Ursachen für Muskelschwund bei Hunden

Muskelschwund bei Hunden ist recht häufig und kann sowohl durch mangelnde Aktivität als auch sekundär durch eine Krankheit verursacht werden.
Ursachen für Muskelschwund bei Hunden

Letzte Aktualisierung: 27 Januar, 2020

Muskelschwund bei Hunden ist recht häufig. Der Verlust von Muskelgewebe beginnt in der Regel schon früh, wenn er mit einer Verletzung oder einer Krankheit zusammenhängt. Anfangs kann dies unbemerkt bleiben, besonders wenn dein Hund ein längeres Fell hat.

Wenn dein Hund humpelt oder an einem Bein operiert wurde, ist die Atrophie noch auffälliger und schneller. In diesem Artikel beschreiben wir die häufigsten Ursachen für Muskelschwund bei Hunden.

Warum wird der Muskelschwund bei Hunden meistens erst spät erkannt?

Da sich Hunde auf allen vier Beinen bewegen, ist ihr Gleichgewicht recht unempfindlich. Wenn sie leichte Beschwerden in einem Bein haben, können sie ihr Körpergewicht auf die anderen drei übertragen, um das schmerzende Bein zu entlasten.

Aus diesem Grund kann dies im Anfangsstadium unbemerkt bleiben. Wenn man die Gliedmaßen jedoch abtastet, kann man einen Unterschied in der Muskelgröße feststellen. Dies deutet auf Muskelschwund an dem betroffenen Bein hin.

Üblicherweise tritt Muskelschwund bei Hunden sowohl bei Bewegungsmangel als auch bei Verletzungen auf.

Der Muskelschwund macht sich vor allem durch dünnere Gliedmaßen und Schwäche bemerkbar. Dies kann ein Symptom für eine Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten sein. Wenn du also den Verlust von Muskelmasse bemerkst, solltest du unbedingt mit deinem Tierarzt darüber sprechen.

Muskelschwund bei Hunden

Natürlicher Alterungsprozess bei Hunden

Es ist natürlich, dass mit dem Altern ein leichter, aber fortschreitender Muskelschwund auftritt. Dieser Prozess wird durch den Mangel an Wachstumshormonen und die Abnahme des Stoffwechsels im Körper verursacht.

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Ernährungsbedürfnisse der Hunde. Dadurch sind sie sind nicht mehr in der Lage, Proteine auf die gleiche Weise zu verarbeiten. Deshalb benötigen ältere Hunde in der Regel eine spezielle Nahrung mit leicht verdaubaren Proteinen, um die Muskelmasse zu erhalten.

Die eingeschränkte Aktivität bei älteren Hunden aufgrund von Energiemangel führt ebenfalls zu Muskelschwund. Doch der altersbedingte Muskelverlust ist normal und hält sich im Rahmen. Er kommt vor allem in den Hüften vor, wo die Muskulatur am anfälligsten ist.

Muskelschwund im Zusammenhang mit Arthritis

Der Muskelschwund bei Hunden tritt aus verschiedenen Gründen auf. Es hat sich herausgestellt, dass die Atrophie ein typisches Symptom für eine schmerzhafte Erkrankung ist.

Obwohl Arthritis die Gelenke und nicht das Muskelgewebe angreift, kommt es häufig zu einem Muskelschwund. Es handelt sich um einen entzündlichen Prozess, der die Gelenke oft in den Hüften und Knien degeneriert und starke Schmerzen und Beschwerden verursacht.

Die konstanten Schmerzen beeinträchtigen die Beweglichkeit des Tieres. Langfristig führt eine geringere Aktivität zu Muskelschwund.

Physiotherapie und schmerzstillende Medikamente können die Auswirkungen von Arthritis reduzieren und die Aktivität des kranken Hundes verbessern. Wende dich an deinen Tierarzt, um die entsprechende Behandlung zu erhalten.

Genetische Veranlagung für assoziierte Krankheiten

Es ist notwendig, auf Krankheiten zu achten, für die bestimmte Rassen anfällig sind. Zum Beispiel sind Labrador Retriever anfällig für Muskelfasermangel Typ II; normalerweise weisen sie schon mit weniger als einem Jahr Muskelschwund auf.

Muskelschwund bei älteren Hunden

Bei Deutschen Schäferhunden ist es dagegen wahrscheinlicher, dass sie eine fibrotische Myopathie entwickeln, die sich normalerweise eher in den Oberschenkelmuskeln des Hundes manifestiert. Andere Rassen, wie Windhunde, entwickeln eine Myopathie durch Überlastung, wenn sie gezwungen sind, ihre Muskeln zu stark zu beanspruchen.

Die degenerative Myelopathie ist eine weitere Krankheit, die das Rückenmark und dann die Extremitäten betrifft. Diese Krankheit kommt häufig bei Deutschen Schäferhunden vor, ist aber auch bei anderen Rassen zu finden.

Muskelschwund bei Hunden in Verbindung mit Entzündungskrankheiten

Der Muskelschwund kann zusammen mit anderen Entzündungskrankheiten auftreten, zum Beispiel mit Infektions- oder Autoimmunerkrankungen.

Es kann nur ein einziger Muskel oder eine Muskelgruppe betroffen sein. Diese Erkrankungen treten in der Regel mit anderen Symptomen auf, die deinem Tierarzt bei der richtigen Diagnose der Krankheit helfen.

Myositis (Muskelentzündung) ist in vielen Fällen für eine Atrophie verantwortlich. Diese Entzündung wird durch eine abnormale Reaktion des Immunsystems deines Hundes gegen sein eigenes Muskelgewebe verursacht.

Es gibt eine Kaumuskel-Myositis, auch eosinophile Myositis genannt, eine ernste autoimmune Entzündungskrankheit. Der Hund entwickelt Antikörper, die die 2M-Fasern der Kaumuskulatur erkennen und angreifen, wodurch diese degenerieren.

Merkmale und Symptome von Muskelschwund bei Hunden

Um deinem Haustier rechtzeitig zu helfen, musst du auf die folgenden Merkmale und Symptome achten:

  • Lethargie und Apathie. Der Hund will sich nicht so viel bewegen.
  • Schlaffer Zustand. Achte bei deinem Hund auf schlaffe Muskeln, die nicht so fest sind, wie sonst üblich. Du kannst feststellen, dass sich dein Hund “weicher” und auch dünner anfühlt.

Manchmal betrifft diese Art von Muskelschwund nur bestimmte Körperteile. Wenn dein Hund beispielsweise Arthritis oder eine Verletzung an den Hinterbeinen hat, kannst du feststellen, dass die Hinterbeine dünner werden, während die Vorderbeine zum Ausgleich muskulöser sind. Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund nur an einem Bein Muskelmasse verliert, vergleiche es mit der anderen Seite.

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