Gründe, warum ein Haustier bewusstlos werden kann

12 März, 2021
Wenn du dein Haustier bewusstlos vorfindest, ist dies natürlich eine ziemlich besorgniserregende Situation. Insbesondere wenn du nicht weißt, was passiert ist oder wann das Tier wieder zu Bewusstsein kommen wird. Eines ist klar: Du musst sofort handeln! Allerdings solltest du dabei sehr sorgsam vorgehen.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Haustier bewusstlos werden kann. Darüber hinaus gibt es auch verschiedene Grade der Bewusstlosigkeit. Zum Beispiel kann es sich um einen Stupor handeln – einen gedämpften Bewusstseinszustand, in dem das Tier nur auf sehr starke Reize reagiert.

Dann gibt es noch das Koma, einen Zustand der Bewusstlosigkeit, in dem das Tier auch nach schmerzhaften Reizen nicht mehr aufwacht. Welche weiteren Gründe kann es geben, dass ein Haustier bewusstlos wird und wie solltest du dich verhalten?

Zunächst einmal musst du den Grad der Bewusstlosigkeit eines Tieres sowie die Ursache feststellen. Anschließend stabilisierest du das Tier und versuchst, es zu wecken.

Was tun, wenn dein Haustier bewusstlos ist?

Da die meisten Situationen, die zu einer Bewusstlosigkeit führen, ziemlich ernsthaft sind und möglicherweise auch das Leben des Tieres gefährden können, solltest du zuerst einmal deinen Tierarzt konsultieren. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen und über die erforderliche Behandlung und das weitere Vorgehen entscheiden.

1. Wenn ein Tier bewusstlos wird, muss zunächst die Ursache dafür gefunden werden

Durch eine neurologische Untersuchung sollte normalerweise der mögliche Bereich der Pathologie lokalisiert werden können, der zu einem Stupor oder Koma geführt hat. Unabhängig davon ist das Tier in keiner Weise in der Lage zu gehen oder sich aufrecht zu halten. Darüber hinaus können die Wirbelsäulenreflexe normal oder erhöht erscheinen.

Eine Läsion in den Großhirnhemisphären

Die Organe, die von den Hirnnerven durchzogen sind, könnten verändert sein. Das kannst du normalerweise erkennen, wenn du dem Tier in die Augen blickst. Zum Beispiel reagieren die Pupillen möglicherweise nicht auf direktes Licht, so dass tatsächlich eine Erblindung vorliegt.

bewusstlos - Nahaufnahme Husky

Eine Läsion im Hirnstamm

Wie wir eben bereits erwähnt haben, kann eine Schädigung der Hirnnerven vorliegen. Auch hier ist ein Blick in die Augen des Tieres der beste Weg, um einen Anhaltspunkt zu erhalten. Achte auf erweiterte Pupillen, Schielen, das Fehlen von physiologischem Nystagmus usw.

Andere, allgemeinere Anzeichen sind Apnoe, Hyperventilation oder eine veränderte Körperhaltung.

2. Identifikation der Ursache

Hirnfunktionsstörung

Entzündliche oder metabolische Erkrankungen, intrakranielle Neoplasmen und Hydrocephalus können bei einem Tier zu einer Hirnfunktionsstörung und einem gewissen Grad der Bewusstlosigkeit führen.

Die Behandlung der Hirnfunktionsstörung erfolgt auf zwei Ebenen. Die eine zielt auf die Behebung der ursprünglichen Ursache ab und die andere auf die Senkung des intrakraniellen Drucks.

Eine Erkrankung des Hirnstamms

Auch hier können Neoplasmen, Entzündungen usw. zu einer akuten oder fortschreitenden Hirnstammfunktionsstörung führen. Die Behandlung kann eine Chemotherapie, antimikrobielle oder entzündungshemmende Medikamente erfordern.

Traumata und Blutungen im Hirnstamm können ebenfalls zu einer akuten Funktionsstörung führen.

Eine Gehirnhernie

Auch hier können Neoplasmen, entzündliche Hirnerkrankungen und Traumata einen erhöhten Hirndruck verursachen. Darüber hinaus können diese auch das Hirngewebe hernieren und möglicherweise den Hirnstamm komprimieren.

Einer Gehirnhernie geht in der Regel eine stunden- oder tagelange, fortschreitende Funktionsstörung des Zwischenhirns voraus. Infolgedessen wird das Tier bewusstlos.

Metabolische Ursachen

Stoffwechselerkrankungen können eine diffuse Hirnfunktionsstörung mit progressiven Anzeichen hervorrufen. Dies macht sich zunächst durch eine Veränderung des Sehvermögens und dann durch Stupor oder Koma bemerkbar.

Dies ist der Fall bei einem diabetischen Koma, Hitzschlag, Enzephalopathien hepatischen oder renalen Ursprungs, Hypoglykämie, hypothyreotischem Koma, Hypoxie usw. Auch toxische Substanzen wie Schwermetalle, Barbiturate, Narkotika, Ivermectin oder Beruhigungsmittel können dazu führen, dass ein Tier bewusstlos wird.

Wenn es sich um eine Vergiftung handelt, kann sie mit einer Magenspülung oder einem Gegenmittel (falls vorhanden) behandelt werden. Allerdings gestaltet sich die Behandlung beim Vorliegen einer Stoffwechselerkrankung wesentlich komplexer.

Vaskuläre Ursachen

Ein Stupor oder Koma könnte die Folge eines Schlaganfalls oder einer Hirnblutung sein, die wiederum einen Anstieg des Hirndrucks verursacht. Zu den Ursachen von Schlaganfällen bei Tieren gehören:

  • Trauma
  • Neoplasmen und Metastasen
  • Blutungsstörungen
  • Herzerkrankungen und Bluthochdruck
  • Thromben, die durch Parasiten im Blut hervorgerufen werden – wie beispielsweise den Herzwurm

Es ist nicht immer möglich, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren, aber eine Veranlagung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die beim Menschen so häufig vorkommt, ist bei Tieren eher selten.

Wenn jedoch der Verdacht auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung besteht, ist die Durchführung von Gerinnungs- und Blutdrucktests erforderlich. Daher gehen die Ärzte bei einem Hirninfarkt in der Regel folgendermaßen vor:

  • Unterstützung des Patienten
  • Kontrolle der Grunderkrankung
  • Senkung des intrakraniellen Drucks
bewusstlos - Hund leckt Mädchen im Gesicht

Wenn dein Tier bewusstlos ist, solltest du sofort handeln

Wie du siehst, sind die Ursachen für Bewusstlosigkeit meist schwerwiegend. Aber durch frühzeitiges Erkennen und sofortiges Handeln kann das Tier wieder in seinen normalen Zustand zurückkehren.

Letztendlich hängt alles davon ab, wie schnell das Tier medizinisch versorgt wird und welche Informationen du dem behandelnden Tierarzt in Bezug auf die Gesundheit deines Tieres geben kannst. Vor allem aber hängt es von der Schwere der zugrunde liegenden Ursache ab.

  • King L, Boag A. BSAVA manual of canine and feline emergency and critical care. 2nd ed.