Die Weta, eines der größten Insekten des Planeten

24 September, 2019
Die eigenartige Weta zählt zu den größten Insekten der Erde und scheint aus einem Fantasie- oder Science-Fiction-Film zu stammen. Erfahre mehr über sie!

Wir reisen nach Neuseeland, um eine Kreatur kennenzulernen, die aus dem Kino oder der Fantasie zu stammen scheint. Aber in Wirklichkeit kann man die Weta in vielen Ecken dieses Landes finden, und ihre enorme Größe bleibt nicht unbemerkt. Erfahre mehr über eines der Tiersymbole Neuseelands!

Was ist eine Weta?

Wenn wir uns an ihre Klassifizierung halten, ist Weta eigentlich ein Begriff, mit dem etwa 70 verschiedene Arten von zwei Insektenfamilien zusammengefasst werden: Anostostomatidae und Rhaphidophoridae.

Wie auch bei anderen in Neuseeland lebenden Tieren kommt der Begriff Weta aus der Maori-Sprache. Die jüngsten Untersuchungen an Fossilien weisen diese Kreaturen in die Trias-Zeit vor etwa 190 Millionen Jahren zurück.

Allgemeine Eigenschaften der Weta

Innerhalb der Insektengruppe haben diese Tiere die Ehre, zu den größten zu gehören. Einige Exemplare der so genannten Riesen-Weta (Deinacrida fallai) werden bis zu 20 Zentimeter groß. Nach ihrer Morphologie könnten wir sie mit Heuschrecken oder Grillen vergleichen, da sie sehr ähnlich sind.

Riesen-Weta

Einige gemeinsame Merkmale sind ihre Flugunfähigkeit, teilweise aufgrund ihres Gewichts, und ihre Nachtaktivität. Tagsüber bevorzugen sie es, sich zu verstecken. Sie nutzen den Einbruch der Dunkelheit, um sich zu ernähren. Die Nahrung dieser Insekten ist je nach Art unterschiedlich: Einige von ihnen sind Allesfresser und andere ernähren sich vegetarisch, beispielsweise von Früchten, Blättern oder Samen.

Die Kryptobiose: den Winter überleben

Wenn diese Tiere bereits durch ihre ungewöhnliche Morphologie überraschen, ist ihr Anpassungsmechanismus an alle Temperaturbereiche noch unglaublicher. Wenn die Winterkälte einsetzt, überlebt die Weta dank eines Prozesses, der Kryptobiose genannt wird.

Dieser Mechanismus bewirkt das “Anhalten” oder das vorübergehende Einstellen der inneren Funktionen des Organismus, wodurch das Tier auf unbestimmte Zeit überleben kann.

Auf diese Weise wird verhindert, dass bei kalten Temperaturen das in den Zellen der Weta enthaltene Wasser gefriert, was ihrem Überleben hilft. Dieser außergewöhnliche Mechanismus wurde auch bei anderen Insektenarten sowie bei Bakterien und Pflanzensamen beobachtet.

Baum-Weta

Welche Arten gibt es?

Das erste Exemplar, das wir dir vorstellen, ist die Riesen-Weta. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Familie, die 11 verschiedene Arten umfasst, die zur Gattung Deinacrida gehören.

Diese monströsen Insekten können bis zu 30 Gramm wiegen. Es konnte sogar der Fang eines Exemplars mit 70 Gramm belegt werden. Man kann sie leicht in den hohen Breiten der Südinsel oder auf kleinen abgelegenen Inseln finden.

Die Baum-Weta sind ebenfalls sehr repräsentativ und auffällig. Diese Insekten, die zur Gattung Hemideina gehören, leben normalerweise in Baumlöchern und in Gruppen, die aus einem Männchen und mehreren Weibchen bestehen.

Diese Weta zeichnen sich durch ein Paar robuster Kiefer aus, die sie bei Bedrohung ohne Zögern benutzen. Derzeit sind sieben verschiedene Arten bekannt.

Zum Schluss stellen wir noch kurz die spektakuläre Stoßzahn-Weta vor, ein Exemplar mit langen Stoßzähnen, die aus den Unterkiefern der Männchen ragen. Wenn es einen Streit zwischen Männchen gibt, benutzt die Weta ihre Stoßzähne, um anzugreifen.

Diese Insekten sind meist Fleischfresser und ihre Ernährung basiert auf Würmern und anderen Insekten. Wie die Baum-Weta lebt auch sie in Baumlöchern.

  • Pratt, R. C., Morgan-Richards, M., & Trewick, S. A. (2008). Diversification of New Zealand weta (Orthoptera: Ensifera: Anostostomatidae) and their relationships in Australasia. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences363(1508), 3427-3437.

 

  • Watts, C., Stringer, I., Sherley, G., Gibbs, G., & Green, C. (2008). History of weta (Orthoptera: Anostostomatidae) translocation in New Zealand: lessons learned, islands as sanctuaries and the future. In Insect Conservation and Islands (pp. 165-176). Springer, Dordrecht.