5 Viruserkrankungen bei Elefanten: Alles Wissenswerte

02 November, 2020
Viele Menschen glauben, dass Elefanten überhaupt nicht krank werden können. Das stimmt leider nicht. Erfahre heute, welche Viruserkrankungen bei Elefanten auftreten können und welche Auswirkungen sie haben.

Über viele Jahre hinweg wurden Elefanten aufgrund ihres Körperbaus und ihrer Größe allgemein mit Gesundheit und Langlebigkeit in Verbindung gebracht. Allerdings können sie auch krank werden. Aus diesem Grund wollen wir dir im Folgenden fünf Viruserkrankungen bei Elefanten erläutern.

Obwohl man normalerweise nicht viel darüber nachdenkt, ist in Wirklichkeit kein Lebewesen zu irgendeinem Zeitpunkt in seinem Leben vollkommen frei von Krankheiten.

Endotheliotropes Elefanten-Herpesvirus

Viruserkrankungen bei Elefanten

Herpesviren verursachen bei den meisten Säugetierarten Infektionen. Die endgültigen Wirte des Virus, afrikanische Elefanten, sind selten ernsthaft betroffen. Aber die Zwischenwirte, asiatische Elefanten, leiden an der Krankheit.

Übertragung und Symptome

Das Herpesvirus dringt über die Atemwege ein und nistet sich asymptomatisch in den Lungenknötchen ein. Bei diesen Tieren verursacht die Krankheit Lethargie, Anorexie und Koliken. In der Folge können Ödeme an Kopf, Rumpf und Vordergliedmaßen auftreten.

Das wirkliche Problem entsteht, wenn es durch hämorrhagische Läsionen zu Komplikationen kommt, die in der Regel tödlich enden.

Viruserkrankungen bei Elefanten: Enzephalomyokarditis

Es handelt sich um eine natürliche Krankheit von Nagetieren, die wie ein Speicher fungieren. Die schwerwiegendsten Formen betreffen jedoch viele andere Säugetiere, sowohl Wild- als auch Haustiere. Unter ihnen auch der Afrikanische und der Asiatische Elefant.

Das verursachende Virus ist ein Cardiovirus aus der Familie der Picornaviridae. Es vermehrt sich in den Zellen des Herzmuskels und verursacht so starke Gewebeschäden, die letztendlich zum Tode führen.

Übertragung und Symptome

Die Infektion erfolgt in der Regel über den fäkal-oralen Weg durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser. Aber dann ist es zwischen Elefanten nicht übertragbar.

Das übliche klinische Symptom ist der plötzliche Tod aufgrund von Herzversagen. In den weniger akuten Fällen treten jedoch Anorexie, Lethargie und Atembeschwerden aufgrund von Herzkongestion auf.

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Maul- und Klauenseuche (MKS)

Hierbei handelt es sich um eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die jedoch selten tödlich endet. Das Problem besteht darin, dass sie das Tier massiv beeinträchtigt. Daher ist das Ziel, diese Erkrankung auszurotten. Bei Wildtieren betrifft sie sowohl Wiederkäuer als auch Nichtwiederkäuer, darunter auch Elefanten in Gefangenschaft.

Der Erreger ist ein Aphtovirus aus der Familie der Picornaviridae.

Afrikanischer Elefant

Übertragung und Symptome

Die Übertragung erfolgt über die Atemwege oder durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Gegenständen.

Es handelt sich um eine Infektion, die über vesikuläre und erosive Läsionen der Mundschleimhaut und über die Haut der Gliedmaßen übertragen wird.

Die Inkubationszeit dauert bis zu 5 Tage, wobei das Tier depressiv wirkt und Fieber hat. Von da an treten klinische Symptome an der Mundschleimhaut auf, wobei der Speichelfluss zunimmt und sogar Eiter entsteht.

Viruserkrankungen bei Elefanten: Pocken

Dies ist eine Viruserkrankung, die durch Entzündung der Haut und Schleimhäute am ganzen Körper gekennzeichnet ist. Diese Entzündung verschlimmert sich mit der Zeit und es bilden sich schmerzhafte Pusteln und Geschwüre.

Das verursachende Virus ist ein Orthopoxvirus sp. Man kann Pocken als eine Zoonose bezeichnen, die Menschen und Tiere befällt. In der Tat geht man davon aus, dass das Auftreten bei Elefanten auf deren Einsatz als Kinderattraktion in europäischen Zoos zurückzuführen ist.

Der Krankheitsverlauf reicht bei Elefanten normalerweise von einfacher Bindehautentzündung bis hin zu einer systemischen Erkrankung, die am Ende tödlich endet.

Viruserkrankungen bei Elefanten: Tollwut

Das Virus, das diese gefährliche Krankheit verursacht, ist ein Lyssavirus aus der Familie der Rhabdoviridae. Es ist über den ganzen Planeten verteilt und kann fast alle Säugetierarten befallen.

Übertragung und Symptome

Die Übertragung erfolgt dadurch, dass der Speichel eines infizierten Tieres mit dem Blut eines anderen Tieres in Kontakt kommt. Das heißt, in der Regel geschieht die Infizierung durch einen Biss.

Die Hauptträger sind Fleischfresser und Fledermäuse.

Ein Elefant, der Tollwut hat, zeigt zunächst nur leichte Anzeichen. Allerdings tritt anschließend eine komplette Verhaltensänderung auf. Zuerst äußert sich diese in Aufregung und Aggressivität, Orientierungslosigkeit und Koordinationsstörungen.

Anschließend erfolgt der Übergang in eine paralytische Phase, das Tier kann sogar in ein Koma fallen. Dies dauert so lange an, bis der neuronale Schaden so groß ist, dass das Tier stirbt.

Differentialdiagnose

Bei der Diagnose muss man berücksichtigen, dass Tollwut von jeder neurologischen Krankheit zu unterscheiden ist. Beispielsweise Tetanus oder Botulismus. Aber auch andere Probleme, die das zentrale Nervensystem betreffen, wie ein Schlag oder ein Schuss, müssen hierbei berücksichtigt werden.

  • Fowler M, Mikota S. Biology, Medicine, and Surgery of Elephants. Hoboken: John Wiley & Sons; 2008