Das Pferd in Afrika: eine erstaunliche Geschichte

21 August, 2019
Bei Afrika denkt man normalerweise an exotische Tiere wie Löwen, Nashörner und Giraffen. Aber auch das Pferd hat in Afrika eine bewundernswerte Geschichte.

In der Regel verbinden wir die Tierwelt des afrikanischen Kontinents mit exotischen Tieren wie Löwen, Nashörnern und Giraffen. Aber das Pferd in Afrika hat auch eine bewundernswerte Geschichte.

In der Praxis sind die typischen Merkmale afrikanischer Pferderassen ein Beweis für den langen Evolutionsprozess, den diese Equiden durchlaufen haben, um sich an den Kontinent anzupassen.

Als Nächstes sprechen wir ein wenig über die Geschichte vom Pferd in Afrika, mit dem Schwerpunkt auf dem Berber, auch als ‘das Juwel Nordafrikas’ bekannt.

Der Berber: ein Schlüssel zum Verstehen der Geschichte vom Pferd in Afrika

Der Berber ist die emblematischste afrikanische Pferderasse. Diese Rasse hat sich im Maghreb dank ihrer bemerkenswerten Stärke und Anpassungsfähigkeit verbreitet. Viele Exemplare wurden von den Maghreb-Stämmen gezähmt, die hauptsächlich im Landesinneren Nordafrikas lebten.

In der afrikanischen Mythologie gibt es interessante Geschichten und Ansichten über die Entstehung der Berberpferde. Über ihre Herkunft ist jedoch nichts Genaues bekannt. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass ihre Vorfahren die wilden Equiden sein könnten, die die letzte Eiszeit überlebt haben.

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Traditionellen Legenden zufolge waren die arabischen Eroberer fasziniert, diese Pferde in einem “halbwilden” Zustand zu finden. Alles geschah in der alten Barbarei-Region, die sich von dem Gebiet, das heute zu Algerien und Marokko gehört, bis zur Grenze mit Libyen erstreckte.

Begeistert von ihrer Stärke, Eleganz, Beweglichkeit und Ausdauer beschlossen die Eroberer des Nahen Ostens, einige Exemplare mit ihrer Armee mitzunehmen. Deshalb dauerte es nicht lange, bis sich diese wilden Equiden mit arabischen Pferden kreuzten.

Es entstand eine erste Generation “Mestizen”, die die heutigen arabischen Pferderassen beeinflusst haben könnten.

Berberpferde im Krieg

Die Geschichte der Berberpferde in den Kriegen

Im Laufe seiner Geschichte spielte Nordafrika aufgrund seiner strategischen Lage in Bezug auf den europäischen Kontinent eine wichtige Rolle bei zahlreichen kriegerischen Konflikten. Aus diesem Grund wurde das Berberpferd bis in die 50er Jahre hinein viel auf dem Schlachtfeld eingesetzt.

Als die Konflikte auf nordafrikanischem Boden zwischen den 50er und 60er Jahren zu Ende gingen, standen diese Pferde kurz vor dem Aussterben.

Da sie in der Regel nicht für die Fortbewegung genutzt wurden und die landwirtschaftliche Tätigkeit durch die Beschaffenheit des Bodens und durch ständige Kämpfe stark eingeschränkt war, reduzierte sich die Anzahl der Berber radikal.

Die Situation wurde nur durch die Initiative algerischer Züchter wieder ins Lot gebracht, die 1987 die Organisation Mondiale du Cheval Barbe gründeten. Der aktuelle Berber unterscheidet sich jedoch morphologisch vom Original, denn er ist robuster und größer.

Die afrikanischen Pferde Namibias und ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit

Zunächst wurden afrikanische Pferde in Namibia als invasive Art und Gefahr für die heimische Flora und Fauna betrachtet. Es gab sogar eine intensive Diskussion darüber, ob sie vernichtet werden sollten.

Allerdings erregte die Anpassungsfähigkeit des Pferdes an dieses neue und anspruchsvolle Ökosystem die Aufmerksamkeit der Bewohner und der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Diese “invasiven” Pferde zählen zu den wenigen, die es geschafft haben, in einer Wüstenumgebung zu überleben.

Das Pferd in Afrika

Nach einer Reihe von Studien und Tests stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Anpassung aufgrund einiger morphologischer und physiologischer Veränderungen im Organismus der Pferde möglich war.

Das Pferd in Afrika: körperliche Unterschiede

Wenn man ihre Morphologie analysiert, sind diese Exemplare kleiner als das “normale afrikanische Pferd”; außerdem veranlasst ihre Nierenfunktion, dass sie weniger urinieren und weniger Wasser trinken als Equiden in anderen Ökosystemen.

Diese erstaunliche Anpassung bringt Experten auf die Frage, wie sich der Klimawandel auf Tiere und insbesondere auf Säugetiere auswirken wird.

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Könnten Pferde in einer widrigen und sehr schwierigen Umgebung für ihre körperliche Beschaffenheit überleben? Noch gibt es keine Antworten auf diese komplexen Fragen. Aber die Geschichte und die ständige Anpassungsfähigkeit des Pferdes in Afrika ist ein nicht zu ignorierender Beweis.

Inzwischen sind die “invasiven” Pferde zu einer beliebten Touristenattraktion in Namibia und der näheren Umgebung geworden.

Heutzutage wächst ihre Bevölkerung weiter und liegt schon bei über 300 Exemplaren. Diese Pferde scheinen sich ebenfalls an die Neugierde der menschlichen Zuschauer angepasst zu haben.