Warum explodieren tote Wale?

17 April, 2019
Die Tiere explodieren, weil ihr Verdauungsapparat weiterhin funktioniert, doch das Phänomen endet nicht hier...

Es geschieht nicht bei allen, doch es wurden verschiedene Fälle dokumentiert, in denen tote Wale explodierten. In diesem Artikel informieren wir dich über das Phänomen, das Wissenschaftler und Passanten fasziniert.

Warum stranden Wale?

Die Strandung von Walen und anderen Meeressäugern ist ein Grund, warum diese Tiere sterben. Das ist allerdings nichts Neues, denn die Walstrandung ist schon seit dem Altertum bekannt.

In vielen Fällen entscheiden sich die Tiere selbst dazu, in Küstennähe zu schwimmen, wenn sie krank oder alt sind.

Es kommt ebenfalls dazu, wenn sie sich desorientieren – wie beispielsweise nach einem Zusammenstoß mit einem Felsen. Manchmal geschieht es auch, weil sie vor einer Gefahr im offenen Meer fliehen.

Sie wissen dann nicht, wie sie wieder von der Küste zurück in die weiten Tiefen ziehen können und sterben dort.

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In manchen Fällen liegt die Schuld auch beim Menschen. Durch Umweltverschmutzung hat sich die Farbe, Temperatur und das Erscheinungsbild der Ozeane geändert.

Außerdem verschwinden auch die kalten Gewässer an den Polen aufgrund der Klimaveränderungen. Das führt dazu, dass die Wale nicht wissen, wohin sie sich zu bestimmten Jahreszeiten bewegen sollen.

Toter Wal am Strand

Warum explodiere tote Wale?

Man hat verschiedene tote Wale in verschiedenen Bereichen der Welt explodieren sehen, weshalb es sich nicht um einen Einzelfall oder ein zufälliges Geschehen handelt.

Um zu erklären, warum tote Wale explodieren, muss man zuerst wissen, dass bestimmte Teile eines toten Wesens ihre Funktion beibehalten. So geschieht es zum Beispiel beim Verdauungssystem.

Der Magen und die Gedärme bekommen nicht gleich mit, dass der Rest des Organismus gestorben ist und arbeiten deshalb so lange wie möglich weiter. Dadurch kommt es zu einer Anhäufung von Schwefelwasserstoff und Methan.

Abgesehen davon schwillt der Körper aufgrund der mikrobiellen Vermehrung, die sich bei der Verwesung ergibt, auch an, und das kann zusammen in einer großen Explosion enden.

Doch gestrandete oder tote Wale explodieren nicht immer, denn dazu müssen eine Reihe von Faktoren gegeben sein.

Dazu gehören die Art von Bakterien, die sich im Magen der Wale befinden, die Todesursache, welches Futter sie in den letzten Tagen verzehrt haben, die Verletzungen, die sie vor und nach ihrem Tod erlitten und die Wetterverhältnisse.

Ist es warm, so besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich Gase bilden als bei kaltem Wetter.

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Wir müssen gleichzeitig auch beachten, dass der aufgeblähte Körper, der gerade beginnt zu verwesen, auch sogenannten “mechanischen Stress” erleben kann. Das geschieht, wenn man versucht, die Leichen mit einem Abschleppwagen zu bewegen.

In diesem Moment kommt es zu einem Druck, den die Gase und Flüssigkeiten im Innern des Kadavers gegen die Magenwände ausüben. Das kann zur einer Explosion führen, bei der aller verwester Inhalt nach außen geschleudert wird.

Tote Wale und ihre Verwesung

Berühmte Beispiele, bei denen tote Wale explodierten

Suchen wir nach Beweisen, in denen tote Wale explodierten, so trifft man schnell auf den Fall der 70er Jahre in Oregon, USA. Hier kam die Explosion allerdings nicht durch natürliche Umstände zustande, sondern man steckte Dynamit in den Kadaver, um ihn von der Küste entfernen zu können.

2004 explodierte  in Tainan, Tawain ein Pottwahl von 17 Metern Länge und 50 Tonnen Gewicht in Verwesungszustand aufgrund der Ansammlung von Gasen.

Alle Passanten, Geschäfte, Autos und umliegenden Straßen wurden dabei von Blut und Innereien bespritzt. Gestank und Schleim waren die Worte, die die Zeugen verwendeten, um über diese Neuigkeit zu berichten.

Etwas ähnliches geschah 2013 auf den Färöer Inseln und wurde von einem örtlichen Fernsehkanal gefilmt. Als Arbeiter versuchten, den Kadaver eines Meeressäugers zu bewegen, explodierte dieser aufgrund der angesammelten Gase in seinem Inneren.

An Orten, an denen tote Wale und andere Meeressäuger öfter stranden, schlitzt für gewöhnlich den Bauch des schon verstorbenen Tieres auf, um solche Situationen zu vermeiden.

Das Problem dieser Praxis ist es allerdings, dass herausfließenden Flüssigkeiten Vögel und sogar Haie an die Küste locken.

Ketten, D. R., Lien, J., & Todd, S. (1993). Blast injury in humpback whale ears: Evidence and implications. The Journal of the Acoustical Society of America. https://doi.org/10.1121/1.407688