Gerald Durrell – Ein Leben für die Natur

03 Juli, 2020
Gerald Durrell war ein Naturforscher, der die Grundlagen für die Zucht von Tieren in Zoos legte. Außerdem hat er viele humorvolle Bücher über seine Erfahrungen geschrieben. Erfahre heute mehr über sein interessantes Leben und Schaffen.
 

Vielleicht denkst du, dass Wissenschaftler und Forscher sich immer nur in schwer verständlicher Fachsprache ausdrücken. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Gerald Durrell ist eine davon.

Die Biowissenschaften gelten normalerweise als ziemlich kompliziert und viele Menschen glauben, dass nur Experten sie wirklich verstehen können. Aber es gibt auch einige Vertreter dieser Disziplin, denen es gelungen ist, Tausende von Lesern für diese faszinierende Welt zu begeistern.

Immer mehr Wissenschaftler versuchen, die Grenzen der akademischen Welt zu überwinden. Ihr Ziel ist es, auch “normalen” Menschen einen Zugang zu diesem Wissen zu ermöglichen, damit sie mehr über die Natur erfahren können.

Heute wollen wir dir von einem dieser Forscher erzählen. Gerald Durrell ist ein exzellenter Autor, der durch seine Arbeit die Grundlagen für die weltweite Verbreitung und den Austausch wissenschaftlicher Schriften geschaffen hat.

Seine Kindheit bis zur Korfu Trilogie

Gerald Durrell wurde im Jahr 1924 in Indien geboren, aber seine Familie zog schon wenig später auf die griechische Insel Korfu. Aufgrund des mediterranen Klimas und des unwegsamen Geländes war die Insel für Gerald der perfekte Ort, um schon in jungen Jahren mit der Natur in Berührung zu kommen.

So begann seine Reise, die ihn zu einem Wissenschaftler, Schriftsteller und Publizisten machte, der die Natur einer breiteren Öffentlichkeit näherbringen wollte. Im Laufe der Zeit eignete er sich nicht nur sehr viel Wissen an, sondern ließ auch seiner Fantasie freien Lauf. Daraus entstanden dann auch seine drei ersten bibliographischen Bücher, die sogenannte Korfu Trilogie.

 
Gerald Durrell - seine Bücher
Foto: durrell.org

Die Trilogie besteht aus den Werken Meine Familie und andere Tiere, Vögel, Viecher und Verwandte und Im Garten der Götter. Die drei Bücher sind leicht verständlich und gelten als Klassiker der informativen Ökologie.

In jedem Buch erzählt Gerald Durrell ausführlich über seine Kindheit, verschiedenen Familienmitglieder, die ihn umgaben und über seine Entdeckungen und Naturexkursionen, die er als Kind unternommen hatte.

Wenn du die Bücher liest, solltest du daran denken, dass diese Geschichten aus den 1940er Jahren stammen. Damals hatten wir eine völlig andere Sicht auf die Natur als heute. Der junge Gerald fing mit einem seiner Lehrer verschiedenste Exemplare ein. Dann verbrachte er unzählige Stunden damit, diese mit den ihm zur Verfügung stehenden einfachen Mitteln zu beobachten und zu studieren.

Seine Bücher sind voller Humor und Freude. Darüber hinaus zeugen sie auch von der großen Faszination, die Gerald empfand. Beim Lesen wirst du alle Erfahrungen wiederfinden, die unsere Liebe zur Natur und zur Tierwelt begründet haben.

Sicherlich kannst auch du dich daran erinnern, wie erstaunt du warst, als du zum ersten Mal eine Spinne beim Spinnen ihres Netzes beobachtet hast!

 
Gerald Durrell - Spinne im Netz

Die Expeditionen und Abenteuer von Gerald Durrell

Nachdem Gerald Durrell für einige Jahre in einem Zoo in England gearbeitet hatte, verließ er im Jahr 1946 sein Zuhause und organisierte eigene Expeditionen, um unbekannte Tiere zu suchen. Die Tiere, die er fing, wurden an die renommiertesten Zoos verkauft.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass zur damaligen Zeit die einzige Möglichkeit, etwas über Tiere und die Natur zu lernen, darin bestand, sie zu beobachten. Daher wurden die Tiere gefangen und schon bald darauf begann auch die Züchtung der Tiere in Gefangenschaft. Allerdings befolgte Durrell sehr strenge Regeln und Prinzipien:

  • Er achtete stets darauf, die Tiere unter bestmöglichen Bedingungen zu halten und zu füttern.
  • Außerdem fing er nie mehr Tiere, als unter guten Bedingungen gehalten werden konnten.
  • Darüber hinaus wurde kein Tier aufgrund seines Marktwertes gefangen; es ging ihm stets um den wissenschaftlichen Nutzen.

Gerald Durrell war nicht wirklich an Geld interessiert. Es ging ihm vielmehr darum, Zoos dazu zu nutzen, Wissen über die Natur zu verbreiten. Außerdem versuchte er, die Zucht von Wildtieren in Gefangenschaft anzuregen. Daher führten seine kostspieligen Expeditionen schließlich auch dazu, dass er bankrott ging.

 

Eines seiner bekanntesten Bücher ist Der trunkene Wald. Er erzählt auf sehr amüsante Weise von seinen zahlreichen Abenteuern, die er während seiner Expeditionen durchlebte.

Der Jersey Zoo

Nach seinen Expeditionen wandte sich Gerald der Welt des Schreibens zu. Da ihm dies zu einer gewissen Bekanntheit als Naturforscher verhalf, verbesserte sich auch seine finanzielle Situation merklich.

Anschließend gründete er mit seinen Ersparnissen im Jahr 1958 den Jersey Zoo, der zu einem Flaggschiff der Zucht in Gefangenschaft wurde.

Nicht nur der Zoo, sondern auch der Jersey Wildlife Preservation Trust (heute Durrell Wildlife Conservation Trust) wurden immer beliebter und bekannter.

In den 1970er Jahren entwickelte sich die Organisation zu einem Pionier der Erhaltung gefährdeter und seltener Tierarten und Durrell wurde als eine der führenden Figuren im Bereich Arten- und Tierschutz anerkannt. Seine Grundsätze für das Management von Zoos trugen zur Entwicklung der heutigen Standards bei. Außerdem schreibt er darüber in seinem Buch Die Tiere in meiner Arche.

  • Das erste Ziel eines Zoos sollte die Erhaltung und der Schutz bedrohter Tierarten sein, welche in Gefangenschaft gezüchtet werden müssen, um ihr Überleben zu sichern.
  • Ein Zoo sollte die letzte Option für ein Tier sein. Daher sollte es nur dann dort leben, wenn alle anderen Bemühungen, es zu retten, fehlgeschlagen sind.
  • Außerdem sollten Zoos nicht nur der reinen Unterhaltung dienen. Nicht vom Aussterben bedrohte Tierarten sollten wieder in ihren natürlichen Lebensraum ausgewildert werden.
 
Henry Cavill im Durrell Wildlife Conservation Trust
Henry Cavill | Foto: Durrell Wildlife Conservation Trust

Gerald Durrell, ein Pioneer und Schriftsteller

Abschließend können wir feststellen, dass Gerald Durrell eine wichtige Persönlichkeit für Tierschutz und Umweltbewusstsein auf der ganzen Welt ist. Seine Bücher behandeln viele unterschiedliche Themen und außerdem hat er mehr als 20 autobiographische Romane geschrieben.

Der berühmte Schauspieler Henry Cavill (Superman, The Witcher) ist einer der bedeutendsten Medienbotschafter für die Durrell-Organisation und hat seine Unterstützung für dieses Projekt auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht; beispielsweise mit dem Hashtag #doitfordurrell.