Veterinärmedizinische Notfälle während der Ausgangssperre

20 Mai, 2020
Viele Tierhalter fragen sich, wie sich sich verhalten sollen, wenn während der Quarantäne oder Ausgangssperre veterinärmedizinische Notfälle bei ihren Haustieren auftreten. Glücklicherweise haben die meisten Länder diese Fragestellung bereits geregelt. Der Besuch beim Tierarzt ist erlaubt, solange es die jeweilige Situation erfordert.

Veterinärmedizinische Notfälle treten meistens dann auf, wenn man sie am wenigsten erwartet. Grundsätzlich können sie jedoch immer und in jeder Situation entstehen. Wenn du Haustiere hast, dann solltest du stets auch auf diese Situationen vorbereitet sein.

Besonders in der momentanen Situation solltest du wissen, welche Verhaltensrichtlinien es gibt, um mögliche Strafen oder Gesetzesverstöße zu vermeiden.

In unserem heutigen Artikel werden wir dir einige Informationen zu diesem Thema und einige nützliche Hinweise geben. Natürlich ersetzen diese Tipps aber nicht die fachkundigen Empfehlungen, die ein Tierarzt im Einzelfall geben wird.

Während der Ausgangssperre ist es dir erlaubt, mit deinem Hund spazieren zu gehen. Darüber hinaus ist es dir ebenfalls möglich, mit deinem Tier einen Tierarzt aufzusuchen, wenn dieser Besuch erforderlich ist. Allerdings gibt es viele Situationen, in denen die Entscheidung nicht ganz einfach ist, ob es sich um veterinärmedizinische Notfälle handelt oder nicht. In jedem Fall solltest du dich regelmäßig darüber informieren, welche behördlichen Anweisungen veröffentlicht werden. Diese können sich von Land zu Land unterscheiden.

Veterinärmedizinische Notfälle während der Ausgangssperre

Das Klassifizierungssystem, das der Priorisierung medizinischer Hilfeleistung je nach Schweregrad der vorliegenden Erkrankung dient, wird Triage genannt. Dieses System hat sich als sehr effektiv erwiesen und hilft dabei, die Fälle zu priorisieren, bei denen das Leben eines Patienten direkt und unmittelbar bedroht ist. Auch Tierärzte nutzen dieses System, um sicherzustellen, dass zuerst die am stärksten gefährdeten Tiere behandelt werden.

Veterinärmedizinische Notfälle - Katze

Wenn du beispielsweise aufgrund von Rückenschmerzen auf eine medizinische Notfallversorgung wartest, dann kann es sein, dass du viele Stunden im Wartezimmer verbringen musst. Obwohl diese Situation sicherlich anstrengend für dich sein mag, gibt es dennoch einen guten Grund für diese Wartezeit.

Die Triage unterteilt Patienten auf Grundlage dieser Kriterien in 5 Kategorien:

5. Nicht dringend: In diesem Fall ist das Leben des Patienten nicht in Gefahr und das gesundheitliche Problem ist geringfügig. Beispielsweise Muskelschmerzen.

4. Weniger dringend: Momentan besteht keine Lebensgefahr für den Patienten. Dies kann beispielsweise bei einer Gastroenteritis der Fall sein.

3. Dringend: Der Patient hat eine schwerwiegende Erkrankung oder Verletzung, die eine Notfallversorgung erfordert. Allerdings sind die Vitalfunktionen stabil. Beispielsweise ein Knochenbruch.

2. Notfall: In diesem Fall muss der Patient stabilisiert werden, weil sein Gesundheitszustand kritisch ist. Wenn ein Patient beispielsweise starke Blutungen aufgrund einer tiefen Schnittverletzung erleidet.

1. Reanimation: Da in diesen Fällen keine Vitalfunktionen mehr vorhanden sind, haben sie absolute Priorität. Dies ist beispielsweise bei einem Herzinfarkt der Fall.

Im weitesten Sinne ist dies das Klassifikationssystem für den Gesundheitszustand von Patienten. Je nach Grad der Akuität der Verletzung oder Erkrankung wird darüber entschieden, wann und wie dringend der jeweilige Patient behandelt werden muss.

Welche Kategorien sind veterinärmedizinische Notfälle?

Grundsätzlich gelten Fälle, die in Kategorie 1, 2 und 3 fallen, als veterinärmedizinische Notfälle. Allerdings kann es in manchen Situationen auch vorkommen, dass Tiere, die in die Kategorie 4 fallen, dennoch dringende medizinische Versorgung benötigen.

Darüber hinaus benötigen Fälle der Kategorie 5 keine Notfallversorgung. Daher werden diese Fälle auch nicht als veterinärmedizinische Notfälle während der Ausgangssperre angesehen. Allerdings kann es sein, dass ein Tierarzt die Situation im Einzelfall anders beurteilt. Daher ist es wichtig zu wissen, dass Tierärzte diese Richtlinien befolgen und als Grundlage für ihre Behandlungen heranziehen.

Außerdem solltest du in jedem Fall deinen Tierarzt kontaktieren und dich im Einzelfall beraten lassen. Er wird dir alle erforderlichen Informationen geben können.

Veterinärmedizinische Notfälle während der Ausgangssperre: Wann solltest du einen Tierarzt aufsuchen?

Für Tierhalter kann es in manchen Situationen sehr schwierig sein, zu entscheiden, ob sich der geliebte Vierbeiner tatsächlich in Gefahr befindet oder nicht. Wenn du Zweifel hast, solltest du in jedem Fall deinen Tierarzt kontaktieren. Dieser wird, aufgrund der Informationen, die du ihm über den Gesundheitszustand deines Tieres gibst, entscheiden, ob dein Tier eine Behandlung benötigt oder nicht.

Nachfolgend werden wir einige Situationen nennen, die während der Isolation auftreten könnten und dir sagen, ob dies veterinärmedizinische Notfälle sind oder nicht.

Situationen, die nicht als Notfälle gelten

Grundsätzlich sind verschiedene Hauterkrankungen wie Alopezie oder Komedonen (Mitesser und Pickel) keine besorgniserregenden Zustände. Sie treten bei Tieren relativ häufig auf und stellen kein ernsthaftes gesundheitliches Problem dar.

Darüber hinaus sind auch Husten und Niesen sowie leichtere Atembeschwerden bei Tieren normalerweise keine ernsthaften Erkrankungen. So lange diese Symptome nicht für längere Zeit andauern, werden sie nicht als veterinärmedizinische Notfälle angesehen.

Durchfall wird während der Quarantäne zu einem häufiger auftretenden Problem. Vielleicht liegt dies daran, dass wir mehr Zeit zuhause verbringen und dazu neigen, uns und unseren Haustieren mit verschiedenen Snacks und Leckereien die Zeit zu vertreiben.

Wenn dein Haustier an Durchfall leidet, dann wird sich dieser bei entsprechender Pflege nach einigen Tagen von selber regulieren und wieder abklingen. Daher ist auch diese Situation normalerweise kein Grund zur Besorgnis. Allerdings solltest du besonders bei älteren Hunden, Welpen und Hunden mit Vorerkrankungen achtsam sein und deinen Tierarzt konsultieren, wenn der Durchfall für mehrere Tage anhält.

Situationen, die eine tierärztliche Behandlung erfordern

Veterinärmedizinische Notfälle - Hund

Zu den Situationen, die eine tierärztliche Behandlung erforderlich machen, zählen alle Umstände, die ein echtes Risiko für Haustiere darstellen. Dazu gehören unter anderem:

  • Schwere gastrointestinale Erkrankungen: Wenn dein Tier Durchfall hat, der mehrere Tage andauert oder Durchfall in Verbindung mit Erbrechen auftritt, dann solltest du dringend einen Tierarzt aufsuchen.
  • Unfälle: Wenn dein Tier einen Unfall hatte, solltest du ebenfalls einen Tierarzt konsultieren. Kleinere Schnittverletzungen sollten untersucht und desinfiziert werden. Darüber hinaus sollte der Tierarzt deinen vierbeinigen Freund auch gegen Tetanus impfen.
  • Dein Tier hat einen Gegenstand verschluckt oder eine giftige Substanz gefressen: Aufgrund der momentan eingeschränkten körperlichen Aktivität können einige Tiere als Reaktion auf den damit verbundenen Stress seltsame Verhaltensweisen entwickeln. Dies kann unter anderem dazu führen, dass sie Dinge und Objekte fressen, die nicht für den Verzehr geeignet oder schädlich sind.
  • Ohnmacht: Auch wenn dein Tier nur für einen kurzen Moment ohnmächtig oder bewusstlos ist, solltest du unbedingt einen Tierarzt konsultieren. Der Arzt wird deinen vierbeinigen Freund gründlich untersuchen und anschließend die erforderliche Behandlung einleiten.
  • Fieber/Verschlechterung des Zustandes: Wenn sich der Gesundheitszustand deines Tieres verschlechtert oder du bemerkst, dass es Fieber hat, solltest du dich an deinen Tierarzt wenden. Besonders dann, wenn dein Tier mehr als einen Tag Fieber hat.

Dies sind einige der häufigsten Situationen, die auftreten können, während du mit deinen vierbeinigen Freunden zuhause bist. Allerdings ist diese Auflistung nicht vollständig.

Zusammenfassend möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass du in Situationen, in denen du dir über den Gesundheitszustand deines Tieres Sorgen machst, deinen Tierarzt telefonisch kontaktieren solltest. Er wird dann entscheiden, ob du mit deinem Haustier in die Praxis kommen musst und dir sagen, wie du dich verhalten solltest.