Psychische Erkrankungen bei Hunden: Wie kann man sie behandeln?

25 Oktober, 2020
Hunde können nicht nur unter Stress, sondern auch unter Angstzuständen und Depressionen leiden. Sobald du derartige Symptome bemerkst, ist es unerlässlich, eine gute Strategie zu entwickeln. Wissenswertes über psychische Erkrankungen bei Hunden und Behandlungsmöglichkeiten.

Psychische Erkrankungen gibt es auch bei Hunden. Hunde können wie jedes andere Tier mit einem hoch entwickelten Gehirn und komplexen Neurotransmittern, die für Emotionen zuständig sind, an psychischen Problemen leiden.

Die Krankheitsbilder in der Hundepsychologie sind sehr vielfältig und wie beim Menschen entwickeln sich nicht alle Hunde auf die gleiche Weise. Ebenso gibt es Hunde, die von der Abwesenheit ihrer Bezugsperson stärker betroffen sind, denen es schlechter geht, wenn sie eingesperrt sind oder die unter krankhaften Ängsten und Phobien leiden.

Nachstehend geben wir dir einige Beispiele für psychische Erkrankungen bei Hunden und sagen dir, wie diese behandelt werden können. Allerdings sollte die Behandlung immer unter Aufsicht eines Tierarztes durchgeführt werden.

Psychische Erkrankungen bei Hunden: Trennungsangst

Psychische Erkrankungen bei Hunden: Trennungsangst

Eine der wichtigsten anomalen Verhaltensweisen, von denen Hundebesitzer in Tierkliniken berichten, ist die Trennungsangst ihrer Hunde. Wenn der Hundehalter das Haus verlässt und die Tiere alleine gelassen werden, können verschiedene unerwünschte Verhaltensweisen auftreten. Diese können zu Beschwerden von Nachbarn führen und in besonders schlimmen Fällen auch dazu, dass der Hundebesitzer sein Tier aussetzt oder weggibt. Zu diesen Verhaltensauffälligkeiten zählen unter anderem folgende:

  • Dein Hund frisst für den Verzehr nicht geeignete Produkte und Objekte.
  • Er bellt häufig und ohne Unterbruch.
  • Außerdem kann es vorkommen, dass diese Hunde Teile der Wohnungseinrichtung zerstören.
  • Darüber hinaus kommt es häufig auch zu unkontrolliertem Urinieren und Stuhlentleerung in der gesamten Wohnung.

Dieses Verhalten lässt viele Hundebesitzer verzweifeln und in den meisten Fällen wissen sie nicht, wie sie sich verhalten sollen. Darüber hinaus kann das Verhalten des Tierhalters unter Umständen noch zu einer Verschlimmerung der Symptome führen. Daher ist es auch so wichtig, dass du deinen Hund verstehen lernst.

Bei Angstzuständen befindet sich der Hund in einem sehr intensiven Stresszustand, kann mit Frustration nicht umgehen und leidet unter Ängsten.

Neueren Studien zufolge kommen Tiere besser mit Emotionen zurecht, wenn sie denken, sie hätten die Kontrolle. Manche Tierhalter versuchen beispielsweise, das Haus zu verlassen, ohne dass der Hund dies bemerkt. Wenn sie dann nach ihrer Rückkehr feststellen, dass der Hund etwas getan hat, was er nicht hätte tun sollen, begrüßen sie ihn nicht. All dies verschlimmert die Angst des Hundes aber nur noch weiter.

Wie kannst du deinem Hund helfen?

Um Trennungsangst bei Hunden zu behandeln, musst du zunächst die Fähigkeit deines Tieres verbessern, sich selbst zu kontrollieren. Dies wird durch olfaktorische Aufgaben erreicht, d.h. durch Tests, bei denen der Hund seine Nase einsetzen muss, um eine Belohnung zu finden.

Andererseits musst du deinen Hund trainieren, damit er sich allmählich an deine Abwesenheiten gewöhnt. Dazu verlässt du zunächst für weniger als fünf Minuten das Haus und lässt ein gelbes Tuch in Sichtweite des Hundes zurück. Wenn du dann zurückkehrst, solltest du ihn ruhig begrüßen und das Taschentuch entfernen. Diese Übung musst du für einen längeren Zeitraum mehrmals täglich mit deinem Hund durchführen. Wenn du dann für längere Zeit das Haus verlässt, solltest du ein Tuch in einer anderen Farbe zurücklassen.

Das Wichtigste ist, dass du bei deiner Rückkehr immer deinen Hund begrüßt. Wenn er sehr ängstlich ist und du ihn noch nicht einmal ansiehst, verstärkst du seine Ängste und Frustration noch mehr.

Außerdem kannst du, wenn du für längere Zeit weggehst, zum Beispiel zur Arbeit, ein Geruchsspiel bereithalten, so dass dein Hund eine Zeit lang unterhalten wird und geistig erschöpft ist.

Stereotypen und schädliches Verhalten

Stereotypen sind eine Reihe von sich wiederholenden, aufeinander folgenden Verhaltensweisen ohne erkennbaren Zweck. Diese Verhaltensweisen werden in der Natur nie beobachtet. Sie sind das Ergebnis von Domestizierung und vor allem des Eingesperrtseins.

Andererseits gibt es auch schädliche Verhaltensweisen, die zwanghaft sind. Häufig wird das Tier dabei zwar von selber “ruhig”, allerdings erhöht sich dadurch auch das Risiko körperlicher Schäden.

Diese Verhaltensweisen treten nur auf, wenn der Hund eine Zeit lang eingesperrt ist. Es handelt sich um typische Verhaltensweisen in Zwingern und Hundezwingern. Wenn Stereotypen beobachtet werden, ist dies ein Hinweis darauf, dass das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigt ist und es den Tieren nicht gut geht.

Die einzige Möglichkeit, diese Verhaltensweisen zu verändern, ist die Aufwertung der Umgebung des Hundes. Diese besteht darin, den Ort, an dem das Tier lebt, seinem natürlichen Lebensraum ähnlich zu machen. Darüber hinaus kann Spielzeug eingesetzt werden, um die Langeweile zu vertreiben. Außerdem kann auch der Einsatz von Nahrungsmitteln zur Aufwertung der Umgebung beitragen.

Psychische Erkrankungen bei Hunden: Angst

Psychische Erkrankungen bei Hunden: Phobien

Phobien sind sehr starke Angststörungen, die auch bei Hunden auftreten. Sie bestehen aus einer irrationalen Angst vor sozialen und nicht-sozialen Situationen, die bei Hunden starke Ängste auslösen.

Die Hunde, die normalerweise diese Art von irrationalen Ängsten aufweisen, sind diejenigen, die während ihrer sensibleren Zeit nach der Entwöhnung keine korrekte soziale Entwicklung durchgemacht haben. Darüber hinaus leiden auch Hunde, die einen Großteil ihres Lebens in Gefangenschaft leben, wie Zuchttiere oder Jagdhunde, an Phobien.

Die Behandlung von Phobien kann in Kombination mit Medikamenten erfolgen. Darüber hinaus solltest du aber unbedingt einen Hundetrainer aufsuchen, der dich bei der Therapie zur Desensibilisierung der Ängste anleiten und unterstützen kann.

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