Leptospirose bei Katzen: Symptome und Behandlung

11 Februar, 2020
Leptospirose ist ein Beispiel für diese bakterielle Krankheit, welche weltweit mehr als 150 Säugetierarten - sowohl wild lebende als auch domestizierte - befällt

Leptospirose bei Katzen ist eine zoonotische Erkrankung bakteriellen Ursprungs. Heutzutage wird Leptospirose als eine entstehende infektiöse Krankheit bei Menschen und Hunden betrachtet.

Es gibt jedoch eine Reihe von wilden und domestizierten Tieren – wie etwa Katzen – die, trotz Ansteckung, keine Symptome der Krankheit aufweisen. In diesen Fällen spricht man von einer subklinischen Infektion.

Tierarten, die diese Krankheit tragen, funktionieren als Reservoire der Bakterie und sind eine potentielle Ansteckungsquelle für andere Wirte und Menschen.

Was wir über den Verursacher wissen sollten: Leptospira

Zoonotische Krankheiten sind jene, die zwischen verschiedenen Säugetierarten weitergegeben werden können. Es sind also Krankheiten, die zwischen Menschen und anderen Tieren übertragen werden.

Bis heute hat man 22 Spezies von Leptospira identifiziert. 13 von ihnen können die Krankheit bei Menschen auslösen.

Man klassifiziert die Leptospira-Spezies ebenfalls je nach ihrer Verklumpungsreaktion auf Seren, die Antikörper besitzen, welche die Bakterie erkennen. Diese Art von Klassifizierung nennt man Serotypen. Bisher kennt man etwa 300 pathogene Serotypen von Leptospira.

Die Form dieser Bakterie ist sehr charakteristisch: es handelt sich um dünne Spiralen.  Normalerweise sind beide oder ein Ende des Organismus hakenförmig gebogen.

Abbildung der Bakterie
Bildquelle: wikimedia.org

Diese Bakterie gelangt durch Kontakt in den Organismus. Sie dringt durch die Haut und Schleimhäute ein. Das liegt an der Herstellung eines Enzyms, das die Durchlässigkeit der Bindegewebe verändert. Es verdaut den Hyaluronsäuregehält, um das Eindringen zu erleichtern.

Leptospirose bei Katzen: wie verbreitet sich die Bakterie?

Die Bakterie wird durch den Urin infizierter Tiere ausgestoßen. Der infizierte Urin kann Oberflächenwasser, wie Sümpfe, Bäche und Flüsse verseuchen. In diesem Lebensraum kann die Bakterie für mehrere Monate überleben. Deshalb wir die Krankheit oft durch Wasser übertragen.

Katzen können sich die Infektion direkt oder indirekt aneignen. Im Fall einer indirekten Übertragung kann die Infizierung durch das Fressen eines Wildtiers, das infiziertes Wasser getrunken hat, erfolgen.

Bei der direkten Übertragung von Leptospirose bei Katzen, ist das Samtpfötchen in Kontakt mit infiziertem Urin anderer infizierter Tiere geraten, die mit der Katze zusammenleben. Auch wenn die Katze infiziertes Wasser trinkt, kann sie sich anstecken.

Nachdem sie die Schleimhäute oder die Haut durchdringt haben, vermehren sich die Leptospiren schnell im Blut. Die Bakterie kann viele Organe befallen, besonders die Nieren, wo die Leptospiren weiterleben und sich durch den Urin für Monate oder Jahre verbreiten können.

Anzeichen und Sypmtome für Leptospirose bei Katzen

Wenn infizierte Katzen analysiert werden, so findet man die Bakterie im Urin und im Blut. Diese Studien haben bewiesen, dass die Leptospirose bei Katzen nur leichte klinische Zeichen produziert.

Mikroskopische Aufnahme
Quelle: Wikimedia.org

Obwohl die klinischen Anzeichen bei Katzen kaum auftreten, so kommt es aufgrund von Leptospirose bei Katzen dennoch zu Nieren- und Leberentzündung. Neue Studien haben eine mögliche Verbindung zwischen der chronischen Nierenentzündung bei Katzen und der Infektion durch Leptospira spp gezeigt.

Behandlung der Krankheit

Genau wie auch bei Hunden hängt die Behandlung der Katzen vom Schweregrad der klinischen Symptome ab. Normalerweise erhalten die Tiere Antibiotika und eine unterstützende Therapie.

Katzen, die gesund erscheinen und Leptospiren durch Urin ausscheiden, sollte man alle 12 Stunden für drei Wochen mit Doxycyclin (5mg/kg) behandeln, damit sie keine Träger mehr sind.

Vorbeugung von Leptospirose bei Katzen

  • Leider gibt es noch keine Impfung.
  • Die einzige Form, eine Infektion zu vermeiden, ist sicherzustellen, dass die Miezen keine potentiell infizierten Nagetiere fressen. Man muss auch vermeiden, dass sie mit stehendem Wasser in Kontakt kommen.
  • Reine Stubenkatzen leiden unter einem sehr geringen Infektionsrisiko.

Bring deine Katze zum Tierarzt, um eine Erkrankung auszuschließen. Erinnere dich auch daran, dass deine Katze vielleicht keine Symptome zeigt, doch trotzdem Menschen und Hunde in ihrem Umfeld anstecken kann.

Wir können uns ein Leben ohne Katzen nicht vorstellen. Doch die Tatsache, dass Katzen ein Reservoir für Leptospira im Wohnraum sein können, ist wichtig. Deshalb sollte man die Tiere auf alle Fälle untersuchen lassen.

Es gibt spezielle Proben, welche die Bakterien im Blut, im Urin oder im Gewebe identifizieren können. Außerdem kann man weitere Proben durchführen lassen, um im Blut der Katze Antikörper gegen die Bakterie zu finden.

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