Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen

17 August, 2018
Sie sind zwar noch umstritten aber es gibt sie: Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen. Alles über ihre Verwendung erfährst du hier!

Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen sind überaus wichtig, um die Population der Tiere zu kontrollieren und zu verhindern, dass sie ausgesetzt werden oder sich auf der Straße unkontrolliert vermehren können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wirksam sind, doch manche sind umstritten und werden von Tierhaltern und Tierärzten nicht gerne verwendet.

Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen und entscheide dann selbst, welches für dein Tier am besten ist. Wichtig ist, verantwortungsvoll zu handeln und das Beste für das Tier zu tun.

Wie funktionieren Verhüngsmittel bei Hunden und Katzen?

Verhütungsmittel bei weiblichen Hunden oder Katzen funktionieren sehr ähnlich wie bei menschlichen Frauen. Es handelt sich um eine zeitlich begrenzte Methode, um zu verhindern, dass die Hündin oder die Katze trächtig wird.
Ihre Zusammensetzung enthält eine hohe Konzentration an Progesteron, um die Produktion von Östrogen bei Weibchen zu unterdrücken. Dies macht es möglich, den Eisprung und die Befruchtung in der Paarungszeit zu verhindern.
Ebenso wie bei Menschen, sind Verhütungsmittel als Pillen oder Spritzen verfügbar.
Wie funktionieren Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen
Eine Injektion des Verhütungsmittels ist normalerweise zu empfehlen, da so die korrekte Dosis garantiert werden kann. Pillen sind weniger verlässlich, da man nicht immer kontrollieren kann, ob sie von dem Tier tatsächlich geschluckt werden.

Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen: was es zu beachten gilt

Bevor du deinem Hund oder deiner Katze eine Pille oder Injektion verabreichst, musst du die Vor- und Nachteile der Verhütungsmittel kennen. Anschließend findest du die wichtigsten positiven und negativen Aspekte ihrer Verwendung.
Der Hauptvorteil, Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen zu verwenden, ist die Regulierung der streunenden Tierpopulation. Gleichzeitig hilft dies, die Zahl ausgesetzter Tiere zu reduzieren, die durch unverantwortliches Handeln oder Züchten auf der Straße landen.
Zusätzlich zu diesen Vorteilen, sind Verhütungsmittel nicht-invasive Methoden, welche bei Weibchen empfohlen werden, die keine operativen Eingriffe überstehen können.
Was die Nachteile angeht, musst du dir bewusst machen, dass Verhütungsmittel über einen längeren Zeitraum gefährlich für deinen Hund oder deine Katze sein können. 
Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Nebenwirkungen durch Verhütungsmittel

Diverse Studien zeigen, dass Weibchen die Verhütungsmittel für mehr als zwei Jahre einnehmen, mit höherer Wahrscheinlichkeit folgende Krankheiten entwickeln:

  • Gesäugetumore
  • Gebärmutterkrebs
  • Entzündungen der Gebärmutter oder der Gebärmutterschleimhaut
  • Harnwegsinfektionen
  • Geschlechtsorgananatrophie
  • niedrige Produktion an Knochenmarkzellen
  • Viele Weibchen erleben auch konstantes oder schweres Bluten als Resultat von Verhütungsmittelmissbrauch.
  • Ein weiterer Nachteil ist, dass die Verhütungsmittel nicht 100% effektiv sind. Deshalb riskierst du das Leben deines Haustieres ohne eine Garantie, dass die Trächtigkeit tatsächlich verhindert wird.

Verantwortungsvolle Vermehrung und andere Vorteile der Sterilisierung

Die Kastration oder Sterilisation besteht daraus, operativ die Geschlechtsorgane zu entfernen. Dies geschieht unter Narkose. Bei Weibchen werden die Eierstöcke und Gebärmutter operativ entfernt, während bei Männchen die Hoden entfernt werden. Sterilisation ist die einzige Möglichkeit, definitiv zu verhindern, dass ein Weibchen trächtig wird.

 Ein Weibchen zu sterilisieren birgt viele gesundheitliche Vorteile:

  • Es verhindert diverse Krankheiten und verringert das Risiko von Tumoren, Dysplasie, Epilepsie, Hämophilie, Geschlechtskrankheiten etc.
  • Es verbessert oder verhindert Verhaltensstörungen, besonders wenn das Tier normalerweise defensives Verhalten oder Fluchtverhalten während der Paarungszeit zeigt.
  • Damit können Aussetzung und Überpopulaton verhindert werden. 
  • Weibchen erleben in der Paarungszeit keine radikalen Hormonschwankungen mehr.
  • Kastrierte Männchen und Weibchen sind oft liebevoller und geselliger. Sie sind deshalb angenehmere Mitbewohner für Mensch und Tier.
  • Sterilisierte Tiere lassen sich eher auf den Erziehungs- und Sozialisationsprozess ein, da sie gehorsamer und weniger ängstlich sind.
Verhütungsmittel bei Hunden und Katzen und andere Methoden

Andere Verhütungsarten bei Hunden und Katzen

Viele Hausbesitzer wollen nicht, dass ihre Katze trächtig wird, können sie aber nicht direkt sterilisieren und wollen lieber keine Verhütungsmittel verwenden. Was können sie also tun, um ungewünschten Nachwuchs zu verhindern?

In diesen Fällen darfst du dem Weibchen nicht erlauben, mit einem fruchtbaren Männchen Kontakt zu haben oder zusammen zu leben. Du kannst es in der Wohnung halten oder an der Leine spazieren führen.

Es ist wichtig zu verhindern, dass das Weibchen ohne Leine draußen ist, wenn ein Männchen in der Nähe ist. Wenn du ein Männchen im selben Haus hälst, musst du beide trennen, wenn das Weibchen rollig ist.
All diese Methoden sind verhütende Vorkehrungen, jedoch nicht zu 100% effektiv. Sie versuchen lediglich, das Weibchen daran zu hindern, sich zu paaren und Kontakt zu fruchtbaren Männchen zu haben.
Vergiss nicht, dass du niemals Medikamente ohne die Anweisung eines Tierarztes verabreichen darfst. Bevor du darüber nachdenkst, Verhütungsmittel bei Hunden oder Katzen zu verwenden, frage deinen Tierarzt!