Der Alexandrasittich: Warum wurde er so genannt?

15 Februar, 2020
Der Alexandrasittich mit außergewöhnlich weichen Pastellfarben wurde als der geeignetste angesehen, den Namen dieser berühmten Dame zu tragen.

Der Alexandrasittich ist ein australischer Papagei mit außergewöhnlich weichen Pastellfarben. Sein Gefieder ist hauptsächlich grün mit einer rosafarbenen Kehle, bläulicher Krone und Hinterteil und hellgrünen Schulterfedern. Man glaubt, dass der Alexandrasittich einer der liebevollsten Papageien der Welt ist.

Der Alexandrasittich und seine erste Beschreibung

Der erste, der diesen Vogel beschrieb, war der englische Naturforscher und Ornithologe John Gould. Im Jahr 1838 machte sich das Ehepaar Gould auf den Weg nach Australien mit dem Ziel, die Vögel des Landes zu studieren und das erste Buch zu diesem Thema zu veröffentlichen.

Das Ergebnis der Reise war das Werk Die Vögel Australiens (1840-1848). Das Buch enthielt 600 Tafeln in sieben Bänden und 328 Arten, die zu diesem Zeitpunkt neu für die Wissenschaft waren.

Im Laufe der Jahre benannte der Ornithologe die neuen Arten, wie es auch beim Alexandrasittich (benannt nach der Königin Alexandra) der Fall ist.

Gegenwärtig scheint die Populationsdichte dieses Vogels abzunehmen.

Wer war Königin Alexandra?

Die Prinzessin Alexandra von Dänemark wurde im Alter von 16 Jahren als zukünftige Ehefrau von Albert Edward, Prinz von Wales und Erbe von Königin Victoria, auserwählt.

Das königliche Paar heiratete am 10. März 1863. Doch erst 1901 bestieg der Prinz von Wales als König Edward VII. den Thron. So wurde Alexandra als Gattin zur Königin des Vereinigten Königreichs und der britischen Herrschaftsgebiete ernannt. Sie erhielt auch den Titel der Kaiserin von Indien.

Es ist bekannt, dass Königin Alexandra äußerst sozial aktiv und eine große Tierliebhaberin war. Sie nahm regelmäßig an Tanzveranstaltungen, Abendessen und Versammlungen teil, engagierte sich in wohltätigen Projekten und besuchte Kranken- und Waisenhäuser. Sie sammelte sogar Gelder für wichtige gemeinnützige Organisationen.

So wurde Prinzessin Alexandra von Dänemark im Vereinigten Königreich sehr beliebt und bewundert. So sehr, dass ihr Stil und ihre Art sich zu kleiden in ihrer Epoche ständig nachgeahmt wurden.

Alexandrasittich

Wie verbreitet sind Ehrennamen bei Vögeln?

Es ist recht üblich, eine Spezies nach einer historischen Figur zu benennen. Dies ist eine weitere Möglichkeit, sie zu verewigen. Bei Vögeln gibt es viele Beispiele, die man erwähnen kann. Zu Ehren des amerikanischen Naturforschers Thomas Horsfield wurden ein Bronzekuckuck und eine Lerche benannt.

Ebenso wurden in Erinnerung an den australischen Künstler und Illustrator John Lewin ein Teichhuhn und ein Zuckervogel benannt. Weitere Beispiele sind ein Fink und ein Sturmvogel, die nach dem Ornithologen John Gould benannt wurden.

In dem Fall, der uns beschäftigt, kann man sagen, dass auch das Königshaus durch den Paradiesvogel der Königin Victoria und den Sittich der Königin Alexandra repräsentiert wird.

Auch Politiker wurden in diese Elite aufgenommen

Bei der Bestimmung von Vogelarten sind auch mehrere Politiker und Staatsoberhäupter vertreten. Bislang haben Barack Obama, Indira Gandhi und Nelson Mandela diese Ehre erhalten.

Lange vor ihnen inspirierte Philip Gidley King, Gouverneur von New South Wales von 1800 bis 1806, den Namen King Parrot oder Australischer Königssittich.

Der australische Alexandrasittich

Kuriose Fakten über den Alexandrasittich

Es ist auffällig, dass der Alexandrasittich im Gegensatz zu anderen Papageienarten Schwärme bildet, um koordiniert anzugreifen. Dieses Verhalten wird als Mobbing bezeichnet und dient dazu, Raubtiere zu vertreiben.

Während dieser Belästigung stürzen die Vögel herab, schreien und defäkieren sogar auf das Tier, das sie als Bedrohung ansehen.

Es überrascht nicht, dass sie eine starke Stimme haben. Eines ihrer bemerkenswerten Merkmale ist ihr durchdringender Ruf, der große Entfernungen zurücklegen kann. In Innenräumen können sie ohrenbetäubend sein, wenn sie der Meinung sind, dass sie Aufmerksamkeit brauchen.

  • Smith, J. (2007). Gender, Royalty, and Sexuality in John Gould’s Birds of Australia. Victorian Literature and Culture, 35(2), 569-587.
  • Collar, N. & Boesman, P. (2020). Princess Parrot (Polytelis alexandrae). In: del Hoyo, J., Elliott, A., Sargatal, J., Christie, D.A. & de Juana, E. (eds.). Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona. (retrieved from https://www.hbw.com/node/54563 on 8 January 2020).