Unterschiede zwischen Verhaltensbiologie und Ethologie

22 Januar, 2020
Die Verhaltensbiologie und die Ethologie versuchen, das Verhalten von Tieren auf eine wissenschaftliche und realistische Weise zu erklären. Erfahre mehr!

Das Verhalten ist ein Phänomen, das man wie jedes andere biologische Merkmal messen kann. Die Verhaltensbiologie und die Ethologie betrachten das Verhalten der Tiere aus verschiedenen Perspektiven.

Was ist Verhaltensbiologie?

Die Verhaltensbiologie untersucht die Ähnlichkeiten und Unterschiede im Verhalten von nichtmenschlichen Tieren. Sie ist sehr stark auf die Lösung verschiedener Situationen durch das Lernen konzentriert.

Was ist Ethologie?

Die Ethologie ist die wissenschaftliche Studie über das Verhalten von Tieren. Man versteht unter Verhalten eine Reihe von beobachtbaren Aktivitäten, die das Tier dank seines Nervensystems in seiner Umgebung ausübt

Geschichte der Forschung über das Tierverhalten

Die Ursprünge der Tierforschung waren die Beschreibungen des Verhaltens verschiedener Arten auf der ganzen Welt. Ein Beispiel findet man in Aristoteles Historia animalium.

Im Mittelalter tauchten in diesen Beschreibungen fantastische Details auf. Die Illustrationen entsprachen nicht der Realität und die Tiere wurden mit einem magischen Aspekt gezeichnet, das Ergebnis der Legenden und des Volkswissens.

Ab dem 17. Jahrhundert kann man bereits aufwendigere Arbeiten finden, und einige von ihnen befassen sich mit dem Lernen von Vogelstimmen oder dem Bau ihrer Nester.

Im 19. Jahrhundert ist mit den Theorien von Lamarck und Darwin die Evolution ein Faktor, der bei der Beschreibung von Verhalten berücksichtigt werden muss. Darüber hinaus beginnen viele Wissenschaftler, die Intelligenz von Tieren zu beweisen und experimentelle Verhaltensforschungen durchzuführen.

Verhaltensbiologie im Labor

Während des 20. Jahrhunderts teilte man die experimentellen Studien in zwei Schulen auf:

  • Verhaltens- oder Amerikanische Schule. Sie untersucht, wie Tiere Situationen durch Lernen in einer künstlichen Umgebung, beispielsweise im Labor, lösen. Aus dieser Schule gehen die Theorien der positiven und negativen Verstärkung hervor.
  • Die Innatista oder Europäische Schule. Sie konzentriert sich auf das Verhalten der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Aus dieser Schule sticht der Biologe Oskar Heinroth hervor, der als erster die Definition der Ethologie verwendet hat, wie wir sie heute kennen.

Wie untersucht man das Verhalten in der Ethologie?

Da es eine Wissenschaft ist, muss die Information in Daten analysiert werden, die sich messen lassen. In der Ethologie wird das Verhalten nach den Säulen von Heinroth analysiert:

  1. Die Beobachtung des Tieres muss in seiner natürlichen Umgebung erfolgen.
  2. Ohne Einwirkung des Beobachters.
  3. Das Verhalten muss man in getrennte Einheiten, die sogenannten Muster, einteilen.
  4. Diese Muster muss man beobachten, messen und unterscheiden können.
Beobachtung in freier Natur

Jedes Verhalten hat außerdem seine Erklärung, die man in der Entwicklung, Evolution, Funktionalität und Biologie des Individuums zu finden versucht. Diese Konzepte wurden von dem Zoologen Tinbergen definiert:

  • Ontogenetisch: Versucht zu erklären, zu welchem Zeitpunkt in der Entwicklung und im Leben eines Individuums ein bestimmtes Verhalten auftritt.
  • Kausal: Umfasst die neuronalen, morphologischen und physiologischen Mechanismen, die das Verhalten ermöglichen.
  • Phylogenetisch: Untersucht, wie sich ein Verhalten bis zum heutigen Tag entwickelt hat.
  • Funktional: Begründet, warum die natürliche Auslese dieses Verhalten begünstigt hat.

Unterschiede zwischen Verhaltensbiologie und Ethologie

Obwohl sie historisch miteinander verwandt sind und ihre Unterschiede nie ganz klar waren, gibt es kleine Nuancen, die sich voneinander unterscheiden:

  • Die Ethologie hat ihre Ursprünge in Europa, während die Verhaltensbiologie in den Vereinigten Staaten bekannt wurde.
  • Die Verhaltensbiologie ist Teil der Psychologie und die Ethologie ist eher dem Bereich der Zoologie zuzuordnen.
  • Die Ethologie legt mehr Wert auf den Instinkt und das natürliche Verhalten von Arten und die Verhaltensbiologie auf das Lernen und die Entwicklung von Verhaltenstheorien.
  • Die Methoden der Verhaltensbiologie konzentrieren sich auf die Laborarbeit und die Reaktion auf verschiedene Faktoren. Im Gegensatz dazu basiert die Ethologie auf der Beobachtung in der Natur, ohne jegliche Beeinflussung durch den Beobachter.

Allerdings versuchen beide Wissenschaften im Grunde dasselbe zu verstehen: Wie und warum ein Verhalten auftritt.

  • Universidad de Córdoba. Introducción al estudio del comportamiento.
  • Marc Richelle. Apuntes de Psicología, 2012, Vol. 30 (1-3), págs. 93-98. Número especial: 30 años de Apuntes de Psicología.
  • Fernández Rios, Luis Psicología comparada, etología y salud mental. Revista Latinoamericana de Psicología, vol. 19, núm. 2, 1987, pp. 195-220. Fundación Universitaria Konrad Lorenz
    Bogotá, Colombia.