Narkose bei Haustieren

13 Januar, 2019
Mit Narkose kann man die Schmerzen der Tiere bei operativen Eingriffen erleichtern. Welche Narkosemethoden gibt es, wann und wie werden sie angewendet?

Auch bei Tieren ist bei verschiedneen chirurgischen Eingriffen eine Narkose erforderlich, um sie ruhig zu stellen und Schmerzen zu verhindern. Sie wird auch bei verschiedenen Untersuchungen verwendet. Zum Beispiel für Röntgenaufnahmen und Endoskopien.

Die Anwendung der Narkose ist für jedes Tier unterschiedlich. Dies hängt von Faktoren wie Spezies, Alter, Gewicht, Größe, Rasse und vorherige Krankheiten ab.

Vor der Narkose

Vor dem Verabreichen jeglicher Art von Medikamenten führt man eine Reihe von Untersuchungen durch, um die anzuwendende Methode zu bestimmen.

Darüber hinaus muss man sicherstellen, dass sich der Organismus des Haustieres in einem optimalen Zustand befindet.

Denk daran, dass es Tiere gibt, die man nicht betäuben sollte.

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Um die notwendigen Informationen vor der Narkose zu erhalten, führt man folgende Untersuchungen durch:

  • komplette Blutanalyse
  • Elektrokardiogramm
  • vollständige und genaue körperliche Untersuchung
Örtliche Narkose

Narkosemethoden bei Haustieren

Grundsätzlich gibt es zwei Narkosemethoden bei Tieren:

Lokale Narkose

Lokalanästhetika sind Wirkstoffe, die Schmerzen lindern, wenn sie in angemessener Konzentration auf das Nervengewebe aufgetragen werden. Es ist die Narkose, die am wenigsten benutzt wird.

Diese beruhigende Wirkung wird erreicht, indem das Senden eines empfindlichen Nervenimpulses vom Empfänger zur Großhirnrinde behindert wird. Man wendet diese Methode lokal bei bestimmten Operationen an. 

Die Wirkstoffe für die Lokalanästhesie gelangen zuerst in den Blutkreislauf und werden nach einer bestimmten Zeit vollständig vernichtet. Im Gegensatz zur Vollnarkose beeinflussen sie das Bewusstsein nicht.

Die Wirkung dieser Anästhesie ist vorübergehend, obwohl einige Risiken bestehen können. Risikofaktoren sind zum Beispiel: Alter, Säure-Basen-Haushalt, Hepatitis, Zirrhose und Unterernährung.

Vollnarkose

Diese Art der Anästhesie wird am häufigsten eingesetzt. Die Wirkungen sind:

  • Die Hypnose führt zum Bewusstseinsverlust.
  • Analgesie ist der Verlust der Empfindsamkeit. Dadurch fühlt man keinen Schmerz.
  • Die Muskelentspannung entsteht durch den Beweglichkeitsverlust.
  • Durch den Reflexverlust werden keine unwillkürlichen Bewegungen ausgeführt. 
  • Die Amnesie bewirkt, dass sich das Tier nicht an die Operation erinnert.

Es ist zu beachten, dass man diese Form der Narkose auf nüchternem Magen anwendet. Je schmerzhafter der Eingriff, desto tiefer muss die Narkose sein. So kann der Tierarzt in Ruhe operieren, ohne dass sich das Tier bewegt.

Vollnarkose verwendet man für bestimmte wichtige Eingriffe: Beispielsweise Kastration oder Sterilisation, Frakturen, Notfalloperationen, schwere Wundheilungen und auch bei Zahnproblemen.

Im Allgemeinen sind die Risiken der Narkose für Haustiere gering. In manchen Fällen muss man jedoch abwägen, ob die Gefahren nicht größer als der Nutzen des chirurgischen Eingriffs sind.

Vollnarkose bei Hunden

Phasen der Vollnarkose bei Tieren

Phase 1: Prämedikation

Sie besteht aus der Verabreichung von Medikamenten zur Muskelentspannung des Tieres, damit es keinen Schmerz verspürt. Du solltest während dieser Prämedikation dabei sein, damit sich das Tier beruhigen und Stress reduzieren kann.

Dadurch sind nachfolgend geringere Dosen an Medikamenten notwendig. Außerdem wird die Erholungsphase erlichtert.

Phase 2: Narkoseinduktion

In dieser Phase wird eine Sonde eingeführt, die während des gesamten Verfahrens bleibt und die intravenöse Wirkstoffanwendung ermöglicht. Das Tier schläft vollständig ein. Das erleichtert die endotracheale Intubation, durch die Anästhesiegase und Sauerstoff verabreicht werden.

Man verwendet normalerweise auch eine Maske, die die notwendigen Gase zuführt. Diese Maske ist transparent, damit die Atemwege sichtbar bleiben.

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Phase 3: Aufrechterhaltung

In dieser Phase führt man den chirurgischen Eingriff durch, der wichtigste Moment. Narkosegase und Sauerstoff werden während des gesamten Vorgangs weiter zugeführt, da sie das Tier im Schlaf halten.

Phase 4: Ausleitung

In der letzten Phase stoppt man die Zufuhr der Narkosegase und führt nur noch Sauerstoff zu. Die Hohlsonde wird sorgfältig herausgezogen und man wartet, bis das Tier aufwacht. Denk daran, dass es nicht ratsam ist, das Haustier alleine zu lassen. Es muss ständig überwacht werden.