Atopische Dermatitis bei Hunden: Behandlungsmöglichkeiten

13 September, 2020
Die Behandlungen für atopische Dermatitis bei Hunden sind normalerweise nicht darauf ausgelegt, die Erkrankung zu heilen. Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk auf der Linderung von Symptomen oder der Heilung sekundärer Erkrankungen.
 

Allergische Dermatitis oder atopische Dermatitis bei Hunden ist eine entzündliche Erkrankung, die starken Juckreiz verursacht. Genetische Faktoren spielen häufig eine wichtige Rolle. Heute leiden etwa 10% der Hunde an dieser Art von Dermatitis, obwohl diese Zahl stetig ansteigt. Außerdem können auch Menschen an dieser Erkrankung leiden.

Atopische Dermatitis entwickelt sich häufiger infolge eines Anstiegs von Immunglobulin E (IgE) als durch den Kontakt mit Umweltallergenen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Immunfaktoren, die mit dieser Erkrankung in Zusammenhang stehen. Außerdem kann diese Form der Dermatitis zu einer Vielzahl sekundärer Erkrankungen führen. Daher stehen auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Behandlung von Infektionen

Atopische Dermatitis bei Hunden kann Sekundärinfektionen der geschädigten Haut verursachen. Die Haut ist von Natur aus mit einer Bakterienflora bedeckt, die verhindert, dass sich schädliche Krankheitserreger auf der Haut ansiedeln. Wenn das Gewebe angegriffen ist, können sich schädliche Bakterien vermehren, die dann ernsthafte Hauterkrankungen wie Staphylokokken und einen Pilz namens Malassezia verursachen.

Diese Infektionen werden mit oral oder topisch verabreichten Breitbandantibiotika behandelt. Darüber hinaus sind antimykotische Behandlungen zur Bekämpfung von Pilzen erforderlich.

Behandlung von Flohallergie-Dermatitis

Hunde, die an atopischer Dermatitis leiden, neigen häufiger dazu, auch eine Flohallergie-Dermatitis zu entwickeln. Daher solltest deinen Hund zuerst einmal gegen Parasiten behandeln. Nutze dazu ein Mittel von einem vertrauenswürdigen Hersteller, um alle Parasiten zu beseitigen.

 
atopische Dermatitis - bei Hunden

Atopische Dermatitis behandeln: Die Ernährung

In vielen Fällen ist das Allergen ein bestimmtes Nahrungsmittel oder eine spezielle Zutat im Hundefutter. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund allergisch auf sein Futter reagiert, musst du ihn auf eine Eliminationsdiät setzen, um herauszufinden, wogegen er genau allergisch ist.

Darüber hinaus kann auch ein hypoallergenes Hundefutter in dieser Situation sehr hilfreich sein. Allerdings werden diese Allergien in der Regel durch hochverarbeitete Nahrungsmittel verursacht, die häufig Zutaten enthalten, die nicht auf der Verpackung deklariert sind. Daher ist es das Beste, wenn du bei der Eliminationsdiät auf 100% natürliche Produkte zurückgreifst.

Behandlung von seborrhoischer Keratose

Seborrhoische Keratose ist eine Keratinisierungsstörung. Die Talgdrüsen produzieren übermäßig viel Talg, der die Drüsen verstopft und trockene, schuppige Haut verursacht. Hierbei handelt es sich um ein häufiges Symptom allergischer Dermatitis bei Hunden, insbesondere in chronischen Fällen. Die Behandlung umfasst die orale Gabe von Fettsäure-Ergänzungspräparaten und die Verwendung medizinischer Shampoos.

 

Behandlung von Otitis externa

Otitis externa ist eine der häufigsten Sekundärerkrankungen, die durch allergische Dermatitis bei Hunden verursacht werden. Sie äußert sich normalerweise als Entzündung des äußeren Gehörgangs und des Außenohrs. Darüber hinaus kann das Tier bakterielle und Pilzinfektionen entwickeln. Außerdem können übermäßige Sekrete aus dem Ohr zu einer chronischen Otitis führen.

atopische Dermatitis - Hundeohr

Atopische Dermatitis: Behandlungsoptionen

Der erste Schritt besteht darin, dafür zu sorgen, dass der Hund nicht mit der allergieauslösenden Substanz in Berührung kommt. Daher wird der Tierarzt einen intradermalen Allergietest durchführen, um die Substanzen zu identifizieren, auf die die Haut reagiert. Da Hunde häufig auf Hausstaubmilben allergisch sind, empfehlen Experten, das Haus mit einem akariziden Staubsauger zu reinigen und alle Stoffe zu entfernen, die Milben anziehen könnten.

Alternativ gibt es auch immuntherapeutische Behandlungen. Diese Medikamente reduzieren die Immunantwort des Körpers und kontrollieren unter anderem die T-Lymphozyten und E-Immunglobulin.

Atopische Dermatitis bei Hunden mit Glukokortikoiden behandeln

 

Kortikosteroide sind Medikamente, die die Symptome atopischer Dermatitis bei Hunden sehr wirksam beseitigen können. Allerdings heilen sie nicht die Erkrankung an sich, sondern beseitigen lediglich die Symptome. Infolgedessen wird dein Hund nicht mehr an schmerzhaftem Juckreiz oder Hautschwellungen leiden und das Auftreten sekundärer Erkrankungen wird verhindert. Dennoch sind diese Medikamente keine langfristige Lösung, daher ist es wichtig, nach alternativen Therapieformen zu suchen.

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