Die chemische Kastration bei Hunden: Was ist das?

22 November, 2020
Für Hunde, die aufgrund einer Krankheit nicht operiert werden können, stellt die chemische Kastration eine gute Alternative dar. Erfahre im Folgenden mehr zu diesem Thema.

Die chirurgische Sterilisation ist die sicherste und effektivste Methode, um die Fortpflanzung von Hunden zu kontrollieren und anderen Krankheiten vorzubeugen. Die chemische Kastration bei Hunden gewinnt jedoch zunehmend an Beliebtheit, vor allem um eine Überbevölkerung streunender Hunde zu vermeiden.

Schätzungen zufolge streifen 75% der Hundepopulation frei umher und vermehren sich unkontrolliert. Dies kann jedoch zu ernsthaften Problemen führen; streunende Hund können beispielsweise Krankheiten übertragen, Menschen angreifen oder sogar Verkehrsunfälle verursachen.

Zu den gängigen Methoden der chemischen Kastration gehören Hormonpräparate, Immunkontrazeptiva und anorganische sterilisierende Chemikalien. Alle haben das gleiche Ziel: die Fortpflanzung von Tieren zu verhindern. In einigen Ländern, in denen die chirurgische Kastration nicht zulässig ist, ist eine chemische Kastration daher eine gute Alternative.

Die chemische Kastration bei Hunden durch hormonelle Methoden

Die hormonelle Regulierung der Fruchtbarkeit bei Tieren beginnt mit einem Hormon, das im Gehirn synthetisiert wird. Es trägt den Namen Gonadoliberin und kontrolliert die Freisetzung von Gonadotropinen. Darüber hinaus ist es aber auch für die Freisetzung von follikelstimulierenden Hormonen (FSH) und luteinisierenden Hormonen (LH) verantwortlich. Diese regulieren die Produktion von Sexualhormonen und letztendlich die Spermatogenese, den Eisprung und das Sexualverhalten.

Die chemische Kastration bei Hunden durch hormonelle Methoden konzentriert sich auf die Verwendung von Wirkstoffen, die Gonadoliberin-Rezeptoren blockieren und somit die Spermienproduktion stoppen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel durch ein Implantat unter der Haut. Dabei wird ein Wirkstoff freigesetzt, der die Wirkung des Gonadoliberin-Hormons verhindert.

Immunkontrazeptive Methode

Bei dieser Methode zur Kastration handelt es sich um einen empfängnisverhütenden Impfstoff. Einige Antikörper spielen eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung. Wenn wir also Antigene verwenden, um diese Antikörper freizusetzen, können wir einen Hund unfruchtbar machen. Dies gilt, solange genügend Antikörper im Blut vorhanden sind.

Die immunkontrazeptive Methode ist ein empfängnisverhütender Impfstoff

Anorganische sterilisierende chemische Methoden

Jede chemische Methode zur Sterilisation von Rüden muss drei Kriterien erfüllen. Erstens muss sie bei allen oder einem hohen Prozentsatz der behandelten Tiere wirksam sein. Zweitens darf sie keine Nebenwirkungen haben und muss sicher sein. Und schließlich muss sie nach der Verabreichung eine dauerhafte und irreversible Wirkung haben.

Mit Arginin neutralisiertes Zinkgluconat

Dies ist eine der Chemikalien, die Tierärzte verwenden, um einen Rüden zu sterilisieren. Sie wird durch eine intravaskuläre Injektion direkt in den Hoden verabreicht.

Dieses Medikament führt zu einer dauerhaften und irreversiblen Fibrose der Samenkanälchen, des Haller-Netzes und des Nebenhodens. Dadurch kommt es zur Sterilisation des Hundes. Die Hormone bleiben bei dieser chemischen Kastration jedoch intakt. Visuell verlieren die Hoden nach einiger Zeit an Größe und verändern ihre Form oder Beschaffenheit.

Kalziumchlorid

Eine der am häufigsten verwendeten chemischen Verbindungen ist Kalziumchlorid. Wie der vorherige Wirkstoff, wird es ebenfalls direkt in den Hoden injiziert. Dies führt zu einer Fibrose, Nekrose und Degeneration der Samenkanälchen, so dass der Hund kein Sperma mehr produziert. 

Dies ist eine äußerst kostengünstige und schmerzfreie Methode, die ein gute Alternative zu teureren Medikamenten darstellen könnte, die in vielen Ländern möglicherweise nicht erhältlich sind.

Hypertonisches Natriumchlorid

Hypertonisches Natriumchlorid stellt eine weitere wirtschaftliche und einfache Alternative zu teureren Wirkstoffen dar. Durch eine intravaskuläre Injektion, verursacht es degenerative Veränderungen in den testikulären Samenkanälchen.

Einige Studien legen nahe, dass diese Methode für junge Hunde besser ist. Gleichzeitig funktioniert diese Methode bei erwachsenen Hunden nicht.

Die chemische Kastration bei Hunden ist mit Vor- und Nachteilen verbunden

Vor- und Nachteile der chemischen Kastration bei Hunden

In mancher Hinsicht kann die chemische Kastration bei Hunden eine großartige Alternative zu einem chirurgischen Eingriff sein. Dennoch gibt es aber auch eine negative Seite. Daher ist es immer am besten, dich an deinen Tierarzt zu wenden, der dir die beste Option für deinen Hund vorschlagen kann.

Die chemische Kastration bei Hunden: Vorteile

  • Es ist ein billiges und einfaches Verfahren.
  • Es ist eine gute Option für Besitzer, die sich Sorgen um eine Operation machen.
  • Tierschutzorganisationen, die Tieren helfen, könnten viele weitere sterilisieren.
  • Da keine Operation erforderlich ist, ist das Risiko von Schmerzen, Stress, Blutungen, Hernien, Infektionen und anderen chirurgische Konsequenzen verringert.
  • In Entwicklungsländern, in denen es keine Sterilisationsmöglichkeiten gibt, ist dies eine gute Alternative.

Die chemische Kastration bei Hunden: Nachteile

  • Es kann zu Nebenwirkungen wie Hodenschmerzen, Schwellungen, Rötungen und Reizungen kommen.
  • Weitere Symptome wie Lethargie oder Durchfall können auftreten.
  • Der Hund produziert weiterhin Sexualhormone. Infolgedessen bleibt das sexuelle Verhalten des Rüden nach wie vor bestehen. Darüber hinaus kann es zu bestimmten Krankheiten kommen, die diese Hormone verursachen. Zu diesen zählen beispielsweise die Prostatavergrößerung oder Hodenkrebs.

Die chemische Kastration bei Hunden kann zum Wohlbefinden deines Haustieres beitragen. Wende dich an deinen Tierarzt, um mehr über die Vorteile zu erfahren. Außerdem wird er dich darüber informieren, welche Art der Pflege dein Haustier nach einem erfolgten Eingriff benötigt.

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