Wann braucht dein Haustier einen Tierpsychologen?

24 September, 2018
Haustiere sind Lebewesen und haben Gefühle. Deswegen kann es manchmal zu Verhaltensweisen wie Lustlosigkeit, Appetitverlust und sogar Ängsten und Aggressivität kommen.

Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass Haustiere ebenfalls emotionale Bedürfnisse haben. Abgesehen von Ernährung, Zufluchtsort und Impfungen, brauchen sie auch geistige Ausgeglichenheit. Deswegen ist es so wichtig zu wissen, ob und wann dein Haustier die Unterstützung eines Tierpsychologen braucht.

Unsere Tiere sind auch soziale Wesen. Sie sind ein aktiver Teil der Familie, erkennen die Rolle jedes Familienmitglieds und fügen sich in diese Gruppe ein.
Wenn sich etwas in dieser Struktur ihres Umfelds verändert, so kann das die Tiere aus dem seelischen Gleichgewicht bringen.

Genau wie Menschen sind auch Tiere keine großen Fans von Veränderung.

Deswegen können Tierpsychologen unseren Vierbeinern wieder auf die Pfoten helfen.

Des Weiteren haben auch Tiere ein Gedächtnis und sogar vergangene Traumata, die nicht gelöst wurden, können ihre heutigen Reaktionen beeinflussen.

Symptome, die verraten, dass dein Tier einen Tierpsychologen braucht

Viele Experten sind sich einig, dass es bestimmte Verhaltensveränderungen gibt, die Anzeichen für Sorgen sind. 

Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren sich oft im Verhalten des Tieres zeigen, dann sollte man darauf eingehen.

Wenn das Verhalten mehrere Tage anhält, so ist das ein Zeichen dafür, dass unser vierbeiniger Mitbewohner einen Tierpsychologen braucht.

  • Lustlosigkeit oder Trägheit. Wenn das Tier den ganzen Tag lustlos herumliegt, sich distanziert und kein Interesse an Spielen oder sonstigen Aktivitäten zeigt, die ihm eigentlich gut gefallen. Die Tiere wirken traurig und müde.
  • Appetitlosigkeit. Das Tier frisst gar nichts oder probiert nur ein paar Happen. Man sollte es natürlich zuerst mit anderem Futtermittel versuchen, um sicher zu gehen, dass es sich nicht nur um eine Frage des Geschmacks handelt.
  • Maßlose Erregung. Wenn unser vierpfotiger Freund sich wegen ein paar Streicheleinheiten oder Lärm auf der Straße gar nicht mehr einbekommt. Er bellt wie verrückt, knurrt oder wird aggressiv. Diese Reaktionen zeigen Angst und Nervosität, die sich der Tierhalter einfach nicht erklären kann.
  • Der Hund zerstört Gegenstände, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Du kommst nach Hause und findest zerrupfte Kissen oder angeknabberte Möbel vor. Dein Haustier hatte wohl in deiner Abwesenheit eine Krise und zerstörte deswegen alles, was dir am liebsten ist.
  • Ungewohntes Ausbüchsen. Das Tier beginnt, sich zu verstecken oder bei verschiedenen Gelegenheiten wegzurennen. Aus irgendeinem Grund hat es keine innere Ruhe und möchte nicht in seinem Heim bleiben. Abgesehen von der üblichen Pflege und Sorge gibt es etwas, das dem Tier Schaden zufügt.
 
Hund zerknabbert Möbel

Ursachen, warum dein Haustier einen Tierpsychologen benötigt

Es kann aus verschiedenen Gründen zu seelischer Unausgeglichenheit kommen. Sie scheinen vielleicht unwichtig für den Menschen, doch das macht es nur schwieriger zu wissen, ob das Tier nun einen Tierpsychologen benötigt oder nicht.

  • Haustiere haben für gewöhnlich ein starkes Zugehörigkeitsbewusstsein. Sie denken, dass sie die Herrscher ihres Umfelds sind, auch die ihrer Besitzer. Wenn also ein neues Haustier dazu kommt, ein Baby geboren wird oder ein neuer Mitbewohner einzieht, dann kann das ein tiefer Schlag für den Stolz und die Unabhängigkeit des Tieres sein.
  • Umzug. Ein Umzug kann ganz schön stressig für Menschen und ebenso für Haustiere sein. Ihr Umfeld verändert sich, sie vermissen ihr altes Zuhause, die Gerüche und Geräusche. Es handelt sich hierbei um einen Anpassungsprozess, für den man in manchen Fällen die Hilfe eines Tierpsychologen braucht.
  • Trennungen. Wenn das Tier nicht so viel Zeit wie gewohnt mit seinem Besitzer verbringen kann, dann spiegelt sich das auch in seinem seelischen Gleichgewicht wieder. Mehr Zeit im Büro, Reisen oder sogar Tod sind Situationen, die durchaus vorkommen können. Das Tier kann die Gründe der Abwesenheit nicht verstehen und leidet deswegen oft unter Verhaltensveränderungen.
  • Alte Traumata. Unfälle, Unterwerfung oder Schläge traumatisieren das Tier. Das geschieht in seinem Geist und zeigt sich, wenn man es am wenigsten erwartet. Besonders bei adoptierten Hunden, deren Vorgeschichte man nicht kennt, ist dies am üblichsten. Vielleicht haben sie jetzt zwar ein gutes Zuhause, doch sie zeigen plötzlich seltsame oder auch aggressive Reaktionen, mit denen man nicht rechnet. In diesen Fällen gibt es keinen Zweifel: die Fellnase braucht einen Tierpsychologen.
 
Bei Depressionen besser den Tierpsychologen aufsuchen

Das Tier zu einem Psychologen bringen?

Das ist ein Zweifel, den viele Menschen haben.

Es gibt zwar Gesellschaften, wo dies schon als natürlich und notwendig angesehen wird, doch andere Leute haben da viele Vorurteile. 

Sie glauben, dass ein Tierarzt oder sie selbst das Problem lösen können.

In Wahrheit sind alle Personen, die mit dem Tier zu tun haben, wichtig für seine geistige Gesundheit.

Es handelt sich hierbei wirklich um eine Gruppenarbeit. Der Tierarzt hat ein bestimmtes Wissen und kann eine zusätzliche Meinung zum Tierpsychologen abgeben. 

Die Besitzer müssen ihr Tier selbstverständlich zu den Terminen begleiten. Danach ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, Geduld und viel Liebe.