Der Esel: Eigenschaften, Verhalten und Habitat

26 Juli, 2018
Ein unermüdliches Arbeitstier, stark und widerstandsfähig: Der Esel braucht nicht viel zum Leben. Doch von Dummheit keine Spur, ganz im Gegenteil: Der Esel ist ein sehr intelligentes und gelehriges Tier. 

Fast überall auf der Welt gibt es Esel. Sie werden insbesondere als Zug- und Lasttiere verwendet, doch oft werden die außergewöhnlich zarten und intelligenten Eigenschaften dieses Tiers, das mit dem Pferd verwandt ist, vergessen. In unserem heutigen Artikel erfährst du Wissenswertes über Esel. 

Physische Eigenschaften des Esels

Esel gehören zur Familie der Equidaewie auch Pferde, verschiedene Zebraarten oder auch das Nashorn.

Sie sind allerdings etwas kleiner als Pferde. Ein erwachsener Esel misst ungefähr 90 bis 140 cm bis zur Schulter, es gibt allerdings auch einige Rassen, die größer sind. Die Schulterhöhe des katalanischen Esels beträgt im Durchschnitt über 160 cm. Sie wiegen rund 250 kg und leben im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Jahre. Allerdings gibt es auch einzelne Exemplare, die ein stolzes Alter von 40 Jahren erreicht haben.

Die Farbe eines Esels ist meist Grau in verschiedenen Abstufungen, Weiß oder auch Schwarz. Es gibt auch braune Eselsrassen. Zwar gibt es komplett weiße oder schwarze Esel, doch die meisten weisen gemischte Farben auf.

der Esel
Autor: Matthew Paulson
Die Mähne des Esels ist kurz und stehend, die Ohren sind im Vergleich zu seinem Körper sehr groß. Esel können die Ohren in verschiedene Richtungen drehen, sie verwenden sie, um sich abzukühlen. 

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Ethologische Eigenschaften

Der heutige Hausesel stammt vom Wildesel ab, der ursprünglich in Afrika beheimatet war. Er wurde vor rund 6.000 Jahren gezähmt und als Zugtier eingesetzt. Es handelt sich um sehr starke und widerstandsfähige Tiere, die in heißen Gegenden mit wenig Wasser, auch in der Wüste, überlebensfähig sind. Allerdings sind sie für kalte Klimazonen nicht geeignet.

Die Langohren sind Pflanzenfresser und dabei überhaupt nicht wählerisch. Sie bevorzugen allerdings frisches Gras und Heu, holzige Büsche mögen sie weniger gerne. Auch Gemüse lieben sie. Im Vergleich zu anderen Tieren der gleichen Größe sind sie sehr genügsam.

Darüber hinaus können sie mit Wasser sehr gut haushalten. Sie entnehmen es den Pflanzen, die sie fressen und trinken deshalb nur sehr wenig. Sie sind bei dreckigen Wasserquellen sehr wählerisch, da sie ja den Pflanzen Wasser entziehen können.

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Verhalten des Esels

Die Grautiere werden meist unterschätzt. Sie sind sehr gelehrig und gefällig. Noch immer werden Esel als Zug- und Lasttiere in sehr vielen Regionen der Erde verwendet, denn sie leisten gute Arbeit! Auch unter sehr harten Bedinugungen und wenn keine Zeit für eine Rast ist, kann man auf Esel vertrauen. Sie ertragen extreme Lebensbedingungen und sind an Arbeiten gewöhnt, die für andere ein Ding der Unmöglichkeit wären.

Leider wird Esel als Synonym für Dummheit verwendet, doch dies ist weit von der Realität entfernt. Die langohrigen Tiere sind sehr intelligent und aufmerksam. Zwar sind ihre Bewegungen langsam und sie scheinen nie in Eile zu sein, doch wenn sie die Gelegenheit haben, zeigen sie ihre Intelligenz und können auch komplexe Probleme lösen.

Außerdem haben sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis, das es ihnen ermöglicht, sich an Orte und Wege zu erinnern, die sie bereits vor langer Zeit zurücklegten.

Es ist sehr schwierig, einen Esel zu verärgern, doch wenn es so weit kommt, kann er sich auch entsprechend verteidigen, indem er stark mit den Hinterbeinen austritt. Wenn dies nicht möglich ist, kann das verärgerte Tier auch beißen, um sich zu verteidigen. Doch dies sind nur Ausnahmefälle, denn wie bereits erwähnt, sind diese Arbeitstiere sehr fügsam und alles andere als aggressiv oder reizbar. 

Sie haben den Ruf, sehr stur zu sein und das ist tatsächlich so. Wenn Esel etwas nicht machen wollen, dann ist es nur sehr schwer, sie davon doch zu überzeugen. Dies ist allerdings darauf zurückzuführen, dass es sich um sehr vorsichtige Tiere handelt, die eine Gefahr wittern können und deshalb nicht gehorchen. 

Habitat der Esel

Wir haben anfangs auch bereits erwähnt, dass es auf der ganzen Welt Esel zu finden gibt. Zwar wurden die ersten Exemplare in Afrika gezähmt, doch ihr außergewöhnlicher Charakter und ihre Kraft haben schnell bewirkt, dass sie überall und insbesondere in wärmeren Gebieten sehr beliebt wurden.

Sie sind in Süd- und Westeuropa zu finden, in fast ganz Asien und auch auf dem ganzen afrikanischen Kontinent. Auch in Südamerika sind die Arbeitstiere sehr beliebt. Die Hälfte der derzeit in Asien lebenden Esel sind in China, Afghanistan und Indien beheimatet. In Amerika sind die Lasttiere ebenfalls zu finden, am meisten davon in Mexiko und Kolumbien.

In Spanien sind die intelligenten Tiere ganz besonders in Andalusien zu Hause, doch leider gibt es davon immer weniger.

Esel in schöner Landschaft

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Man geht davon aus, dass es keine Wildesel mehr gibt. Jene Exemplare, die in freier Natur beheimatet sind, sind Abkömlinge des Hausesels, die ausgesetzt oder verlassen wurden und sich an das Leben ohne Mensch gewöhnt haben.

Die Rettung der Spezie

In Europa, insbesondere in Spanien, ist die Anzahl von Eseln stark zurückgegangen. Sie sind sogar vom Aussterben bedroht! Alle vier autochthonen Rassen Spaniens sind in Gefahr. Dazu kommt, dass viele Opfer von Misshandlungen sind oder ausgesetzt werden, wenn sie nach einer typischen Wallfahrt mit Pferden und Eseln (auf Spanisch “Romería”) nicht mehr gebraucht werden.

Aus diesem Grund wurden spezielle Tierheime für Esel eingerichtet, wo sie Unterschlupf und eine neue Heimat finden. Tierschutzorganisationen retten und pflegen die Tiere, die misshandelt wurden. 

Esel sind außergewöhnliche Tiere, nicht nur weil sie robust und resistent sind, auch ihre Intelligenz ist verblüffend! Ihre Kraft und Lehrsamkeit war ein wichtiger Grund für ihre weltweite Verbreitung. Sie sind deshalb auch in vielen Sprichwörtern, Fabeln und Märchen zu finden.