Knurren bei Hunden: Was bedeutet es?

06 September, 2020
Wenn Hunde knurren, deutet dies nicht zwangsläufig auf Aggressivität hin. Häufig versucht das Tier, dir etwas mitzuteilen. Erfahre mehr über diese Verhaltensweise!

Heutzutage weiß man, dass Hunde viel komplexere Tiere sind, als man in der Vergangenheit geglaubt hat. Ihr Verhalten und die Gründe dafür werden immer häufiger und gründlicher untersucht, damit wir besser verstehen können, was sie uns mitteilen wollen. Das Knurren ist nur ein kleiner Teil der vielen Möglichkeiten, die der Hund zur Kommunikation hat.

Das Knurren bei Hunden wird als eine Form von Aggression angesehen und Menschen neigen dazu, es zu verurteilen. Aber vermutlich verschlimmert sich die Situation dadurch nur noch, weil du nicht darauf hörst, was dir das Tier mitteilen will.

Am Ende hat man einen Hund, der beißt; dies führt leider viel zu häufig zum Einschläfern oder Aussetzen des Tieres, zu einer Stigmatisierung der Rasse oder einem schlechten Image von Hunden im Allgemeinen.

Bedeutet das Knurren bei Hunden Aggressivität?

Das Knurren bei Hunden bedeutet nicht unbedingt Aggressivität. Es gehört zu der Reihe von Verhaltensweisen, die ein Hund zeigt, um etwas mitzuteilen.

Abhängig von der Situation, der Erziehung, seinem Charakter oder emotionalen Problemen und seinen früheren Erfahrungen kann das Knurren bei Hunden Folgendes bedeuten:

  • Angst
  • Unbehagen
  • Selbstverteidigung oder Verteidigung eines Gruppenmitglieds
  • Aggression
  • Spielen
  • Verteidigung von Ressourcen
  • Bedrohung

Wie du siehst, kann das Knurren bei Hunden sogar etwas Positives andeuten. Viele Hunde knurren in bestimmten Situationen, wenn sie mit anderen Hunden oder auch mit uns spielen. Dieses Knurren stellt keine Bedrohung dar, da es mit dem positiven Verhalten des Spielens zu tun hat.

Verteidigung von Ressourcen

Einer der Gründe, warum viele Hunde knurren, ist die Verteidigung von Ressourcen wie Futter, Spielzeug oder anderen Gegenständen, die für den Hund wichtig sind.

Angesichts dieses Konflikts schimpfen viele Besitzer mit dem Hund und nehmen ihm das weg, was er beschützt, da sie glauben, dass das Haustier Dominanz zeigt.

Das ist aber nicht der Fall. Alles, was der Hund dabei empfindet, ist, dass sein Besitzer ihm etwas wegnimmt, das für ihn sehr wertvoll ist. Dadurch verschlechtert sich die Beziehung zwischen dem Besitzer und dem Hund. Außerdem könnte der Hund aufgrund von Frustration eines Tages beißen.

Der beste Weg, mit diesen Situationen umzugehen, besteht darin, den Hund dazu zu bringen, dass er das Interesse an der Ressource verliert.

Wenn der Hund zum Beispiel ein Spielzeug besonders mag, solltest du es ihm nicht wegnehmen; im Gegenteil, du solltest ihm viele ähnliche Spielzeuge geben, denn wenn er so viele hat, verlieren sie an Wert.

Knurren beim Hund

Kann ein knurrender Hund beißen?

Ja, jeder Hund kann beißen. Das Knurren muss nicht immer zum Beißen führen. Sehr oft knurrt der Hund und beschließt dann, sich abzuwenden. Dies ist auch eine Form der Kommunikation.

Allerdings gibt es natürlich auch andere Hunde, die nach dem Knurren zubeißen, wenn der auslösende Reiz weiterhin anhält. Doch bevor der Hund knurrt, zeigt er durch andere körperliche Gesten, dass ihn etwas stört.

Deshalb ist es wichtig, die Hundesprache zu kennen. Leider zeigen einige Hunde die darauf hinweisenden Verhaltensweisen nicht mehr, weil sie gemerkt haben, dass viele Menschen sie nicht verstehen. Daher beißen sie gleich zu.

Aggressiver Hund

Wie vermeidet man das Knurren bei Hunden?

Fast jeder Hund knurrt und bellt hin und wieder, das lässt sich nicht verleugnen. Beide Verhaltensweisen sind eine natürliche Form der Kommunikation, und es ist normal und gesund, dass Hunde dies ab und zu tun. Aber wie immer ist es möglicherweise nicht mehr normal, wenn dieses Verhalten übermäßig häufig auftritt.

Angst, Stress, eine geringe Frustrationstoleranz und andere Probleme, die ein Hund haben kann, sind Ursachen für ein Verhalten wie das Knurren. Aus diesem Grund darfst du nicht versuchen, das Knurren zu korrigieren, sondern du musst verstehen lernen, warum sich dein Haustier so verhält und was es dir mitteilen will.

  • Arias, M. (2009). Caso clínico de agresividad canina por conflicto social dirigida a miembros de la familia. Clínica veterinaria de pequeños animales: revista oficial de AVEPA, Asociación Veterinaria Española de Especialistas en Pequeños Animales, 29(4), 0217-226.
  • Damián, J. P., Belino, M., Rijo, R., & Ruiz, P. Etología clínica canina, agresividad y el cimarrón uruguayo. al perro cimarrón uruguayo, 37.
  • Elgier, Á. M., Jakovcevic, A., Mustaca, A. E., Bentosela, M., & Barrera, G. (2009). Problemas de comportamiento en los perros domésticos (canis familiaris): aportes de la psicología del aprendizaje. Revista de Psicología, 18(2), ág-123.
  • Rugaas, T., & Ramos, B. P. (2005). El lenguaje de los perros: las señales de calma. Kns ediciones.