Zwergmeerkatze: Merkmale, Verhalten und Lebensraum

23 April, 2019
Die Zwergmeerkatze ist mit einem Kilo Gewicht und 40 cm Größe die kleinste afrikanische Affenart. Finde hier Wissenswertes über diesen wenig bekannten Primaten.

Die Zwergmeerkatze ist eine Primatenart, die in unseren Breitengraden relativ unbekannt ist. Sie ist jedoch noch immer ein Opfer des illegalen Handels und in ganz Europa zu finden, obwohl sie in Afrika beheimatet ist.

Merkmale der Zwergmeerkatze

Unter dem Begriff Zwergmeerkatze findet man zwei Primaten der in Zentralafrika lebenden Gattung Miopithecus: die Südliche Zwergmeerkatze von Angola und die Nördliche Zwergmeerkatze von Gabun.

Beide zeichnen sich dadurch aus, dass sie kleine Primaten sind, die etwa ein Kilo schwer und 40 Zentimeter groß sind. Das macht sie zum kleinsten afrikanischen Affen. Weltweit gibt es allerdings noch kleinere Affen Südamerika, nämlich die Marmoset-Affen.

Das Aussehen dieser Affen erinnert leicht an die Westliche Grünmeerkatze, allerdings sind letztere sechs bis acht Mal schwerer als der kleine afrikanische Primat.

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Die Zwergmeerkatze hat ein braunes Fell mit grünlichen Tönen, das an die Westliche Grünmeerkatze erinnert, besonders im Bereich von Rücken und Kopf.

Wie die meisten dieser Affen haben sie ein erkennbares pelzfreies Gesicht, das ihnen einen reichhaltigen Gesichtsausdruck verleiht und jedes Tier unverwechselbar macht.

Die Nördliche Zwergmeerkatze von Gabun hat eine fleischfarbene Gesichtshaut. Die Haut der Südlichen Zwergmeerkatze von Angola ist schwarz, genauso wie die gleichfarbigen Ohren.

Verhalten der Zwergmeerkatze

Nach einer Tragzeit von etwa fünf Monaten wird der Nachwuchs geboren, der bereits nach sechs Wochen feste Nahrung zu sich nimmt. Die Geburt eines einzelnen Jungen ist bei Primaten normal und es genießt eine im Vergleich zu anderen Arten sehr intensive Betreuung durch die Mutter.

Nach drei Monaten sind die Jungen weitgehend unabhängig. Sie können zwischen 20 und 30 Jahre alt werden, besonders in Gefangenschaft.

Verhalten der Zwergmeerkatze

Die Zwergmeerkatze lebt in Gruppen von bis zu 100 Individuen und schläft in diesen großen Gemeinschaften normalerweise auf Bäumen.

Tagsüber teilt sie sich jedoch meist in kleine Gruppen auf, um nach Nahrung zu suchen, was ein Eskalieren von Nahrungskonflikten verhindert.

Die Gruppen bestehen aus zahlreichen Männchen und Weibchen sowie deren Jungen. Diese Tiere haben kein territoriales Verhalten und verfügen über ein großes stimmliches Repertoire, wenn auch weniger reichhaltig als die Kommunikation anderer Affen.

Die Zwergmeerkatze ist ein Allesfresser, der sich von Früchten und Samen sowie Wasserpflanzen oder Eiern, aber auch von Insekten und anderen Wirbellosen ernährt. Dieser Primat wurde sogar dabei beobachtet, wie er kleine Nagetiere und Vögel frisst, wenn auch nur gelegentlich.

Obwohl sich die Zwergmeerkatze im Allgemeinen auf Bäumen wohl fühlt, hält sich die angolanische Art auch häufig auf dem Boden auf. Dies liegt möglicherweise an den unterschiedlichen Ressourcen, die ihr Lebensraum bietet.

Merkmale der Zwergmeerkatze

Lebensraum der Zwergmeerkatze

Die Zwergmeerkatze ist ein tagaktives Tier, das nur in den dichtesten Wäldern und Dschungeln vorkommt.

Seltsamerweise zählt sie zu den wenigen Primaten, die kein Problem damit haben, nass zu werden. Sie wurde sogar schon beim Schwimmen auf der Suche nach Nahrung beobachtet.

Aus diesem Grund lebt dieser Primat in der Regel in der Nähe von Gewässern. Die Nördliche Zwergmeerkatze von Gabun lebt in den Flussgebieten von Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun und der Demokratischen Republik Kongo.

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Die Südliche Zwergmeerkatze lebt dagegen im Miombo. Dies ist eine Art von Waldsavanne, die hauptsächlich im südlichen Teil Afrikas vorkommt und trockener als der Lebensraum der Nördlichen Zwergmeerkatze ist.

Konkret findet man die angolanische Zwergmeerkatze südlich des Kongos, in der gleichnamigen Republik und in Angola.

Da keine der Zwergmeerkatzen-Arten bedroht ist, sind diese kaum vor dem illegalen Handel geschützt. Aufgrund ihrer geringen Größe werden diese Affen beispielsweise auch illegal in Europa importiert, um als Haustier verkauft zu werden.

Zentralafrikanische Primaten sind besonders gefährlich, da es in diesem Gebiet bedeutende und für den Menschen gefährliche Zoonosen gibt, die bei Tieren, die illegal nach Europa kommen, nicht kontrolliert werden.