Die robuste Gesundheit des Goldfisches: Könnte die Wasserqualität das Geheimnis sein?

27 April, 2020
Um die Gesundheit eines Goldfisches zu erhalten, braucht er nur ein wenig Pflege. Der Schüssel für seine Überlebensfähigkeit liegt in seiner Anpassungsfähigkeit an geringe Wasserqualität.

Der Goldfisch gehört zu den beliebtesten Fischen von Aquariumbesitzern. Es handelt sich hierbei um einen Fisch aus der Familie der Karpfenfische, auch Cyprinidae genannt. Oft sieht man Goldfische in Aquarien oder großen Teichen in Stadtparks, wo sie mehr Platz haben und richtig groß werden können. Einer der Gründe für seine Beliebtheit ist die robuste Gesundheit des Goldfisches.

Aufgrund seiner Fortpflanzungsfähigkeit, seiner Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische Bedingungen und seiner Resistenz gegen verschiedene Krankheiten lässt sich dieser Fisch leicht züchten. Ursprünglich stammt er aus Ostasien und ist seit Jahrhunderten als Zierfisch in Europa bekannt.

Welche Merkmale hat ein Goldfisch?

Die gewöhnlichen Goldfischarten sind zwischen 15 und 30 Zentimeter lang und wiegen etwa 300 Gramm, doch in einem natürlichen Lebensraum kann er drei Mal so groß werden und bis zu zwei Kilo auf die Waage bringen. Sein Körper ist kurz und oval mit langen Flossen und Schwanz. Daher ist der Goldfisch ein sehr guter Schwimmer.

Diese kleinen Karpfen gibt es normalerweise in verschiedenen Gelb- und Orangetönen. Das sind starke und leuchtende Farben, die auch viel über die Gesundheit des Goldfisches aussagen.

Außerdem handelt sich um langlebige Fische. Wenn du sie artgerecht hältst, können sie zwischen fünf und zehn Jahre alt werden. In einem natürlichen Umfeld, wie etwa einem See oder einem Teich, hat es auch schon Exemplare gegeben, die mehr als ein Jahrzehnt alt wurden.

Goldfisch

Die robuste Gesundheit des Goldfisches

Der Goldfisch ist ein Süßwasserfisch, den man nicht in Meeren oder Ozeanen vorfindet. In der Natur bevorzugt er die flachen Gewässer von Lagunen und langsam fließende Flüsse, wo es viel Vegetation und weichen Untergrund gibt. Häufig trifft man sie in der Nähe der Ufer an.

Doch diese Spezies ist auch unter schlechteren Bedingungen überlebensfähig, beispielsweise in kontaminierten Gewässern mit wenig Sauerstoff und niedrigen Temperaturen. Nicht alle Fischarten könnten unter solchen Umständen überleben.

Die robuste Gesundheit des Goldfisches: er überlebt bei niedrigem Sauerstoffgehalt

Goldfische und andere Fischarten können Stunden oder Tage der Anoxie (Sauerstoffmangel) überleben. Diese Tiere haben biologische Mechanismen, um ihren Energiebedarf bei schlechten Konditionen zu senken.

Diesen Prozess nennt man Stoffwechseldepression. Dabei wird der körperliche Stoffwechsel des Fisches weitestgehend reduziert. Deshalb braucht er dann viel weniger Energie, um am Leben zu bleiben. Das Tier zeigt während der Stoffwechseldepression eine Reihe von physiologischen Veränderungen:

  • Die Wärmeproduktion wird auf ein Drittel reduziert.
  • Der Fisch erhöht die Glykogenreserven in der Leber und im Hirn als energieproduzierendes Molekül.
  • Er sammelt keine toxischen Abfallprodukte, da sich in den Muskeln die Milchsäure in Ethanol und CO2 verwandelt, welche durch die Kiemen ins Wasser gelangen.
  • Anaerobische Glykolyse als Stoffwechselroutine zur Energiegewinnung.
Viele Goldfische

Die Gesundheit des Goldfisches bei sehr niedrigen Temperaturen

Diese Karpfenart kann auch sehr niedrige Temperaturen ertragen und ist dank einer Reihe physiologischer Mechanismen und ihres Verhaltens während des Winters sogar in eisigen Gewässern überlebensfähig.

Wenn es kälter wird, gräbt sich der Goldfisch normalerweise im Schlamm ein und überlebt so eine Weile. Dabei ist er zwar weniger aktiv, dennoch verfügt er über ausreichende Hirnaktivität, um in seinem natürlichen Umfeld aufmerksam zu bleiben.

Dank seines besonderen Stoffwechsels, seiner großen Anpassungsfähigkeit an sein Umfeld, der einfachen Fortpflanzung und seiner Langlebigkeit hat sich der Goldfisch auf der ganzen Welt verbreitet.

Es geschieht häufig, dass die Halter ihre Goldfische in Seen aussetzen, wo er ohne räumliche Begrenzung wachsen und sich vermehren kann. Da der Goldfisch keine besondere Wasserqualität benötigt, wurde er zu einer sehr typischen Spezies in unserem Umfeld.

  • Marshall E. Ostrow. Pet Manual: Goldfish (Barron’s Complete Pet Owner’s Manuals), 2003.
  • Carassius auratus (Linnaeus, 1758). Pez rojo.
  • Volodymyr I. Lushchak, Ludmyla P. Lushchak, Alice A. Mota, and Marcelo Hermes-Lima. Oxidative stress and antioxidant defenses in goldfish Carassius auratus during anoxia and reoxygenation, 2001.
  • Hill, Wyse y Anderson. Fisiología animal, 2006.