenhunden diagnostiziert.

Doch Zwangsstörungen können auch durch übermäßige Nervosität, fehlende Stimulation oder langes Einsperren entstehen. Außerdem können Tiere, die starke Schmerzen erleiden, obsessives Verhalten entwickeln.

In diesem Sinne weisen viele Studien darauf hin, dass Krankheiten, welche die sensorischen Funktionen beeinträchtigen, kompulsives Verhalten bei Hunden fördern.

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Wie kann man Zwangsstörungen bei Hunden frühzeitig erkennen?

Die frühzeitige Diagnose einer kompulsiven Zwangsstörung ist grundlegend, um autodestruktives Verhalten zu verhindern. Man muss deshalb bereits bei den ersten Anzeichen aufmerksam werden und die nötigen Schritte einleiten.

Nicht zu vergessen ist, dass die Wiederholung hundetypischen Verhaltens inhärent ist, doch wenn diese pathologisch wird, steht die Gesundheit des Tiers auf dem Spiel.

Wenn ein Hund beginnt, zu bellen, graben, sich zu lecken, seinem Schwanz nachzujagen oder sich übermäßig zu kratzen, solltest du ihn schnellstmöglich zum Tierarzt bringen. Das betroffene Tier leidet meist auch an Symptomen von TrennungsangstDazu gehören Anknabbern oder Zerstörung von Gegenständen im Haus (Kleidung, Schuhe…), sowie das Urinieren oder die Darmentleerung an ungewöhnlichen Orten.

Ernste Zwangsstörungen

In ernsten Fällen, wenn die Zwangsstörung erst sehr spät diagnostiziert wird, können auch folgende Symptome auftreten:

  • Verletzungen und Wunden am Körper, insbesondere an Rute und Beinen.
  • Frenetisches Lecken oder Beißen an den Stellen der Verletzungen.
  • Blutungen an Beinen oder Schwanz, in der Regel als Folge autodestruktiven Verhaltens
  • Haarausfall und Fellveränderungen
  • Verhaltensauffälligkeiten: Aggressivität, Ängstlichkeit, Zurückziehen…
  • Vermeidung von physischem Kontakt mit Menschen und Tieren

Behandlung von Zwangsstörungen bei Hunden

Das Krankheitsbild wird zwar meist somatisiert, doch in der Regel verstecken sich hinter kompulsivem Verhalten psychologische Störungen. Deshalb muss nicht nur der Körper, sondern insbesondere der emotionale Zustand des Tieres therapiert werden.

Ein Hund mit Zwangsstörungen leidet an emotionaler Unausgeglichenheit, was sich in seinem Verhalten widerspiegelt. Du brauchst viel Geduld und Widmung, damit sich dein Vierbener wieder erholen kann. Du musst in diesem Fall große Verantwortung übernehmen, um die Umgebung, den Lebensstil und den Alltag so zu verändern, dass dein treuherziger Begleiter gesund werden kann.

Zwangsstörungen bei Hunden können autodestruktiv sein

Die meisten betroffenen Hunde müssen neu erzogen und sozialisiert werden, um ihr Selbstvertrauen zu stärken. Grundlegend ist auch die Behandlung durch einen erfahrenen Tierpsychologen.

Außerdem müssen selbst herbeigeführte Verletzungen und Wunden gepflegt werden, damit sie schneller heilen können. Sollte eine Entzündung vorhanden sein, werden in der Regel Antibiotika oder andere Arzneimittel verschrieben.

Wir möchten noch einmal betonen, dass der Hund unbedingt von einem Tierarzt und Tierpsychologen behandelt werden muss, um die Zwangsstörung überwinden zu können. 

Kann man Zwangsstörungen bei Hunden vorbeugen?

Du solltest folgende Tipps berücksichtigen, um zu verhindern, dass dein treuherziger Freund an Verhaltensauffälligkeiten leidet: 

  • Sorge für ein gesundes und positives Umfeld, in dem sich dein Hund wohl fühlt.
  • Werde nie gewalttätig und bestrafe deinen Hund weder physisch, noch emotional.
  • Vergiss nicht auf regelmäßige präventive medizinische Maßnahmen: regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Entwurmung, Impfungen usw.
  • Achte auf einer ausgeglichene Ernährung, die nicht zu viele Kalorien enthalten sollte.
  • Dein Hund braucht regelmäßig Auslauf und körperliches Training, damit er Stress und Anspannungen oder Nervosität abbauen kann.
  • Ermögliche deiner Fellnase die richtige Sozialisierung, am besten in den ersten 8 Lebensmonaten.