Gerettete Wildtiere in Auffangstationen: Überlebenschancen und Prägung

Menschen, die wilde Tiere retten, sollten den Kontakt mit ihnen so weit wie möglich reduzieren und so eine Bindung vermeiden. Auf diese Weise haben die Tiere eine bessere Chance, sich wieder in die Natur zu integrieren.
Gerettete Wildtiere in Auffangstationen: Überlebenschancen und Prägung

Letzte Aktualisierung: 27 Dezember, 2020

Gerettete Wildtiere in Auffangstationen erfahren oft eine Prägung. Dies ist eine Bindung, die als Folge der Rettung eines sehr jungen Wildtieres entsteht.

Möchtest du mehr zu diesem Thema erfahren? Dann lies im Folgenden weiter, da wir uns näher mit der Prägung geretteter Wildtiere und ihren Überlebenschancen befassen werden.

Die Rettung von Wildtieren ist von entscheidender Bedeutung

Neugeborene Vögel oder Säugetiere zählen zu den Tiergruppen, bei denen eine Prägung stattfinden kann. Wenn diese Tiere gerettet werden und keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden, werden sie ihre Bezugsperson als ihre „Mutter“ annehmen, sobald sie anfangen zu wachsen und mehr Autonomie haben.

Junge gerettete Wildtiere nehmen ihre Bezugsperson oft als "Mutter" an

Nichtsdestotrotz ist die Rettung der Fauna (sowohl der wilden als auch der städtischen) gleichzeitig grundlegend für die Erhaltung der Art.

Bei der Rettung von Wildtieren wird nicht nur dieses eine Exemplar gerettet. Darüber hinaus können auch wichtige Daten über die Art gewonnen werden. Zum Beispiel:

  • Anatomische Daten
  • Geografische Verbreitung
  • Migrationsrouten
  • Wichtige Krankheiten
  • Potenzielle Gefahren und Bedrohungen für ihre Erhaltung usw.

Bei geretteten Wildtieren, die nicht in die Natur zurückkehren können und in einem Wildtierschutzzentrum bleiben müssen, ist die Bindung jedoch kein Problem. In diesem Fall erleichtert die Entwicklung einer Bindung zwischen dem Pfleger und dem geretteten Tier, das nicht in die Natur zurückgelassen wird, den Fortbestand und das Management des Individuums im Zentrum.

Wenn das Tier die Möglichkeit hat, in die Natur zurückzukehren, sollte der Pfleger eine Reihe von Maßnahmen anbieten, die sich an den Bedürfnissen des Tieres orientieren, ohne eine Prägung zu verursachen. Dadurch wird verhindert, dass sich die Überlebenschancen des Tieres in seinem natürlichen Lebensraum drastisch verringern.

Wie kommen gerettete Wildtiere in die Zentren?

Jedes Jahr werden Tausende von Tierarten in Wildtierauffangstationen oder Forschungs- und Rehabilitationszentren aufgenommen. Diese Tiere können jeder Tiergruppe angehören, von Gliederfüßern wie Spinnen bis hin zu Säugetieren wie beispielsweise Bären.

Die Gründe, warum ein Tier in ein solches Zentrum gelangt, sind vielfältig. Erfahre im Folgenden, welche Situationen dazu führen, dass ein wildes Tier dort abgegeben wird:

  • Tiere, die durch Fahrerflucht, Kollisionen mit Stromleitungen oder bewegungseinschränkende Krankheiten verletzt wurden.
  • An Flughäfen oder anderen Zollstellen beschlagnahmte Tiere, die aus dem illegalen Tierhandel stammen.
  • Tiere der städtischen Fauna (Spatzen, Mauersegler, Schmiede), die von Bürgern gerettet werden.
  • Das Aussetzen exotischer Arten durch unverantwortliche Besitzer.
  • Freilaufende exotische Arten, die von Förstern oder geschultem Personal eingefangen werden.

Wie du siehst, kann ein Tier aus verschiedensten Gründen in einer Auffangstation enden.

In den meisten Fällen wurden Tiere durch illegalen Artenhandel missbraucht. In der Regel stammen sie jedoch aus anderen Ländern, was es praktisch unmöglich macht, sie an ihren Ursprungsort zurückzubringen. Außerdem überleben sie nach einer Reise unter schlechten Bedingungen nur selten.

Wildtierhaltung

Normalerweise werden Tiere, die zu invasiven exotischen Arten gehören und nicht in ein Zentrum gelangen, systematisch euthanasiert. Dies ist die Vorgehensweise, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Andernfalls stellen diese Tiere eine ernsthafte Gefahr für die heimische Fauna und Flora dar.

Tiere, die nach einer Beschlagnahmung (das heißt nach dem Abfangen durch Zollbeamte) in einer Auffangstation ankommen, verbleiben jedoch meist jahrelang in diesen Stationen, bis das Verfahren abgeschlossen ist. In der Regel bedeutet dies die Euthanasie für die Tiere.

Wenn jedoch Arten, die zur heimischen Fauna gehören, in den Zentren ankommen, kommt ein anderes Protokoll zum Tragen:

  • Wenn das Tier gesund ist und keine Auffälligkeiten aufzeigt, bringen die Pfleger es in die Natur zurück.
  • Leidet es hingegen an einer Pathologie, einem Trauma oder ist es noch sehr jung, bleibt es im Zentrum, bis es sich vollständig erholt hat. Danach wird das Personal das Tier in seinen natürlichen Lebensraum oder seine Umgebung entlassen.
  • Wenn das ankommende Tier an einer Krankheit leidet, die als „unheilbar“ eingestuft wird, wird es für den Rest seines Lebens im Zentrum bleiben. In der Regel wird es an Forschungsprogrammen wie der Reproduktion in Gefangenschaft teilnehmen.

Gerettete Wildtiere: Probleme mit der Prägung

In vielen Fällen sind die Tiere, die in den Rettungszentren ankommen, sehr jung. Daher müssen die Pfleger sie mit der Flasche füttern (wenn es sich um Säugetiere handelt) oder mit einem speziellen Brei (wenn es sich um Vögel handelt).

Gerettete Wildtiere sind oft sehr jung

In diesen Situationen ist es am besten, die Tiere gemeinsam mit gleichaltrigen Artgenossen unterzubringen. Darüber hinaus sollten die Pfleger so bald wie möglich damit beginnen, ihnen feste Nahrung zu füttern.

Die Unterkunft der Tiere muss ebenfalls angemessen sein. Wenn sie alt genug sind, müssen die Pfleger sie daher in spezielle Käfige (bei Vögeln) oder größere Gehege (bei Säugetieren) umquartieren.

Ebenso müssen die Tiere lernen, ihr Futter zu finden, insbesondere fleischfressende Arten. Letztere müssen daher ihre Jagdstrategie im Zentrum perfektionieren.

Wenn dies nicht ordnungsgemäß oder ähnlich wie oben beschrieben geschieht, können gerettete Wildtiere aus verschiedenen Gründen nicht wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.

  • Sie werden wahrscheinlich keine Angst vor Menschen haben (was sie in Gefahr bringen kann, wenn sich ein Händler nähert, um sie zu fangen und zu verkaufen, da sie nicht weglaufen werden).
  • Sie werden nicht wissen, wie sie mit ihren Artgenossen umgehen sollen.
  • Die Pfleger werden nicht in der Lage sein, sie vollständig zu rehabilitieren.
  • All die Zeit, der Aufwand und die wirtschaftlichen Ressourcen werden sich nicht gelohnt haben.

Die Rettung von Tieren ist eine edle (und mutige) Tat ist. Es ist jedoch wichtig, dass wir uns vor Augen halten, wie sehr wir das Überleben des Tieres gefährden können, wenn wir wichtige Faktoren wie die Prägung des geretteten Tieres nicht berücksichtigen.

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  • ARTURO, L. B. NEONATOLOGÍA Y CRIANZA ASISTIDA DE FAUNA SILVESTRE.
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