Wie ist das Leben eines Blindenhundes?

Erfahre heute, wie der Alltag eines Blindenhundes aussieht, wie er ausgebildet wird und dann das Leben eines Menschen verbessert. 
Wie ist das Leben eines Blindenhundes?

Letzte Aktualisierung: 13 September, 2018

Das Leben eines Blindenhundes ist anstrengend, denn er ist 24 Stunden am Tag im Einsatz. Viele blinde Menschen sind auf die Freundlichkeit, Intelligenz, Geduld und große Entscheidungsfähigkeit ihrer Hunde angewiesen.

Erfahre heute, wie der Alltag eines Blindenhundes aussieht, wie er ausgebildet wird und dann das Leben eines Menschen verbessert. 

Die Arbeit eines Blindenhundes

Blindenhunde begleiten Blinde oder Menschen mit schweren Sehstörungen.

Sie helfen ihnen, die Straße entlang zu laufen, zeigen an, wo und wann es sicher ist, die Straße zu überqueren und begleiten sie in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Aber sie helfen ihnen auch im Haus. Sie heben Dinge auf, die auf den Boden fallen, oder entfernen Gegenstände, die im Weg liegen.

Die speziell ausgebildeten Hunde helfen auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität beim Öffnen und Schließen von Türen oder Schubladen.

Leben eines Blindenhundes - im Winter

Blindenhunde sind ständig im Einsatz. Sie können sich nicht wie Polizeihunde oder andere Berufshunde erholen und ausruhen.

Sie sind die Augen ihrer Besitzer und begleiten sie den ganzen Tag. Dazu brauchen sie ein ganz besonderes und hartes Training, da sie viele soziale Normen des Menschen kennen müssen.

Das Leben eines Blindenhundes: die Kindheit

Blindenhunde müssen den geeigneten Charakter und das richtige Temperament für ihre Arbeit haben. Sie werden deshalb speziell ausgewählt und danch von Experten trainiert.

Die am häufigsten verwendeten Rassen sind Labrador Retriever, Golden Retriever und Deutscher Schäferhund.

Ihre Persönlichkeit passt zu den Aufgaben, die diese Hunde erfüllen müssen: Sie sind intelligent, geduldig, aber entschlossen, und wissen, wie man Entscheidungen trifft.

Blindenhunde erhalten bereits vor ihrer Geburt spezielle Pflege. Im Gegenzatz zu Polizeihunden werden sie bereits im Welpenalter trainiert. 

Sein erstes Lebensjahr verbringt der Vierbeiner mit einer Familie, die sich freiwillig  meldet. Die Aufgabe dieser Familie ist es, ihm die Welt zu zeigen und ihm zu helfen, sich in jeder Situation gut zu benehmen.

Leben eines Blindenhundes - Welpe

Am ersten Geburtstag des Welpen kehrt er in den Verein zurück. Bis dahin hat er gelernt, in einer Familie zu leben, kennt die Straße, weiß, wie man sich mit Menschen und Hunden verhält.

Er weiß auch, wie man sich in einem Restaurant, bei der Arbeit oder in öffentlichen Verkehrsmitteln verhält. Er ist bereit, seine Ausbildung zu erhalten.

Ausbildung

Zurück im Verein, beginnt seine Ausbildung. Ein Team von Profis wird ihm Dinge beibringen, die für einen Hund sehr schwierig sind: beispielsweise das sichere Überqueren der Straße, Ablenkungen (wie das Grüßen anderer Hunde) zu vermeiden, oder das gerade Laufen.

Sie lernen auch, Stufen und Treppen zu identifizieren und ihren Besitzern zu helfen, gefährliche Stellen, wie niedrige Äste oder Markisen gegen die sie laufen könnten, zu umgehen.

Die Aufgabe dieses Hundes ist es, seinem Besitzer zu helfen, sich sicher außerhalb des Hauses zu bewegen.

All diese Fähigkeiten werden im Laufe eines Jahres vermittelt. Wenn der Hund zwei Jahre alt ist, ist er bereit zu seinem neuen Herrchen oder Frauchen nach Hause zu gehen.

Leben eines Blindenhundes - auf der Strasse

Während des Trainings kann sich herausstellen, dass ein Hund nicht für diesen Job geeignet ist. Vielleicht kann er sich nicht konzentrieren oder lernt nicht so schnell, wie er sollte. In diesen Fällen wird das Tier zur Adoption freigegeben.

Das Leben als erwachsener Blindenhund

Nach dem Abschluss der Ausbildung wird eine Person ausgewählt, die die Hilfe eines solchen Hundes angefordert hat. Dann beginnt eine Anpassungszeit, in der das neue Herrchen oder Frauchen lernen muss, den Hund richtig zu interpretieren.

Dann ist der Blindenführhund bereit, in sein neues Heim zu gehen. Der Hund bleibt normalerweise Eigentum des Verbandes, der ihn ausgebildet hat, die Kosten für die tierärztlichen Besuche und die Fütterung übernimmt.

Der Verband wird sich um das Wohlergehen und die Gesundheit dieses Hundes kümmern, bis sein Arbeitsleben endet.

Der Blindenhund arbeitet 24 Stunden am Tag und hat keine Pause, denn er wird im und außerhalb des Hauses benötigt.

Leben eines Blindenhundes - Im Park

Blindenhunde arbeiten bis sie zwischen 10 und 12 Jahre alt sind. Sie können jedoch aus gesundheitlichen Gründen auch vorzeitig in Rente gehen. Dies ist nur ein Richtwert und die Entscheidung wird immer für jeden spezifischen Fall getroffen.

Wenn sie dieses Alter erreicht haben, ist ihre Zukunft entschieden. Sie können von ihrem Herrchen oder Frauchen oder auch von einer anderen Familie adoptiert werden. 

Auf jeden Fall hören sie auf zu arbeiten und fangen an, sich wie Haustiere zu verhalten und als Haustiere zu leben.

Kontroverse

Das Training und das Leben eines Blindenhundes wurde von vielen Hundeausbildern und Trainern in Frage gestellt. Darüber hinaus werden technologische Alternativen entwickelt, um diese Hunde durch Maschinen zu ersetzen.

Auf der einen Seite wurden die Trainingsmethoden dieser Hunde stark kritisiert. Während die Institutionen, die sie ausbilden, behaupten, sie respektvoll und artgerecht zu trainieren, kommen manchmal auch gegenteilige Nachrichten an den Tag. 

Leben eines Blindenhundes - im Schnee

Auf der anderen Seite wurde in Frage gestellt, ob ein Hund glücklich sein kann, wenn er 24 Stunden am Tag für den größten Teil seines Lebens arbeitet.

Sie werden mit anderen Arbeitshunden verglichen. Polizeihunde oder Schauspieler arbeiten ein paar Stunden pro Woche und haben volle Ruhetage.

Die Anforderungen, die an Blindenhunde gestellt werden, lassen sie ihre grundlegenden Instinkte leugnen, wie z. B. auf der Straße zu schnüffeln, die Ecken zu markieren oder andere Hunde zu begrüßen.

Menschen, die pensionierte Blindenhunden adoptiert haben, versichern, dass sie die Tiere mit großen physischen und psychischen Schäden erhalten haben.

Blindenhunde sind ein wichtiges Hilfsmittel für viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Sie helfen ihnen für Streicheleinheiten oder ein paar Worte der Anerkennung. Trotzdem gibt es Menschen, die gegen ihre Trainingsmethoden und das Leben, das sie erwartet, sind.