Was sind ernährungsbedingte Aggressionen bei Hunden?

28 Juli, 2020
Ernährungsbedingte Aggressionen bei Hunden hängen mit ihrem Überlebensinstinkt zusammen. Obwohl es sich auch um ein dominantes Verhalten handeln könnte, entstehen sie in der Regel aus Ängsten. Erfahre heute mehr zu diesem Thema.
 

Wenn Hunde aggressiv werden, um ihr Futter zu verteidigen, kann sich daraus ein ernsthaftes Problem entwickeln. In dieser Situation besteht das Risiko, dass andere Hunde oder Menschen gebissen werden. Darüber hinaus können sich ernährungsbedingte Aggressionen bei Hunden im Laufe der Zeit intensivieren. Dies kann dazu führen, dass dein Hund letztendlich sehr besitzergreifend wird.

Es ist völlig normal, dass Hunde sich in Bezug auf ihren Besitz schützend verhalten. Wilde Tiere, die ihre wertvollen Ressourcen wie Nahrung, Partner und ihr Territorium schützen, haben in der Natur bessere Überlebenschancen.

Allerdings ist dieses Verhalten, Nahrungsmittel und andere Besitztümer zu verteidigen, bei Haustieren nicht wirklich wünschenswert.

Daher wollen wir dir heute sagen, wie du ernährungsbedingte Aggressionen bei deinem Hund feststellen und was du dagegen unternehmen kannst.

Wie kannst du ernährungsbedingte Aggressionen bei Hunden feststellen?

Ernährungsbedingte Aggressionen sind Verhaltensweisen, durch die Hunde ihre Ressourcen beschützen. Sie äußern sich beispielsweise darin, dass einige Hunde während des Fressens defensiv werden und Drohgebärden zeigen, um Außenstehende auf Abstand zu halten.

Dieses Verhalten kann sich gegen andere Tiere und/oder Menschen richten. Wenn ein Hund leicht knurrt oder seine Zähne fletscht, dann wird dies als leichte oder milde Aggression angesehen. Mäßige ernährungsbedingte Aggressionen sind solche, bei denen Hunde ihren Körper einsetzen, um andere von ihrem Futter fernzuhalten. Allerdings gibt es auch ernsthafte Fälle, wenn Hunde all diejenigen beißen, die sie als Bedrohung empfinden.

ernährungsbedingte Aggressionen - Hund verteidigt Knochen

Ernährungsbedingte Aggressionen: Welche Ursachen haben sie?

Obwohl die Annahme nahe liegend ist, dass ernährungsbedingte Aggressionen ein Dominanzverhalten von Hunden sind, ist dies tatsächlich nicht immer der Fall. Denn die Hauptursache ist der Wettstreit um Futter mit anderen Familienmitgliedern.

Häufig sind in einem Wurf ein oder zwei Welpen, die den Futternapf dominieren und aggressives Verhalten einsetzen, um dies zu erreichen. Jeder Welpe, der jünger als 16 Wochen ist, und ein schützendes Verhalten in Bezug auf Futter zeigt, sollte von einem Tierarzt untersucht werden. Denn dies ist ein frühes Warnsignal für die Entwicklung aggressiver Verhaltensweisen.

Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die für Hunde wichtig sind

Obwohl viele Hunde Futter lediglich horten, gibt es einige Hunde, die auch in Bezug auf Knochen und Spielzeug ein sehr besitzergreifendes Verhalten zeigen. Andere horten Gegenstände, die sie „gestohlen“ haben, wie beispielsweise Trockenfutterpackungen aus dem Abfall, Socken usw. 

In einigen Fällen zeigen Hunde dieses besitzergreifende Verhalten nur in Gegenwart bestimmter Menschen – normalerweise fremder Personen. Allerdings gibt es auch die Hunde, die ihren Besitz vor jedem menschlichen Lebewesen verteidigen und beschützen.

Wie erkennst du, ob Aggressionen bei deinem Hund mit der Ernährung zusammenhängen?

Zuerst einmal solltest du die Körpersprache deines Hundes beim Fressen beobachten. Möglicherweise kannst du bemerken, dass sich der Körper des Tieres versteift und sein Kopf sich sehr nahe am Futternapf befindet.

Darüber hinaus könnte es sein, dass du das Weiße in den Augen deines Hundes sehen kannst. Vielleicht sind seine Ohren angelegt, sein Schwanz hängt herunter und sein Fell ist aufgestellt. Entweder du siehst all diese Anzeichen oder nur einzelne. Wie wir bereits erwähnt haben, könnte er auch knurren, schubsen oder schlimmstenfalls beißen.

ernährungsbedingte Aggressionen - Hund verteidigt Futternapf

Ist es möglich, ernährungsbedingte Aggressionen bei Hunden in den Griff zu bekommen?

Der erste Schritt besteht darin, dass du das Verhalten deines Hundes insgesamt bewertest. Verhält er sich nur in Bezug auf sein Futter besitzergreifend oder erstreckt sich dies auch auf sein Lieblingsspielzeug, seinen Schlafplatz und vielleicht auch auf andere Mitglieder des Haushalts?

Wenn dieses Verhalten sich nicht nur auf das Futter beschränkt, dann weißt du, dass dein Hund grundsätzlich seine Ressourcen beschützt. Es ist sehr wichtig, dass du die Situation und die Beweggründe deines Hundes verstehst.

Bewerte das Selbstvertrauen und das allgemeine Verhalten deines Hundes

Wenn dein Hund von Natur aus dominant ist, dann solltest du dafür sorgen, dass er dich als „Rudelführer“ akzeptiert. Dies muss auf ruhige und bestimmte Art und Weise erfolgen. Und wenn dein Hund schüchtern oder ängstlich ist, solltest du sein Selbstvertrauen stärken. Darüber hinaus ist es wichtig, dass du ihm beibringst, dass sein Futter auch in Gegenwart von Menschen sicher ist.

Außerdem ist es wichtig zu bewerten, ob die ernährungsbedingte Aggression leicht, moderat oder ernsthaft ist. Wenn die Aggressionen schwerwiegend sind, solltest du einen Fachmann aufsuchen, um mit ihm die erforderlichen Maßnahmen zu besprechen.

Einfache Techniken, um aggressives Verhalten von Hunden zu verändern

Füttere deinen Hund stetst zu gleichen Zeit. Manchen Hunde entwickeln ernährungsbedingte Aggressionen, weil sie nicht wissen, wann sie die nächste Mahlzeit erhalten. Wenn dies bei deinem Hund der Fall ist, dann wirst du ihm durch feste Fütterungszeiten viel Erleichterung verschaffen. Achte darauf, dass du dich jeden Tag daran hältst.

Hunde verfügen über eine ausgezeichnete innere Uhr. Daher ist es ziemlich einfach für sie zu wissen, wann es Zeit zum Aufstehen oder Spaziergengehen ist, wann du nach Hause kommst usw. Das ist auch der Grund, warum pünktliche Fütterung deinem Tier helfen wird, seine Ängste zu überwinden.

 
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