Der Lisztaffe: Merkmale und Erhaltung

Der Lisztaffe ist eine endemische Art Kolumbiens, aber er ist extrem stark vom Aussterben bedroht. Was wird zum Schutz dieses einzigartigen Affen getan?
Der Lisztaffe: Merkmale und Erhaltung

Letzte Aktualisierung: 29 April, 2019

Der Lisztaffe ist ein Symbol Kolumbiens, aber diese Tierart ist in großer Gefahr. Aus diesem Grund ist die Erhaltung dieses kleinen Primaten zu einem wichtigen Anliegen in diesem lateinamerikanischen Land geworden.

Lerne den Lisztaffen kennen

Der Lisztaffe, auch bekannt als Baumwoll-Tamarin (Sanguinus oedipus), ist ein Krallenaffe, eine Gruppe von Primaten, zu denen alle Tamarine (kleinere Affen) gehören.

Der Lisztaffe ist ein Primat, der sich von Früchten, Nektar und frischen Blättern sowie Insekten ernährt. Er lebt in Gruppen von 3 bis 13 Exemplaren, in den Randgebieten des kolumbianischen Dschungels, wo er endemisch ist.

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Dieser Affe hat ein sehr eigenartiges Aussehen: Er hat eine weiße Haarmähne von der Stirn bis zum Nacken (daher der Name, denn er erinnert uns an den Komponisten Franz Liszt) und einen braunen Rücken. Der Schwanz ist orangefarben bis schwarz, das Gesicht grau und die Gliedmaßen sind weiß.

Der Lisztaffe

Genau wie die anderen Krallenaffen betreiben sie eine gemeinschaftliche Aufzucht, bei der mehrere Tiere der Gruppe an der Betreuung des Nachwuchses teilnehmen. Außerdem sind die Töchter gehemmt, sich in Anwesenheit der Mutter zu vermehren.

Ihre Hauptfeinde sind die Raubvögel, auch wenn sie normalerweise in Gegenwart von Kapuzineraffen fliehen und Alarmlaute von sich geben. Diese Spezies hat mehr als 40 verschiedene Ruflaute!

Der Lisztaffe: Bedrohungen

Es handelt sich um einen der am stärksten bedrohten Primaten der Welt, was unter anderem an zahlreichen Tierversuchen mit dieser Tierarzt liegt: Ende der 70er Jahre wurden zur für Forschungen über Darmkrebs zwischen 20.000 und 40.000 Exemplare in der Natur gefangen.

Natürlich werden heutzutage keine Tiere mehr aus der Natur für diesen Zweck gefangen, allerdings war dies ein großer Schlag für die Population des Lisztaffen. Derzeit sind die größten Gefahren Abholzung zum Zwecke der industriellen Viehzucht sowie der illegale Handel von Affen als Haustiere.

Dank der 2005 vom Projekt Tití durchgeführten Zählung, konnte die Art als stark vom Aussterben bedroht eingestuft werden.

Dies war notwendig, um geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Damit soll diese in Kolumbien endemische Spezies, genauer gesagt im Nordwesten des Landes, zwischen den Flüssen Magdalena und Atrato, erhalten werden.

Der Lisztaffe ist vom Aussterben bedroht

Der Lisztaffe: Erhaltung

Zu diesem Zwecke benötigt der Lisztaffe Schutzprojekte. Bisher hat man zwei Nationalparks in Atlántico und Bolívar zum Schutzgebiet dieser Art erklärt. Diese umfassen gemeinsam fast 2000 Hektar.

Kolumbien ist einer der bedeutendsten Orte der Biodiversität, obwohl es eines der Länder mit den höchsten Abholzungsraten ist. Das lateinamerikanische Land verliert jährlich mehr als 4.000 Quadratkilometer Dschungel, was die Zerstörung des Lebensraums dieser Krallenaffen zur Folge hat.

Die Überschwemmungen in ihrem natürlichen Lebensraum durch Wasserkraftprojekte wirken sich auch auf den Erhalt dieser Spezies aus.

Dieses Schutzprojekt begrenzt sich nicht nur auf die Nationalparks. Die Stiftung hat mehrere Projekte in Schulen und Instituten, um junge Kolumbianer nicht nur im Artenschutz auszubilden, sondern sie auch in den Naturschutz einzubeziehen.

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Außerdem umfasst das Projekt folgende Ziele:

  • Die Schaffung wirtschaftlicher Alternativen, die den Schutz der Umwelt fördern, wie die Schaffung von Treibstoffblöcken mit Recyclingpapier.
  • Düngemittel und Späne, um die Entwaldung zu reduzieren, das Recycling von Kunststoff für die Herstellung von Pfosten.
  • Anfertigung von Kunsthandwerk und Stofftieren durch die Eingeborenen zum Schutz dieser Tierart.
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  • Savage, A., Guillen, R., Lamilla, I., & Soto, L. (2010). Developing an effective community conservation program for cotton‐top tamarins (Saguinus oedipus) in Colombia. American Journal of Primatology72(5), 379-390.