Grüne Hundskopfboa: Die richtige Haltung und Pflege

29 März, 2021
Aufgrund ihrer strahlenden Haut und sanften Natur gehört die Grüne Hundskopfboa zu den beliebtesten Reptilien, die als exotisches Haustier gehalten werden können.

Die Grüne Hundskopfboa (Corallus caninus) ist eine ungiftige Schlangenart, die bei Schlangenliebhabern sehr beliebt ist.

Wie bei jedem anderen Reptil sind auch hier Temperatur, Licht und das Terrarium Schlüsselfaktoren, um sicherzustellen, dass dieses Tier wächst und gesund leben kann. Bevor du dir jedoch eine Grüne Hundskopfboa anschaffst, solltest du einige Informationen beachten, um nicht gegen internationale Gesetze zu verstoßen. Im Folgenden erzählen wir dir alles, was du über die Haltung und Pflege dieses Tieres wissen musst.

Vorherige Überlegungen

Um Grüne Hundskopfboas als Haustiere zu verkaufen, fangen einige Händler diese Tiere direkt aus ihrer natürlichen Umgebung ein. Leider stellt diese Fangart die Hauptbedrohung für diese Schlangenart dar. 

Nach Angaben der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) haben Händler jüngst 2.365 Tiere aus Guyana ausgeführt. Guyana ist das Land, in dem diese Schlangen am häufigsten vorkommen. Anschließend wurden sie als Haustiere in verschiedene Länder (unter anderem Brasilien) verkauft, in denen der Handel allerdings illegal ist.

Diese Schlange ist in Anhang II des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) aufgeführt. Das bedeutet, dass es genaue Vorschriften in Bezug auf den internationalen Verkauf dieser Schlangen gibt. Wie bereits erwähnt, ist es beispielsweise in Brasilien illegal, diese Schlange zu fangen, zu züchten und zu verkaufen.

Wenn du dieses Tier als Haustier halten möchtest, solltest du daher sicherstellen, dass es aus der Zucht in Gefangenschaft stammt. Außerdem musst du dich vergewissern, dass das Land bzw. der Staat, in dem du lebst, den legalen Besitz dieses Tieres erlaubt. Der Kauf eines dieser Tiere, das seiner natürlichen Umgebung entnommen wurde, ist aber nicht nur eine ethische Frage. In bestimmten Regionen stellt dies sogar einen Straftatbestand dar.

Diese Schlange häutet sich nur zweimal im Jahr

Die Grüne Hundskopfboa: Haltung in Gefangenschaft

Die Grüne Hundskopfboa braucht vor allem eine sehr stabile Umgebung in Bezug auf Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Belüftung. Außerdem sind dies Tiere, die wenig Abfall produzieren, da sie sich nur zweimal im Jahr häuten. Darüber hinaus setzen sie auch nur alle zwei Monate Kot ab, abhängig von der Art und des Futters, das sie erhalten.

Wie soll das Terrarium der Grünen Hundskopfboa beschaffen sein?

Das ideale Terrarium für eine erwachsene Grüne Hundskopfboa sollte mindestens 1 Meter lang und breit sowie einen Meter hoch sein. Diese Tiere sind tagsüber baumbewohnend. Während des Tages rollen sie sich also auf einem hohen Ast zusammen und ruhen sich aus. In der Nacht bewegen sie sich dagegen aktiv auf dem Boden des Terrariums.

Für junge Tiere ist ein 100-Liter-Glasterrarium ausreichend. Wenn die Tiere jedoch heranwachsen, müssen sie in größere Räume umziehen. Diese Tiere erreichen in der Regel eine Länge von ungefähr 2 Metern, obwohl einige Exemplare im Erwachsenenalter auch bis zu 3 Meter lang werden können.

Es ist sehr wichtig, diesen Faktor zu berücksichtigen. Die Grüne Hundskopfboa ist ein großes Tier. Wenn du ihr also kein angemessenes Gehege bieten kannst, wenn sie ausgewachsen ist, dann solltest du dir besser keine Boa anschaffen.

Aufgrund ihres baumwohnenden Verhaltens sollte das Terrarium mehrere widerstandsfähige und dicke Stämme in unterschiedlichen Höhen haben, um der Schlange die Ruhephasen zu erleichtern. Außerdem sollte mindestens einer dieser Stämme im Inneren des Terrariums zum Baden aufgestellt werden. Wir werden auf den Grund dafür später genauer eingehen.

Was das Substrat betrifft, so kann dieses aus Zeitungspapier oder waschbaren Reptilienfolien bestehen. Denke jedoch daran, dass diese zwar leichter zu reinigen sind, der Schlange aber nicht helfen, wenn sie sich häutet. Daher ist es besser, ein Substrat aus Mulch und trockenen Blättern zu verwenden. Wenn sich die Schlange häutet, hilft ihr die Bewegung über das Substrat, ihre alte Haut abzuwerfen.

Umgebungsparameter im Terrarium

Die Grüne Hundskopfboa stammt aus tropischen Regionen und mag daher Wärme und Feuchtigkeit. Übermäßige Hitze kann für sie jedoch störend sein. Daher ist es am besten, ein Terrarium zu gestalten, in dem sich das Tier bewegen kann, wenn es mehr Wärme oder Kälte braucht.

Zu diesem Zweck kannst du einen Heizstreifen im oberen Teil des Terrariums anbringen. Wärme steigt bekanntermaßen nach oben, während kältere Luft eher nach unten fällt. Wenn die Temperatur der Schlange zu niedrig ist, wird sie demzufolge auf die höhergelegenen Äste klettern und wenn ihr zu heiß ist, wird sie sich auf niedrig gelegene Äste oder auf den Boden begeben.

Die Temperatur sollte während des Tages konstant bei 27 °C  und in der Nacht bei 21 °C liegen. Zu diesem Zweck ist ein Thermometer und die Installation von Ventilatoren unerlässlich, um dieses Gleichgewicht im Inneren des Terrariums aufrechtzuerhalten.

Wenn du einen Hell-Dunkel-Zeitplan festlegst, kannst du eine gewöhnliche Glühbirne installieren und diese mit einem Timer steuern. Dabei sollte der Tag 12 Stunden und die Nacht weitere 12 Stunden lang sein. Was ein UV-Licht betrifft, so ist dies zwar nicht unbedingt notwendig, aber wenn du möchtest, dass das Tier so schön und leuchtend wie möglich aussieht, dann ist dies die beste Wahl.

Weitere Aspekte, die du beachten musst

Schließlich sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 60 % und 70 % liegen. Du kannst ein Hygrometer verwenden, um die Luftfeuchtigkeit des Gehäuses zu bestimmen. Da es in den Wäldern, aus denen diese Schlangen stammen, jeden Tag regnet, solltest du das Terrarium jeden Tag mit Wasser besprühen oder einen Luftbefeuchter installieren.

Diese Schlange versorgt sich über ihre Schuppen mit Wasser oder trinkt die Wassertropfen, die an den Wänden des Terrariums zurückbleiben. Aus diesem Grund sucht sie auch häufig ihren “Badebereich” auf, um sich mit Wasser zu versorgen oder um zu defäkieren. Um es der Schlange zu erleichtern und sie dazu zu ermutigen, das Bad zu benutzen, solltest du einen Ast platzieren, der im Wassergehege selbst endet, wie wir es zu Beginn des Artikels erwähnt hatten.

Zwischen den Zerstäubungen solltest du das Terrarium vollständig austrocknen lassen. Denn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Pilzen im Terrarium sowie zu Infektionen der Schlangenhaut führen.

Die Grüne Hundskopfboa und die Fütterung

Das beste Futter für die Grüne Hundskopfboa in Gefangenschaft sind Ratten. Du kannst dieses Futter über Züchter im Internet erhalten oder in Fachgeschäften erwerben. Die Ratten werden in der Regel gefroren geliefert und sollten es auch bis zur Fütterungszeit der Schlange bleiben. Dennoch musst du sie natürlich zunächst auftauen, bevor du sie der Schlange verfütterst.

Um die Boa richtig zu füttern, musst du ihr Alter und Geschlecht kennen. Erwachsene Weibchen fressen alle 3 Wochen eine mittelgroße Ratte – zwischen 150 und 180 Gramm. Die Männchen folgen demselben Fütterungsmuster, aber die Ratte sollte kleiner sein – zwischen 75 und 125 Gramm.

Es ist wichtig, sich an diese Parameter zu halten, zumal du eine Grüne Hundskopfboa niemals überfüttern solltest. Diese Tiere sollten schlank sein, damit sie leicht auf die Stämme klettern können. Sobald du die Schlange dreimal gefüttert hast, solltest du ihr kein Futter mehr anbieten, bis sie ihren Kot ausgeschieden hat.

Während des Tages rollen sich diese Schlange auf einem hohen Ast zusammen und ruhen sich aus.

Wie du siehst, ist eine Grüne Hundskopfboa als exotisches Haustier in der Haltung möglicherweise keine allzu große tägliche Aufgabe; abgesehen von der Pflege des großen Terrariums und der Aufrechterhaltung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das Einzige, was du bei der Beschaffung eines solchen Exemplars beachten musst, ist es, dass du es niemals von einem unbekannten Lieferanten kaufen solltest. Denn in diesen Fällen kannst du nicht ausschließen, dass das Exemplar möglicherweise illegal in freier Wildbahn gefangen wurde.